„Mir wurde komplett andere Situation versprochen“

Eichin: 1860 war die schlimmste Zeit meiner Karriere

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Thomas Eichin bei einem seiner letzten Auftritte an der Gründwalder Straße.

Das Intermezzo TSV 1860 war für Thomas Eichin schnell wieder beendet. Nur gut fünf Monate war er Geschäftsführer bei den Löwen. Für ihn keine wirklich einfache Zeit.

Thomas Eichin hat die Seiten gewechselt. Nachdem er dem Eishockey-Verein Kölner Haie und dem SV Werder Bremen sowie von Juli bis November 2016 dem TSV 1860 als Geschäftsführer vorstand, berät der heute 50-Jährige selbst Spieler. In einem Interview mit Sport1 erzählt Eichin über die Erfahrungen, die er bei den Löwen gemacht hat. Und die waren alles andere als gut.

„Ich musste mich fünf Monate lang von Sechzig erholen“

In seinem neuen Job als Geschäftsführer von „SAM Sports“ berät Thomas Eichin jetzt Spieler. Der Druck sei geringer als bei einem großen Klub, jedoch sei der Terminplan etwas stressiger, erzählt der gebürtiger Freiburger. Dem Fußball bleibe er aber weiter treu. Bei einem Verein zu arbeiten, darauf hatte der 50-Jährige irgendwie keine Lust mehr: „Ich musste mich fünf Monate lang von Sechzig erholen, bis ich bereit war, überhaupt über etwas Neues nachzudenken.“ Er habe einige stressige Jobs gehabt, die Fast-Insolvenz mit Köln oder der Abstiegskampf mit Werder hätten ihn schon „psychisch belastet“. Aber die Erlebnisse bei 1860 hätten alles getoppt und seien in Worten nicht zu beschreiben gewesen. Die Belastung auch im Nachhinein sei sehr hoch gewesen, am Ende sei Eichin froh, „da am Ende vernünftig raus gekommen zu sein.“ Zumal die Scheidung ja sogar vor Gericht landete, da Eichin über Monate kein Gehalt erhielt.

„Ich wusste im Vorfeld, worauf ich mich einlasse. Dass es dann so krass werden würde, hätte ich nicht gedacht“, erzählt der frühere Löwen-Geschäftsführer weiter. Die Arbeitsweise sei völlig unnormal gewesen und ihm im Fußball noch nie passiert. Es sei die schlimmste Zeit seiner Karriere gewesen, in allen Bereichen habe er noch nie so wenig Einfluss als Geschäftsführer gehabt. „1860 hat mich gelähmt. Mir wurde eine komplett andere Situation versprochen, als ich sie dann vorfand.“

Eichin bereut Intermezzo bei 1860 nicht

Den Schritt gegangen zu sein, bereut Thomas Eichin aber nicht, es sei „dennoch eine Erfahrung“ gewesen. Mit Trainer Kosta Runjaic und Scout Peer Jaekel wollte man einiges bewegen, doch die Arbeit bei 1860 sei unmöglich gewesen. 

Gegen Hasan Iskmaik will er „nicht nachtreten“. Der Kader sollte runderneuert werden, doch Eichin sei gerade einmal an maximal 30 Prozent unmittelbar beteiligt gewesen. „Doch das war von Beginn an nicht möglich, weil die Störfeuer zu groß waren.“

Obwohl Thomas Eichin und der TSV 1860 eher im Schlechten auseinander gingen, hofft der 50-Jährige, „dass die Löwen den richtigen Weg einschlagen“.

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tor

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