Sanchez nicht im Kader

Fröhling: Wer platt ist, soll sich auswechseln lassen

+
Torsten Fröhling und Co-Trainer Collin Benjamin müssen gegen St. Pauli die Wende schaffen. 

München - Torsten Fröhling hat für St. Pauli gespielt. Am Samstag debütiert er als Coach von 1860 München im Kellerduell ausgerechnet gegen den Kiezklub und den früheren Löwen-Trainer Ewald Lienen.

Torsten Fröhling versucht, mit Spaß den Glauben zurückzubringen. Doch der knorrige Mecklenburger hat wenig Zeit. Sieben Mal in Folge hat 1860 München nicht gewonnen, zudem die schlechteste Heimbilanz der 2. Fußball-Bundesliga - und jetzt kommt eines dieser „Sechs-Punkte-Spiele“. Ein Rendezvous mit der Vergangenheit ist das Duell gegen den FC St. Pauli (Samstag/13.00 Uhr) für den Zweitliga-Trainerdebütanten überdies. „Ohne Spaß funktioniert nicht viel“, sagt Fröhling. Alle Aussagen und den Stream von der Löwen-PK vor dem Spiel gegen St. Pauli sehen Sie hier.

Fröhling fordert nun vollen Einsatz: „Wer nach 60 oder 70 Minuten platt ist, soll die Hand heben und uneigennützig den nächsten ranlassen - wir haben genug“, sagte Fröhling. Er will mit einer offensiven Aufstellung in die Partie gehen. Bis auf einige Langzeitverletzte steht der gesamte Kader zur Verfügung. Das Hinspiel in Hamburg konnten die „Löwen“ mit 2:1 für sich entscheiden. „Diesmal wäre ich auch mit einem dreckigen 1:0-Sieg zufrieden“, sagte Fröhling.

St. Pauli wegknallen? - Löwen-Coach Fröhling: "Das wäre das Beste"

Der Nachfolger von Markus von Ahlen hat zwar die Stimmung in der Mannschaft bereits positiv beeinflusst, das war am Trainingsplatz wahrzunehmen. Niederschlagen muss sich dies aber genauso, wenn es ernst wird, denn die Löwen sind Sechzehnter und treffen auf den Achtzehnten, der sie überholen kann. „Wir haben noch 13 Spiele, niemand muss verkrampfen“, betont Fröhling, der für den Kiezklub das Gros seiner Einsätze als Fußball-Profi absolvierte und dessen Familie noch in Hamburg wohnt.

Ilie Sanchez wurde von Fröhling nicht in den 18er-Kader für das St. Pauli-Spiel berufen.

Duell mit St. Pauli: "Not gegen Elend"

Die Münchner hatten sich noch vor Saisonbeginn zum Aufstiegskandidaten ernannt, bei St. Pauli waren die Ambitionen ebenfalls wesentlich ehrgeiziger. Nun aber droht den Löwen erstmals seit mehr als 20 Jahren die Drittklassigkeit, bei den Kiezkickern ist der letzte ganz tiefe Absturz zwölf Jahre her. „Not gegen Elend“, betitelte der Kicker den Existenzkampf der einst so populären Klubs.

Für die Analyse des Gegners will Fröhling nur wenig Zeit aufwenden. „Ich lege mehr Wert auf unser eigenes Spiel.“ Auch die Vorbesprechung am Freitagabend wolle er knapp halten und niemanden verrückt machen. „Aus der Schule weiß ich, dass man vielleicht 20 Minuten aufmerksam zuhören kann. Bei Fußballern ist es auch nicht mehr“, sagte Fröhling.

Moritz Volz zeigte sich überzeugt, dass der Klassenverbleib gelingt. „Wir haben die Qualität und das Personal für eine erfolgreiche Rückrunde“, sagte der Münchner Verteidiger, der auch schon für St. Pauli gespielt hat.

Dem Gegner passt der Trainerwechsel bei den „Löwen“ gar nicht ins Konzept. Fröhling war einst als Profi und später auch als Trainer für den FC St. Pauli tätig. Der Zeitpunkt des Wechsels von Markus von Ahlen zu Fröhling ausgerechnet vor der Begegnung am Samstag sei „nicht optimal“, sagte Pauli-Trainer Ewald Lienen.

Lorant fordert personelle Änderungen

1860-Trainerlegende Werner Lorant findet, das Kellerduell müssten die Löwen unbedingt gewinnen. „Wenn nicht, dann habe ich nur noch ganz wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt“, schrieb der frühere Löwen-Dompteur in einer Kolumne für die tz. Für den Coach der überwiegend glorreichen Jahre 1992 bis 2001 ist ohnehin klar: „Dieser Verein muss personell völlig neu aufgestellt werden. Im Sommer müssen alle weg, die jetzt was zu sagen haben.“

Lorant meint damit auch Sportchef Gerhard Poschner, für den Fröhling, so wird es wenigstens kolportiert, die letzte Chance sei. Zu viel Kredit habe der 45-Jährige mit all seinen schiefgegangenen Personalentscheidungen verspielt. Fröhling sei „DIE Chance für den Verein. Was mich betrifft, spielt das dagegen überhaupt keine Rolle“, verteidigte sich Poschner in einem Interview mit der Abendzeitung, schob aber nach: „Kurzfristig sind die nächsten Ergebnisse extrem wichtig“.

Das gilt auch für St. Pauli und Lienen, die sogar noch eine Zähler weniger haben als Sechzig. „Wir schielen nicht auf die Tabelle“, behauptet der Trainer-Fuchs, der in der Saison 2009/10 das Tollhaus 1860 München kennengelernt hatte. Jetzt will er dem Meister von 1966 das Leben noch schwerer machen. „Wir müssen die Nerven behalten, dann nehmen wir drei Punkte mit“, sagt Lienen.

SID/dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Diese Fragen müssen die Löwen vor der Relegation noch klären
Diese Fragen müssen die Löwen vor der Relegation noch klären
Alle Infos zur Relegation 2017: Termine, Modus und TV-Übertragung
Alle Infos zur Relegation 2017: Termine, Modus und TV-Übertragung
Trainerdiskussion bei den Löwen: Jetzt spricht Cassalette
Trainerdiskussion bei den Löwen: Jetzt spricht Cassalette

Kommentare