Zahlreiche Routiniers auf Arbeitssuche

Vertragslose Stars: Hier könnten die Löwen zuschnappen

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Alt, erfahren und Top-Qualität: Christian Pander ist einer der namhaften Spieler, die momentan arbeitslos sind.

München - Neun momentan vertragslose Spieler haben die Erfahrung von mehr als 40 Bundesligaspielen. Einige dieser Routiniers könnten den leidgeplagten Löwen sofortige Besserung bringen.

Ein Transfer involviert immer alle Parteien. Geschäftsführer und Manager müssen sich im Ringen um Verstärkungen zeitweise zähe Verhandlungen mit Spielern, Spieleragenten und den Vereinen liefern.

Umso besser, wenn man sich nur mit einer Partei einigen muss. So wie im Fall von vertragsfreien Profis, die bei keinem Verein angestellt sind. Dadurch werden teils hochkarätige Spieler plötzlich ablösefrei. Vor dem Hintergrund, dass die Löwen nun schon seit Monaten auf weitere Neuverpflichtungen warten, könnten die 1860-Verantwortlichen diese Konstellation vielleicht zu ihren Gunsten nutzen.

Wir stellen neun Alt-Stars vor, die momentan vertragslos sind und bewerten die Möglichkeiten einer Verpflichtung:

Claudio Pizarro: Schon länger ranken sich Gerüchte um Sechzig und den Peruaner. Der Grund: Angeblich will Pizarro München nicht verlassen. Mit 176 Treffern in 383 Spielen hat Pizarro bewiesen, dass er den absoluten Killerinstinkt besitzt.

Fazit: Eine Verstärkung wäre Pizarro auf jeden Fall. Allerdings dürfte sein Gehalt nicht zu stemmen sein. Deshalb ist ein Wechsel unwahrscheinlich.

Alexander Madlung: Zuletzt war der Abwehrhüne bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag. Nun blickt der 33-Jährige auf 285 Bundesliga-Spiele und 29 Tore zurück. Auch er wäre mit seiner Zweikampf- und Kopfballstäke definitiv ein Upgrade.

Fazit: Madlung ist nomineller Innenverteidiger. Vor allem in Hinblick auf die Verletzung von Vallori würde eine Verpflichtung deshalb Sinn machen, auch wenn 1860 nicht primär für die Defensive neue Leute sucht. Allerdings hat der Ex-Frankfurter laut Kicker-Informationen ein Angebot von seinem Ex-Club Hertha BSC vorliegen. Auch sonst würden sich genügen Alternativen für Madlung in der ersten Liga finden. Deshalb nicht machbar für die Löwen.

Nikolce Noveski: Nach elf Jahren war diesen Sommer Schluss für Nikolce Noveski bei Mainz 05. In dieser Zeit absolvierte der designierte Abwehrchef 256 Spiele und erzielte acht Tore.

Fazit: Noveski will seine Karriere unbedingt fortsetzen. Er simulierte sogar eine komplette Saison-Vorbereitung. Ein Zweitliga-Engagement ist durchaus denkbar. Warum also nicht bei Sechzig? 

Patrick Ochs: Seit seinem Wechsel zu Wolfsburg ist es still geworden um Patrick Ochs. Das liegt aber auch an der starken Konkurrenzsituation im VfL-Kader. Zuvor war der 31-Jährige bei Frankfurt Stammkraft. 216 Spiele hat er bereits in der Bundesliga absolviert.

Fazit: Dass Ochs letztes Jahr kein einziges Spiel für Wolfsburg gemacht hat und kurzzeitig sogar für die Reserve auflief, hat seinen Wert nicht unbedingt steigen lassen. Trotzdem dürfte er keine Probleme haben, einen anderen Verein aus einer höherklassigen Liga in Europa zu finden.

Jan Schlaudraff: Vom Star in Aachen über sein Bankdrücker-Dasein bei Bayern zum Stammspieler in Hannover, bevor er dort ausgebootet wurde. Nur wenige Spieler haben eine solche Achterbahn-Karriere hinter sich wie das "ewige" Talent Jan Schlaudraff. In 186 Spielen erzielte er 25 Tore.

Fazit: Genau so einen Spieler bräuchte Sechzig: Einen flexibel einsetzbaren Offensivmann, der mitdenkt und mittels seiner Technik auch Mitspieler einsetzen kann. Aber wird sich Schlaudraff wirklich für die zweite Liga hergeben? Sechzig sollte sich mal rantasten.

Christian Pander: Wie Schlaudraff war auch Christian Pander in der vergangenen Saison in Diensten von Hannover 96. Jetzt ist der 32-jährige Außenverteidiger mit dem strammen Schuss nach 141 Bundesligaspielen und sieben Toren arbeitslos.

Fazit: Panders linker Fuß ist immer noch eine Waffe, besonders bei Standards. Allerdings ist er auch enorm verletzungsanfällig und besitzt kaum Spielpraxis. Das müsste Sechzig bei einer Verpflichtung berücksichtigen. Ansonsten allerdings durchaus vorstellbar.

Dominik Reinhardt: Der Aufschwung des FC Augsburg hatte einen Verlierer: Dominik Reinhardt. Der 30-Jährige kam bei den Schwaben jahrelang kaum zum Zug - sei es aufgrund von Verletzungen oder der immer stärker werdenden Konkurrenz. Trotzdem absolvierte er insgesamt 114 Bundesligaspiele.

Fazit: Ein Rückzug in die zweite Liga scheint beim Sohn des ehemaligen Bayern-Spielers Alois Reinhardt denkbar. Die Löwen würden einen gestandenen Verteidiger bekommen, der mit 30 Jahren noch voll im Saft steht.

Chinedu Obasi: In Hoffenheim bildete Obasi einst mit Demba Ba und Carlos Eduardo ein Wahnsinns-Trio. Doch als die Kollegen dem Verein den Rücken zukehrten, gingen auch Obasis Leistungen stetig nach unten. Auch der Wechsel zu Schalke, wo er zuletzt unter Vertrag stand, brachte nicht die erhoffte Wendung. Was bleibt: 17 Tore in 100 Spielen.

Fazit: Nur 51 Pflichtspiele in dreieinhalb Jahren - diese Statistik spricht Bände. Eine Zukunft in der Bundesliga ist laut Kicker nicht mehr in Sicht. Dafür wird er natürlich umso interessanter für das Unterhaus. Wenn sich die Chance ergibt, sollte man ihn verpflichten. Ganz abwegig ist das auch nicht, der Spieler müsste aber immense Abstriche beim Gehalt in Kauf nehmen.

Slobodan Rajkovic: Der HSV ist ein Scherbenhaufen - und Slobodan Rajkovic arbeitslos. Mehr muss man nicht sagen. Immer wieder fiel der rustikale und talentierte Innenverteidiger durch Disziplinlosigkeiten und Verletzungen negativ auf. Trotzdem stehen für ihn 42 Bundesligapartien zu Buche.

Fazit: Talent hat der 26-Jährige auf jeden Fall - nur an der Einstellung hapert es häufig. Mit seiner Zweikampfhärte und seinem Stellungsspiel würde er den Löwen-Kader definitiv weiterbringen. Allerdings ist fraglich, ob 1860 wirklich den Zuschlag bekommen würde. Rajkovic ist im Gegensatz zu den anderen Kandidaten noch jung und wird höher dotierte Angebote bekommen.

Lukas Praller

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