Dortmund besiegt "Fluch von Berlin" - Triumph für Tuchel

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"Warum hat nie jemand bei mir angerufen?"

Bayer-Boss Völler wollte 1860 mit Spielern helfen

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Rudi Völler vor einem halben Jahr im Stadion an der Grünwalder Straße beim Benefizspiel für den erkrankten Olaf Bodden.

München - In der Transferpolitik des TSV 1860 München liefen in der Vergangenheit viele Dinge gehörig schief. Ex-Löwe Rudi Völler klagt: Er hätte den Löwen gerne mit Spielern geholfen.

Es war am 26. Mai dieses Jahres im Stadion an der Grünwalder Straße. Das zweite Benefizspiel für den schwer erkrankten Olaf Bodden stand an, und wie schon bei der ersten Partie war auch diesmal wieder Rudi Völler aus Leverkusen eingeflogen, um eines der beiden Promi-Teams zu coachen. Zum einen, weil auch ihm das Schicksal von Bodden, dem ehemaligen Kraftprotz im Löwen-Sturm naheging, zum anderen, weil auch Völler einst, Anfang der Achzigerjahre, für den TSV 1860 auf Torejagd gegangen ist und ihm der Verein ans Herz gewachsen ist.

Völler: "Ich hätte gern geholfen"

Und gerade im vergangenen Mai bangte Völler, wie alle blauen Anhänger, um den Traditionsverein von der Grünwalder Straße. Denn ein paar Tage später standen die Relegations-Duelle mit Holstein Kiel an, in denen für die Löwen der Klassenerhalt in der Zweiten Liga auf dem Spiel stand. Völler unterhielt sich mit mehreren alten Bekannten darüber, wie es so weit kommen konnte und man landete schnell bei der unterirdischen Transferpolitik, die in der Ära Mayrhofer/Poschner an den Tag gelegt wurde. „Warum hat eigentlich nie jemand von Sechzig mal bei mir wegen Spielern angerufen?“, fragte Völler ein ehemaliges Präsidiumsmitglied, mit dem er gut befreundet ist. „Ich hätte gern geholfen.“ 

Denn Leverkusen ist bekannt dafür, großartige Talente zu besitzen, die meistens erst mal an andere Vereine verliehen werden, um ihnen Spielpraxis zukommen zu lassen. Die prominentesten Beispiele sind Christoph Kramer und Karim Bellarabi, die über den Umweg Zweite Liga ­(Bochum bzw. Braunschweig) sogar den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft haben. 

Derzeit sind die Löwen wieder mal auf der Suche nach Verstärkungen, aber ausbaufähige Talente sind angesichts der prekären Tabellensituation nicht als Lösung angesagt. Hilfsangebote wie von Völler sollte man aber, sofern in Sachen Klassenerhalt doch noch alles gut geht, dann im Sommer in Angriff nehmen. 

Möhlmann fordert "Handwerker"

Was bei den Löwen jetzt gefragt ist und was nicht, das umriss Benno Möhlmann gestern in klaren Worten. „Wir brauchen Handwerker“, sagte er, „Spieler, die ihr Handwerk verstehen und sich nicht von äußeren Umständen beeinflussen lassen. Rastellis oder Filigrantechniker zu verpflichten, darum geht es jetzt nicht.“ 

Handwerker, die den harten und angesichts der bedrohlichen Tabellensituation immer härter werdenden Zweitligaalltag zu bewältigen wissen. Eine Frage der Psyche. Möhlmann: „Im Pokal haben wir zwei Bundesligisten ausgeschaltet. Das hatte seinen Grund auch darin, dass wir uns gegen diese Gegner (Hoffenheim und Mainz, d. Red.) in der Außenseiterposition befanden. Da konnte die Mannschaft einfach befreiter aufspielen als in der Liga.“ 

Claudius Mayer

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