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TSV 1860: Mit dieser Elf in Richtung DFB-Pokal-Viertelfinale

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Von: Uli Kellner

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Jubeln sie heute wieder? Die Löwen-Profis bei der erfolgreichen Aufholjagd gegen Wehen (3:2 nach 0:2). Heute geht es im DFB-Pokal gegen den Karlsruher SC.
Jubeln sie heute wieder? Die Löwen-Profis bei der erfolgreichen Aufholjagd gegen Wehen (3:2 nach 0:2). Heute geht es im DFB-Pokal gegen den Karlsruher SC. © Imago

Der TSV 1860 München trifft im DFB-Pokal-Achtelfinale auf den Karlsruher SC. Das Viertelfinale soll diese Mannschaft erreichen.

München – Die furiose Aufholjagd gegen Wehen (3:2 nach 0:2-Rückstand) – sie kam zumindest für Michael Köllner nicht gänzlich überraschend. Die simple Logik des Löwen-Trainers: „Wenn alle einen Schritt nach vorne machen, dann machen wir elf Schritte nach vorne – ich glaube, das hat man heute gesehen.“

Wichtig für die Kassen und das Renommee des Drittligisten wäre, dass dieses kollektive Wachsen weitergeht. Auch im DFB-Pokalhit gegen den KSC müssen diese elf Löwen über sich hinauswachsen, um in die Runde der letzten Acht einzuziehen.

TSV 1860: Steinhart wieder mit einem wichtigen Tor?

Marco Hiller: Kapitän Stefan Lex wird landläufig als stürmender 1860-Fan bezeichnet, doch was ist dann bitteschön Marco Hiller (seit 2008 im Verein)? Köllner glaubt, dass der Urlöwe im Tor einen Vertrag bis 2037 unterschreiben würde, wenn er ihm angeboten wird. Kommt es tatsächlich so, dass Hiller, 24, bei 1860 in Rente geht, wird er schätzungsweise 157 Elfmeter gehalten haben. Seine Bilanz am Punkt ist schon jetzt herausragend. Wird er auch heute zum Helden wie in Runde eins gegen Darmstadt?

Semi Belkahia: Sein Kopfball zum 1:2 leitete gegen Wehen die Wende ein. Auch sonst: gutes Timing in Zweikämpfen, aufrechte Körperhaltung – fast wie im ersten Halbjahr 2021, als der Münchner seinen Durchbruch in der 3. Liga feierte. Unübersehbar: Da macht jemand einen sehr langen Schritt raus aus seinem Leistungsloch.

Stephan Salger: Alphalöwe Sascha Mölders ist Geschichte – und der Alphalöwe Salger zeigt wieder regelmäßig, was er drauf hat. Dokumentierte seinen Führungsanspruch mit dem Willenstor zum 2:2 gegen Wehen.

Phillipp Steinhart: An ihm kommt keiner vorbei, nicht mal ein vereinsinterner Rivale wie Leon Klassen (über Tirol nach Moskau). Köllners Motto: Steinhart spielt immer. Und der Linksverteidiger ist ein Mann für die wichtigen Tore. In Runde eins gegen Darmstadt traf er gleich zweimal zur 1:0-Führung – im Spiel (75.) und auch später im Elfmeterschießen.

TSV 1860: Fabian Greilinger ersetzt Marveille Biankadi

Yannick Deichmann: Nach dem frühen Aus von Marius Willsch gegen Wehen rückte der Allrounder zurück von der Sechs nach hinten rechts. Auch heute dürfte der Ex-Lübecker auf seiner Zweitposition auflaufen und abliefern, was man von ihm kennt: Flankenläufe, Einsatz bis die Socken qualmen. Und, kleine Anregung: Wäre heute nicht auch ein guter Tag für das erste Tor im Löwen-Trikot?

Keanu Staude: Seit 354 Tagen ein Löwe – und noch immer warten alle auf Staudes entscheidenden Schritt in Richtung Leistungsträger. Immerhin: Die peinliche Lewandowski-Kopie beim Elfer-Fehlschuss gegen Mannheim wurde ihm verziehen, sein internes Standing durch fleißigen Belek-Einsatz aufgewertet. Kann er sich auf der Doppelsechs neben Dressel endlich im Team festspielen?

Dennis Dressel: Der Wunsch, in die nächsthöhere Spielklasse zu wechseln, wurde ihm vor der Saison verwehrt. Als kleinen Trost darf sich Dressel, 23, jetzt trotzdem regelmäßig mit Teams aus der 2. Liga messen. Erst Darmstadt, dann Schalke, heute Karlsruhe. Frech gefragt: Und wer wird’s im Viertelfinale?

Fabian Greilinger: Selten hat der 21-Jährige so viel Spielzeit bei den Profis bekommen. Zumindest bis Merv Biankadi wieder fit ist, darf sich der Niederbayer auf der linken Außenbahn zeigen. Der Einsatz stimmt, beim Ertrag muss er noch zulegen.

TSV 1860: Stefan Lex in der Form seines Lebens?

Richard Neudecker: Das Gute an der Gelbsperre, die sich der Zehner für die Liga eingehandelt hat: Er kann sich heute noch mal austoben, als gäbe es kein Morgen (bzw. kein nächstes Spiel). Sein Freistoß gegen Wehen zeigte, dass der feine Techniker eine Partie mit einer einzigen Aktion entscheiden kann.

Marcel Bär: Blüht auf, seit ihm Mölders nicht mehr den Platz im Sturm versperrt. Nach fünf Torbeteiligungen vor Weihnachten holte Bär gegen Wehen den siegbringenden Freistoß raus. Gesetzt ist „Cello“ zudem als Elfmeterschütze – wäre er laut Köllner sogar, wenn es einen in der regulären Spielzeit geben würde (nachdem zuletzt Mölders, Steinhart, Staude und Dressel verschossen).

Stefan Lex: Auch gegen Wehen an allen drei Toren beteiligt. Der „Bild“ verriet Ex-Löwen-Manager Oliver Kreuzer: „2018 wollte ich Lex unbedingt zum KSC holen.“ Gut für 1860, dass der Stürmer andere Prioritäten setzte und dem Ruf seines Herzensclub folgte. Als Kapitän wird der Eittinger auch heute voranmarschieren – weil er heimlich nicht nur vom Aufstieg träumt, sondern auch von weiteren Pokal-Highlights. (Uli Kellner)

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