Löwen-Neuling

Claasen: "Ich kann es überall"

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Daylon Claasen hat seine Mutter als Tattoo.

München - Löwen-Neuling Daylon Claasen liebt die "familiäre Atmosphäre" beim TSV 1860. Moniz' Aussage, er komme "aus Verhältnissen, wo er überleben musste", will er nicht so stehen lassen.

Zufrieden blinzelte Daylon Claasen in den strahlend blauen Himmel über Giesing und stellte fest: „Ich liebe es, hier zu sein. Ja, ich genieße es.“ Und das nach einer durchaus anstrengenden Trainingseinheit unter Ricardo Moniz, seiner zweiten beim TSV 1860. Der südafrikanische Nationalspieler, frisch verpflichtet vom polnischen Erstligisten Lech Posen, glaubt aber schon nach kurzer Zeit erkannt zu haben, „dass das hier bei 1860 eine sehr familiäre Atmosphäre herrscht. Ich habe ein gutes Gefühl, was meinen Wechsel nach München betrifft.“

Ein Wechsel, zu dem ihm auch ein alter Kumpel geraten hat, der noch zu Erstligazeiten für 1860 gekickt hat: Lance Davids. „Er ist ein guter Freund“, sagt Claasen, „wir haben auch zusammen in Belgien bei Lierse SK gespielt. Lance hat mir gesagt, dass München eine nette Stadt ist, in der man angenehm leben kann.“

Aufgewachsen ist der 24-Jährige in einer völlig anderen Umgebung. Ricardo Moniz meinte sogar, Claasen komme „aus Verhältnissen, wo er überleben musste“ – das aber wollte der Löwen-Zugang dann doch nicht ganz so stehen lassen. „Klar, ich komme aus einer kleinen Stadt, Klerksdorp, die hat einem keine großen Voraussetzungen geboten“, sagt er, „aber das Leben dort war schon einigermaßen normal.“

Daylon Claasen: Seine ersten Posen als Löwe

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Und gekickt wird schließlich überall. Der kleine Daylon tat das so gut, dass er schon mit zwölf Jahren in die Jugendakademie von Ajax Cape Town aufgenommen wurde. Claasen: „Kapstadt ist zwölf Autostunden von meinem Heimatort entfernt, da ist meine Familie gleich mitgezogen.“

Jetzt ist er rund zwölf Flugstunden von zu Hause entfernt, ein Bild seiner Mutter Brunetta hat er aber stets parat. Als Tattoo auf dem linken Unterarm. Schließlich hält er sich schon lange in Europa auf. Ajax Amsterdam war vor Lierse und Posen seine erste Station, außerdem absolvierte er Probetrainings beim FC Everton und bei Hull City.

„Ja, ja, ich bin schon viel herumgekommen“, schmunzelt Claasen. „Auch in Braunstadt war ich schon.“ Wo? „Braunstadt oder so ähnlich jedenfalls.“ Er meinte Braunschweig. Bei der Eintracht war er im vergangenen Winter zum Probetraining eingeladen, „aber“, so sagt Claasen, „ausgerechnet als ich da war, wurde wenig trainiert. Es hat dann auch nicht geklappt.“

Jetzt versucht er bei den Löwen sein Glück – in der Offensive, wo seine Schnelligkeit und Variabilität gefragt sein werden. „Ja, stimmt schon, ich bin schnell“, bestätigt Claasen. Auf welcher Position er im Angriff eingesetzt wird, ist ihm ziemlich wurscht: „Ob links, rechts oder in der Mitte, ich kann überall spielen."

tz

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