Atmosphäre in der Zweiten Liga "richtig geil"

Taffertshofers erster Schritt in Richtung Profikarriere

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Kampfstark und schnörkellos: Mit diesen Eigenschaften will sich Emanuel Taffertshofer dauerhaft einen Platz im Zweitliga-Kader des TSV 1860 sichern.

München - Seit seinem neunten Lebensjahr spielt Emanuel Taffertshofer beim TSV 1860 München. Vergangenen Montag hatte der 20-jährige Abertshausener seinen ersten Zweitliga-Einsatz.

Den 19. Oktober 2015 wird Emanuel Taffertshofer so schnell nicht vergessen. Der Tag ist der bisherige Höhepunkt seiner noch jungen Karriere als Fußballer. Heimspiel der „Blauen“ gegen den Karlsruher SC vor 20 000 Zuschauern – mit Taffertshofer in der Startaufstellung, Rückennummer 35. Eine tolle Sache für den 20-Jährigen, der normalerweise ein Leistungsträgern im Regionalliga-Team der Münchener ist. Dorthin zurück möchte der defensive Mittelfeldspieler aber nur noch im Bedarfsfall. Taffertshofer will bei den „Löwen“ Profi werden, unbedingt.

Die Sechziger werden gerühmt für ihre Nachwuchsarbeit und die Transparenz zwischen Amateur- und Profi-Fußball. Die Bender-Zwillinge, Kevin Volland, Moritz Leitner oder Fabian Johnson sind nur einige Bundesligakicker, die aus der Nachwuchs-Abteilung des TSV 1860 kommen. Folgt mit Taffertshofer ein weiterer? „Im Endeffekt liegt es an jedem selbst“, sagt der 20-Jährige selbstbewusst.

Aktuell möchte sich Taffertshofer einen festen Platz im Profikader erstreiten. Sein Debüt gegen den Karlsruher SC habe er dahingehend als „großen Schritt“ empfunden. Sah wohl auch der Cheftrainer so. Benno Möhlmann, bei dieser Partie selbst Debütant beim TSV 1860, ordnete die Leistung seines Novizen hinterher als „ordentlich und solide“ ein. Zwei Stunden zuvor war Taffertshofers Innenleben kurzzeitig aus den Fugen geraten. „Etwas aufgeregt“ sei er gewesen. Beim Einlauf der Mannschaften sogar „richtig nervös“. Aber eigentlich habe er sich „mehr gefreut“. Die Atmosphäre im Stadion, die Zweite Bundesliga – „alles richtig geil“. Nach dem Anpfiff sei dann alles „ganz normal“ gewesen.

Taffertshofer ist ein unspektakulärer, aber sehr effektiver Spieler. Er ahnt Situationen voraus, spielt schnörkellose, einfache Bälle. „Das wurde von mir verlangt“, so der 20-Jährige. Die Ansprüche steigen erst mit der wachsenden Zahl an Einsätzen. Dann soll er neben der Raumkontrolle auch „Bälle vertikal spielen, Angriffe einleiten.“ Das aber sei nicht so einfach, räumt Taffertshofer ein.

Doch noch ist Zeit zum Lernen. Taffertshofers Vertrag läuft bis zum Ende dieser Saison, mit einjähriger Option. Und wenn die gesperrten oder verletzten Milos Degenek, Dominik Stahl und Kai Bülow zurückkehren, heißt es erst mal, sich gegen etablierte Konkurrenten durchzusetzen. Der 20-Jährige spricht von „entscheidenden Jahren“ im Hinblick auf die mögliche Profikarriere. Der Abertshausener ist ein Spielertyp, dem man den großen Wurf durchaus zutraut. Ein ruhiger Vertreter seiner Zunft. Keine Tatoos, keine skurrile Frisur. Ein Fußballer ohne Attitüden. Trocken bestätigt er, sich nicht groß mit Äußerlichkeiten aufzuhalten. „Es zählt nur auf dem Platz.“ Und da ist Taffertshofer nachweislich eine verlässliche Konstante.

Das Regionalliga-Derby gegen seinen Bruder Uli, der seit dieser Saison bei der SpVgg Unterhaching spielt, verpasste Emanuel Taffertshofer wegen der Berufung in den Profi-Kader. Doch es gibt Schlimmeres, etwa eine Rückversetzung in die zweite Mannschaft oder die Auswechslung gegen den KSC nach 77 Minuten zu Gunsten einer offensiveren Ausrichtung der Mannschaft. Doch nach diesem ersten Einsatz hat Taffertshofer Blut geleckt. Er weiß jetzt: „Ich kann es schaffen.“

Quelle: fussball-vorort.de

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