1. tz
  2. Sport
  3. 1860 München

"Ein tierisch geiles Spiel gegen 1860"

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Torsten Lieberknecht freut sich auf Sonntag © dpa

München - Eintracht Braunschweig gastiert am Sonntag in der Allianz Arena bei den Löwen. Der Tabellenführer ist heiß auf die Partie, wie Trainer Torsten Lieberknecht im Interview erklärt.

Mit fünf Siegen aus fünf Spielen führt Eintracht Braunschweig souverän die 2. Fußball-Bundesliga an. Seit 15 Jahren ist im Unterhaus keine Mannschaft so erfolgreich gestartet wie der Traditionsklub und Meister von 1967. Über die erste Liga spreche bei der lange Zeit gebeutelten Eintracht noch niemand, sagt Trainer Torsten Lieberknecht im Interview. Dennoch: Der Aufstieg wäre für den Verein die größte Geschichte schlechthin.

Herr Lieberknecht, wird rund um Braunschweig schon vom Aufstieg gesprochen?

Lieberknecht: Hier wird Null-Komma-Null vom Aufstieg gesprochen. Man ist stolz auf die momentane Situation, das bekommen wir zu spüren. Die Zuschauer und die Verantwortlichen freuen sich, dass ihre Eintracht auf Tabellenplatz eins steht. Aber alle wissen es richtig gut einzuschätzen.

Im Pokal gab es in der vergangenen Saison ja schon ein Heimspiel gegen Bayern München. Macht solche Erstligaluft nicht Lust auf mehr?

Lieberknecht: Erstmal haben wir große Lust, diesen Verein in der 2. Bundesliga zu etablieren. Vor fünf Jahren lag hier ein Scherbenhaufen. Das dürfen wir nicht vergessen: Wo wir herkommen, was hier los war. Wir müssen diesen Verein im Profifußball etablieren.

Sie gehen als Spieler und Trainer bereits ins zehnte Jahr mit dem Verein. Ist es etwas besonderes für Sie, mit der Eintracht erfolgreich zu sein?

Lieberknecht: Definitiv. Es ist letztendlich wie mit einer Frau. Wenn du zehn Jahre zusammen bist, hast du Höhen und Tiefen. Hier habe ich das alles miterleben dürfen. Diese Stadt richtet ein Stück weit ihr Leben danach aus, wie es der Eintracht geht. Davon ein Teil zu sein, ist etwas Besonderes.

Was denkt die Konkurrenz über 1860? Umfrage unter allen Trainern

Bei diesem Karriereweg - wäre ein Erstliga-Aufstieg mit Braunschweig für Sie das höchste der Gefühle?

Lieberknecht: Das ist der größte Traum, den ich hier habe. Den kann man ja mal aussprechen. Ich stecke mit meinen Emotionen hier drin und weiß, wie die Leute ticken - das wäre die größte Geschichte schlechthin. Um zu erklären, was dann hier los wäre, fehlen mir die Worte. Das hätte überdimensionale Folgen.

Was ist das Erfolgsgeheimnis von Eintracht Braunschweig?

Lieberknecht: Das ist insgesamt eine Geschichte, die sich kontinuierlich entwickelt hat. Momentan ernten wir die Früchte. Die Mannschaft ist sehr wachsam und in der Lage, Taktisches sehr gut umzusetzen. Wir können uns weiter auf unsere gute Defensivstruktur verlassen. Zudem haben wir uns gegen Mannschaften, die sehr tief stehen, in dieser Saison noch einmal weiterentwickelt.

In unmittelbarer Nachbarschaft hat Braunschweig die Erstligisten Hannover 96 und VfL Wolfsburg. Kann eine erfolgreiche Eintracht da Aufmerksamkeit abgreifen?

Lieberknecht: Ich glaube, das machen wir. Wir können und wollen uns nicht mit den beiden Klubs vergleichen, die machen dort einen tollen Job. Aber wir sind eine extrem eigenständige Marke. Wir haben hier in Niedersachsen viele Fans und haben es gepackt, auch viele junge Zuschauer wieder für die Eintracht zu begeistern, die vielleicht bei Wolfsburgs Meisterschaft fast abgewandert wären.

Wenn schon nicht über den Aufstieg gesprochen wird: Werden wir Braunschweig bis zum Saisonende in der Spitzengruppe sehen?

Lieberknecht: Mit solchen Einschätzungen bin ich vorsichtig. Wir freuen uns jetzt erst mal auf dieses tierisch geile Sonntagsspiel gegen 1860 München. Dahin fahren zu dürfen, in die Allianz Arena, ist für uns immer noch ein absolutes Highlight. Dann haben wir eine englische Woche mit Duisburg und Kaiserslautern. Danach kann die Welt auch schon wieder anders aussehen.

sid

Allianz Arena: Einblicke in die Katakomben

Auch interessant

Kommentare