"Es läuft nicht immer wie bei Chelsea"

Wie 1860 in England wahrgenommen wird

So titelte der Guardian vor einigen Tagen.

München - Jetzt machen die Löwen schon in England Schlagzeilen – und das aus dem Tabellenkeller der Zweiten Liga heraus! Jason Humphreys ist Kolumnist beim Guardian und schreibt in der tz, wie die Sechzger in England wahrgenommen werden.

Jetzt machen die Löwen schon in England Schlagzeilen – und das aus dem Tabellenkeller der Zweiten Liga heraus! Man muss eben nicht immer nur im Kampf um die Champions-League-Krone mitmischen oder durch verrückte Angebote den Transfermarkt durcheinanderwirbeln. Man muss man einfach, nun ja, besonders sein. Die Geschichte des derzeit unbekannteren Münchner Vereins mit seinen Höhen und Tiefen und diesem spektakulären Relegationsspiel hat für Aufmerksamkeit gesorgt.

Jason Humphreys ist Kolumnist beim Guardian und schreibt in der tz, wie die Sechzger in England wahrgenommen werden.

In jedem Jahrzehnt war was los…

"Bei uns in England ist es so: Jeder Fußballfan kennt den FC Bayern. Die kommen einmal pro Jahr auf die Insel und machen uns fertig. Leider wissen viele nicht, dass es da noch einen zweiten Verein in München gibt. Oder sie kennen ihn, wissen aber nicht so recht, welche Rolle er spielt.

Jason Humphreys

Ich wollte das ändern. Seit ein paar Jahren wohne und arbeite ich in Deutschland und verfolge mit großer Freude die Bundesliga. Allerdings interessiere ich mich auch sehr für die Underdogs. Da habe ich mir irgendwann die Frage gestellt, wie es um den TSV 1860 steht. Im Fernsehen sieht man den Klub ja nicht allzu häufig. Dann kam diese Relegation, und ich habe genauer hingeschaut, habe Daten und Fakten recherchiert, intensiv nachgeforscht. Am Anfang war das noch ein Hobby, dann wurde es mehr und mehr zu einer Leidenschaft. Ich würde sagen, der Verein ist mir ans Herz gewachsen. Ich war beeindruckt und geschockt, was in diesem Klub schon alles passiert ist. Eigentlich ist ja in jedem Jahrzehnt irgendetwas gewesen.

Und genau darüber habe ich den Artikel für den Guardian geschrieben, obwohl es auch ein Buch hätte werden können. Eine der drängendsten Fragen der heutigen Zeit ist für mich, warum es mit der Lösung durch den Investor nicht geklappt hat. Bei uns in England ist das schließlich ein Modell, das man kennt. Bei den Löwen zeigt sich, wie problematisch es ist, wenn der Investor nichts mit Fußball zu tun hat. Das gibt es ja häufiger. Nicht immer läuft es wie bei Chelsea und Herrn Abramowitsch, der den Fußball liebt und sein Projekt pflegt. Es ist so schade, dass es in München nicht geklappt hat. Selbstverständlich werde ich den Verein aber weiterhin verfolgen.

Seit 2007 wohne ich in der Nähe von Stuttgart, von Anfang an wollte ich mir einen Verein suchen, mit dem ich mitfiebern kann. Ich hatte es mal mit dem VfB versucht, das hat irgendwie nicht recht geklappt. Nun bin ich eben bei 1860 gelandet."

Hier können Sie den Artikel im Guardian lesen.

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