Coach Ersin Demir im Interview

Kampfansage von Löwen-Verfolger Ingolstadt: „Druck machen“

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Ersin Demir ist Trainer bei Ingolstadt II.

Wer ist Löwen-Verfolger Nummer Eins in dieser Saison? Aktuell nicht die hochgehandelten Schweinfurter oder Bayern, sondern Ingolstadt II! Coach Ersin Demir spricht über die Lage an der Donau.

München/Ingolstadt - Der FC Ingolstadt II steht derzeit mit 32 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz der Regionalliga Bayern. Mit einem Sieg am Samstag in Pipinsried könnten die kleinen Schanzer bis auf drei Punkte an die Löwen heranrücken. Wir haben mit Trainer Ersin Demir gesprochen.

Herr Demir, wie fühlt es sich an, der Löwen-Verfolger zu sein?

Ersin Demir (lacht): Das fühlt sich natürlich schön an, wenn man oben ist. Es dreht sich bei uns aber immer noch um die Ausbildung. Der Blick auf die Tabelle ist schön für die Jungs. Sie stehen jetzt mehr im Mittelpunkt.

„Wenn kein anderer aufsteigen will ...“

Sie haben mit Ingolstadt II sieben Spiele in Folge gewonnen. Bei einem Sieg am Samstag in Pipinsried würden Sie nur noch drei Punkte hinter 1860 liegen. Kommt da keine Ansage nach München?

Ersin Demir: Nein, das können wir nicht machen. Wir haben ein anderes Ziel und eine andere Marschroute als den Aufstieg. Ziel bleibt es, Spieler in die Profimannschaft zu bringen und auszubilden. Dass wir so gut dastehen ist schön und wir genießen es. Wenn wir 1860 ein bisschen Druck machen können, freut uns das. Der Aufstieg ist nicht das Ziel. Wenn aber kein anderer aufsteigen will, wir den Lauf weiterführen können und 1860 dann schwächelt – dann können wir in der Liga auch Erster werden. Der Blick auf die Tabelle ist aber derzeit nur eine Momentaufnahme.

„Die Jungs ziehen hervorragend mit“

Wie erklären Sie sich die Stärke Ihrer Mannschaft? Am ersten Spieltag gab es gleich eine 0:5-Klatsche bei den kleinen Bayern, dann wurde Stefan Leitl zur ersten Mannschaft hochgezogen – trotzdem funktioniert die Mannschaft.

Ersin Demir: Wir haben auch reagiert und uns nach den ersten Spielen nochmal mit Führungsspielern verstärkt (Marcel Schiller, Albano Gashi, Jonatan Kotzke, d. Red.). Wir haben gesehen, dass es eine schwierige Saison wird. Die Transfers haben gegriffen, die Jungs ziehen hervorragend mit, das Trainingsniveau hat sich erhöht. Durch die Trainerwechsel ist die Mannschaft auch nochmal zusammengewachsen. Jeder musste mehr Verantwortung übernehmen. In den Spielen sind wir effizient bei der Chancenverwertung und hinten arbeiten wir gut. Dazu sind wir sehr ausgeglichen bei unseren Torchancen. Momentan passt es einfach. Davon dürfen wir uns aber nicht blenden lassen. Das ist alles schön und gut mit der Serie – aber die Saison ist noch lang.

Überrascht Sie die derzeitige Schwächephase der Löwen?

Ersin Demir: Nein, dass überrascht mich nicht. Keine Mannschaft ist so stark, dass sie 38 Spiele durchmarschiert – bis auf Unterhaching im letzten Jahr. Ich denke aber, dass Sechzig die Phase schnell überwinden und dann die Liga weiter dominieren wird. Ich gehe stark davon aus, dass sie am Ende oben stehen werden, alles andere wäre eine Überraschung. Ich rechne übrigens auch noch mit Schweinfurt. Nach dem Pokal-Aus werden sie den Fokus jetzt mehr auf die Liga setzten. Es sind noch genügend Spiele.

Könnten die Bayern auch noch ein Wörtchen mitreden?

Ersin Demir: Sicherlich! Wenn man eine Serie hat, ist man ganz schnell wieder oben. Aber auch Nürnberg und Augsburg sind stark. Man muss da wirklich von Woche zu Woche schauen.

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