Volles Haus als Motivation für 1860

"Werden nicht wie Prügelknaben einmarschieren"

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München - Die Löwen-Spieler wollen mit den Fans im Rücken die Punkte gegen den Club aus Nürnberg einfahren. Doch wie viel Hoffnung haben die Fans auf eine 1860-Rettung?

Zwei Tage noch, dann steigt in der Fröttmaninger Arena das wichtigste Heimspiel der Löwen seit dem 1:0-Milchraum-Zittersieg gegen Saarbrücken am 7. Mai 2006. Nur ein Sieg dürfte die Chancen auf den Klassenerhalt wahren, im ungünstigsten Fall könnte der Abstand auf Platz 16 an diesem Sonntag auf vier Punkte anwachsen, was den Abstieg in die Dritte Liga bedeuten würde.

Ein Schreckensszenario, mit dem sich in diesen Tagen selbstredend kein Spieler öffentlich beschäftigen will. „Wir haben den Glauben, das Spiel zu gewinnen – so werden wir am Sonntag da reingehen“, sagt Valdet Rama, der Siegtorschütze von Frankfurt. Kollege Dominik Stahl, nach seiner Sprunggelenksverletzung wieder fit, kann da nur beipflichten: „Es bringt nichts, jetzt ständig Panik zu schieben. Wir sind mit der nötigen Konzentration und dem nötigen Ernst dabei. Aber es gehören auch Spaß und Lockerheit dazu. Wir werden nicht wie die Prügelknaben mit gesenkten Köpfen in die Arena einmarschieren. Die Kulisse wird uns zusätzlich anspornen.“

Die Arena, sie wird so voll werden wie seit dem Pokalspiel gegen Borussia Dortmund (September 2013) nicht mehr. „Aber es ist natürlich eine andere Situation“, sagt Stahl. „Damals hatten wir nichts zu verlieren. Das hat sich jetzt geändert.“ Kann man so sagen.

Ob es für 1860 ein Vorteil ist, dass Nürnberg keine reiner Kontertruppe ist, sondern selbst den Weg nach vorne sucht? Stahl: „Generell tun wir uns gegen spielstarke Mannschaften schon etwas leichter, siehe Bochum. Aber die Liga ist so verrückt, da kann man solche Prognosen eigentlich gar nicht treffen.“

Präsident Gerhard Mayr­hofer ist sich sicher, „dass uns Nürnberg nichts schenken wird. Das wird ein sehr schweres Spiel, aber ich bin überzeugt, dass unsere Spieler allesamt bis in die Zehenspitzen motiviert sein werden, dieses Derby zu gewinnen, um den Klassenerhalt zu packen“.

Wie es um Mayrhofers Nerven steht? „Also wer behauptet, dass ihn das nicht mitnimmt, der lügt.“

Nicht alles umwerfen

Anton Höchtl, Glandorf: "Ich war am Freitag in Frankfurt, spielerisch hat mir das keine große Hoffnung gemacht, trotzdem halte ich den Klassenerhalt noch für möglich. Ich kann mir vorstellen, dass wir Fürth noch hinter uns lassen, die haben jetzt Darmstadt zu Hause – das ist hart. Diese Saison wird Konsequenzen haben, meiner Meinung nach sollte man beim Klassenerhalt aber nicht alles umwerfen."

Viel Masse, wenig Klasse …

Hermann „Charly“ Heck, München: "Wenn die Mannschaft so kämpft wie in der zweiten Halbzeit gegen Bochum oder teilweise auch in Frankfurt, dann halte ich einen Sieg gegen Nürnberg für möglich. Ob das dann langt, wird man sehen. Leider gibt’s hier viel Masse und sehr wenig Klasse."

Dann bitte ab zum Schach

Kurt Otterbach, München: "Das Spiel gegen den Club vor dieser Kulisse sollte jedem Spieler klarmachen, dass Sechzig ein Verein ist, für den es sich zu kämpfen lohnt. Wer Angst vor den Zuschauern hat, der sollte bitte Schach spielen. Klar wurden in der Führung viele Fehler gemacht, eine zweite Chance halte ich trotzdem für vertretbar – aber nicht mit den gleichen Fehlern!"

Geballte Unfähigkeit

Falk Behrens, München: "Der größte Fehler war meines Erachtens, dass man sich so spät von Markus von Ahlen getrennt hat. Gerhard Poschner wäre schon lange fällig gewesen, warum er noch da ist, weiß wohl nur Herr Ismaik. Peter Neururer wäre als Feuerwehrmann der Richtige gewesen, aber bei 1860 sitzt in der Führung inzwischen leider die geballte Unfähigkeit. Der Abstieg wäre nur logisch, auch wenn ich natürlich trotzdem darauf hoffe, dass es irgendwie langt und dann endlich kompetente Leute ans Ruder kommen."

lk

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