"Ohne Erwartungen"

Edelfan Friderici: So denkt er über die Lage bei den Löwen

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Löwen-Edelfan Fiderici (r.) neben Werner Lorant.

München - Svend Friderici erklärt im tz-Interview, wie er die derzeitige Lage beim TSV 1860 sieht und was er von der Mitgliederversammlung am kommenden Sonntag erwartet.

Auf seinen großen Widerpart trifft Svend Friderici bei der Mitgliederversammlung des TSV 1860 am Sonntag in der Münchner Tonhalle nicht mehr. Gerhard Mayrhofer ist nach seinem Rücktritt als Präsident vor wenigen Wochen nicht mehr im Amt. Über dieses und viele andere Themen sprach die tz mit Friderici, der als einer der treuesten Fans im blauen Lager gilt und seit Jahren kein einziges Spiel ausgelassen hat.

Was erwarten Sie sich von der Versammlung?

Friderici: Ich werde völlig ohne Erwartungen hingehen. Aus einem Grund: Dann kann ich nämlich nicht enttäuscht werden. Ich lasse mich einfach überraschen, wer was worüber warum sagt.

Sie können am Sonntag einen neuen Verwaltungsrat wählen. Wissen Sie schon, welchen neun Personen Sie Ihre Stimme geben?

Friderici: Einen habe ich ja selbst vorgeschlagen, den wähle ich natürlich auch. Die meisten anderen rund 30 Kandidaten kenne ich ebenfalls fast alle, mal sehen, für wen ich mich noch entscheide.

Der Abgang von Vizepräsident Heinz Schmidt hat nicht geklappt, weil jetzt herausgekommen ist, dass sein Rücktritt aus relativ kuriosen Gründen nicht gilt. Wie haben Sie das aufgenommen?

Friderici: Diese Posse passt halt einfach zur ganzen Situation, in der sich der TSV 1860 befindet. Nach dem Relegationsspiel gegen Kiel war ich so erleichtert, dass wir dringeblieben sind, aber dann ist sofort wieder das ganze Theater drumherum losgegangen. Eigentlich wollte auch ich als Fan eine ruhige Sommerpause genießen, aber dann musst du dich halt doch wieder mit dem ganzen Kram beschäftigen.

Präsident Mayrhofer hat Sie ja vor einem halben Jahr aus dem Vip-Raum in der ­Allianz Arena rauswerfen wollen, weil Sie sich in einem Interview mit der tz angeblich zu negativ über den Verein geäußert hätten. Wie haben Sie seinen Rücktritt aufgenommen?

Friderici: Der Mann hat 1860 nie verstanden. Mir hat es sehr weh getan, wie ich von ihm behandelt wurde. Noch dazu, weil ich nichts Schlimmes gesagt habe. Und das, wovor ich damals gewarnt habe, ist ja noch weitaus schlimmer auch eingetreten. Wir wären fast abgestiegen!

Was erwarten Sie vom neuen Präsidenten, der wohl im September gewählt wird?

Friderici: Er muss ein richtiger Löwe sein, einer, der sich mit dem Verein identifiziert. Hans Sitzberger wäre für mich ein guter Kandidat. Ein Unternehmer, der als Sponsor in den vergangenen Jahren viel Gutes für 1860 getan hat.

Wie beurteilen Sie die Situation um Investor Hasan Ismaik?

Friderici: Man muss sich endlich mit ihm einigen, wie auch immer. Trennung oder Weitermachen. Wenn er weitermacht, dann sollte er uns auch konstruktiv helfen. Ich weiß ja nicht, will er den Verein nur irgendwie am Leben erhalten oder ihn wirklich mal nach vorne bringen?

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