Sieg mit Waging

Raucherpause unterbricht Lorant-Show

+
Auch in Heimstetten wusste Werner Lorant die Zuschauer an der Seitenlinie zu unterhalten.

Waging - Ex-Löwen-Coach Werner Lorant hat am Wochenende nicht nur den zweiten Sieg mit dem TSV Waging gelandet, sondern auch bissige Worte an den Mann gebracht.

Seit einigen Minuten humpelt Veit Gröbner über den Rasen und wirft sehnsüchtige Blicke zur Trainerbank. Nun endlich steht ein Ersatzspieler bereit, der den Kapitän des TSV Waging von seinen Leiden erlösen wird – so denkt zumindest Gröbner.

„Coach, bei mir geht’s nicht mehr!“, ruft er seinem Trainer zu. Doch den interessiert das wenig. „Hör auf jetzt!“, bellt eine rauchige Stimme, die bei Löwen-Fans heute noch Gänsehaut auslöst. „Fünf Minuten, das packst du schon!“, ruft der Trainer, dreht sich ab und grummelt leise: „Der soll jetzt mal besser laufen, bis ihm die Beine platzen.“

Bei dieser Szene kommt einem der vielleicht bekannteste Spruch von Werner Lorant in den Sinne – denn jener Trainer ist niemand anderes als die Löwen-Legende. Im Alter von 66 Jahren – und nach Stationen in Südkorea, China und der Slowakei – hat Lorant vor einigen Wochen den Trainerjob beim Bezirksligisten TSV Waging übernommen, der tief im Abstiegskampf steckt und heute in Heimstetten dringend drei Punkte braucht. Dieser Werner Lorant hat mal gesagt: „Ich wechsle nur aus, wenn sich einer das Bein bricht.“ Und da bei Wagings Kapitän offenbar noch alle Knochen heil sind, muss er weiterspielen und „Beißen!“, wie es ihm Lorant lautstark empfiehlt.

Die Szene sorgt für Erheiterung am Spielfeldrand – obgleich sich wegen des Dauerregens bloß 70 Zuschauer am Kunstrasenplatz eingefunden haben. Kein Vergleich zu Lorants erstem Auftritt vor drei Wochen, als 500 Leute herbeiströmten, dazu Fernsehen, Radio, zig Reporter. Das maue Interesse kann Lorants Laune aber nicht trüben. Auf dem Weg zum Feld, bei einer schnellen Kippe, schwatzt er mit SVH-Präsident Ewald Matejka, der hinterher verrät: „Er hat gesagt, dass wir ihm die Punkte lassen sollen – wir brauchen sie ja eh nicht.“ Tatsächlich scheint sich der SVH strikt an diese Anweisung zu halten, sodass der prominente Coach am Ende einen lockeren 3:0-Sieg bejubeln darf.

Zuvor freilich zieht Lorant noch jene Lorant-Show ab, die alle von ihm erwarten. 90 Minuten tigert er an der Seitenlinie auf und ab, ignoriert die gelben Hütchen, die seine Coachingzone begrenzen sollen, kommentiert und gestikuliert. Allein nach dem zweiten Tor ist es kurzzeitig erstaunlich ruhig auf der Bank. Doch es ist nicht etwa die komfortable Führung, die Lorant verstummen lässt, sondern seine Nikotinsucht: Mitten im Spiel zieht er sich hinter die Bande zurück und steckt sich erst mal eine Kippe an.

Werde Mannschaftsverwalter für dein Team!

Hol dir hier einen Zugang: http://statistik.fussball-vorort.de

auch interessant

Meistgelesen

Lacazette: „Mein Ziel heißt Stabilität“
Lacazette: „Mein Ziel heißt Stabilität“
Taktikexperte erklärt: Darum ist das Pereira-System gut für 1860
Taktikexperte erklärt: Darum ist das Pereira-System gut für 1860
Auf diesen Positionen müssen die Löwen nachbessern
Auf diesen Positionen müssen die Löwen nachbessern
Tor, Abwehr, Angriff: So schlugen sich die Löwen im Testspiel
Tor, Abwehr, Angriff: So schlugen sich die Löwen im Testspiel
<center>Brotzeit-Brettl mit Messer</center>

Brotzeit-Brettl mit Messer

6,65 €
Brotzeit-Brettl mit Messer
<center>HEILAND Doppelbockliqueur</center>

HEILAND Doppelbockliqueur

25,50 €
HEILAND Doppelbockliqueur
<center>Brotzeit-Brettl "Brotzeit"</center>

Brotzeit-Brettl "Brotzeit"

4,85 €
Brotzeit-Brettl "Brotzeit"
<center>Rehbockgehörn mit Strass</center>

Rehbockgehörn mit Strass

65,00 €
Rehbockgehörn mit Strass

Kommentare