Titelgewinn vor 50 Jahren

Pokalsieger Heiß: "Hatten eine tolle Mannschaft"

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Fredi Heiß stürmte sowohl in der Pokalsieger- als auch in der Meisterelf.

München - Am heutigen Freitag vor 50 Jahren gewann der TSV 1860 München den DFB-Pokal. Stürmer Fredi Heiß erinnert sich an die glorreichen Zeiten.

Die Vergangenheit spielt beim TSV 1860 schon seit langem eine bedeutende Rolle. Schließlich feierte der Verein in grauer Vorzeit seine größten Erfolge, entstand in den 60-er Jahren der Mythos der Münchner Löwen, die in ganz Europa gefürchtet waren. Auch das heute anstehende Jubiläum wurzelt in diesen großen Zeiten: Am 13. Juni 1964, vor 50 Jahren also, schlugen die Sechziger im DFB-Pokalfinale die Frankfurter Eintracht mit 2:0. Die Tor schossen Wilfried Kohlars und Rudi Brunnenmeier, die Partie im Stuttgarter Neckarstadion ging als Hitzeschlacht in die Annalen ein und bescherte den Löwen den insgesamt zweiten und bis heute letzten Sieg im DFB-Pokal. Mit dabei war der gebürtige Münchner Fredi Heiß (73), der den Coup bei 37 Grad im Schatten noch in bester Erinnerung hat.

Fredi Heiß, das muss ein enormer Kraftakt gewesen sein, damals vor 50 Jahren ...

Ja, es war wirklich wahnsinnig heiß. Und dann hat Rudi Steiner nach zehn Minuten auch noch eine Zerrung gekriegt. Damals durfte ja nicht ausgewechselt werden. Der Rudi blieb zwar auf dem Platz, konnte aber keinen Schritt mehr laufen, war nur noch Statist, das war ein großes Manko. Ich musste dann seine Rolle übernehmen und Verteidiger spielen. Das war für mich als gelernter Außenstürmer mein erster Einsatz überhaupt auf dieser Position. Es hat aber ganz gut geklappt. Der damalige Bundestrainer Helmut Schön war im Stadion, und nach dem Spiel meinte er, ich hätte eine ordentliche Verteidigerpartie geliefert.

Frankfurt befand sich in der leichten Favoritenrolle. Dennoch haben die Löwen mit nur zehn Mann relativ klar 2:0 gewonnen. Wie war das möglich?

Die Frankfurter waren tatsächlich fast chancenlos. Wir hatten damals schon eine tolle Mannschaft beisammen. Allerdings hatten wir uns zu Beginn der ersten Bundesligasaison etwas schwer getan. Da gab’s ein 0:5 beim Hamburger SV und solche Sachen. Aber in der Rückrunde sind wir immer stärker und stärker geworden. Im Rückspiel haben wir den HSV 9:2 geschlagen. Unser Selbstvertrauen war gewaltig. Wir waren sehr erfolgshungrig und haben vor dem Finale gebrannt. Und unser Trainer Max Merkel hat uns super eingestellt. Das konnte er ja: Uns richtig heiß machen.

Das gesamte Interview lesen Sie hier auf merkur-online.

Armin Gibis

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