Ex-Löwe Stark spricht über seine Zeit bei 1860 München

Yannick Stark: „Ich traue den Löwen den Aufstieg zu“

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Yannick Stark im Interview über seine Zeit beim TSV 1860 München. 

Der ehemalige Spieler des TSV 1860 München spricht vor dem Duell gegen den Ex-Verein über die Trainer, seinen Wechsel zu Dresden und den Löwen - Aufstieg. 

München – Beim TSV 1860 wurde er sportlich nicht glücklich, nach Comebacks in Darmstadt und beim FSV Frankfurt ist Yannick Stark (30) nun bei Dynamo Dresden gelandet. Am Sonntag trifft er somit auf die Löwen.

Yannick Stark, was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an 1860 denken?

Nach wie vor ein geiler Verein, bei dem ich auch gute Zeiten erleben durfte und echte Freunde gefunden habe. Vitus Eicher, Markus Schwabl – da ist der Kontakt immer noch ganz eng.

Was hätten Sie im Rückblick lieber anders gemacht?

Schwer zu sagen. Es hat ja gut angefangen damals, die erste Saison war solide. Und dann kam der große Cut (unter Sportchef Gerhard Poschner, d. Red.), der meiner Meinung nach gar nicht nötig war. Als im Winter dann noch Anthony Annan für meine Position geholt wurde, da war mir klar, dass nicht mehr auf mich gesetzt wird. Das war’s.

Yannick Schwarz spielte unter vier Trainern beim TSV 1860 München

Sie haben in München vier Trainer erlebt: Alex Schmidt, Markus von Ahlen, Friedhelm Funkel und Ricardo Moniz. Ein Satz zu jedem?

Alex Schmidt ist ein sehr guter Trainer und Typ. Schade, dass er ohne echte Not entlassen wurde. Zu Markus von Ahlen kann ich nicht viel sagen: akribischer Arbeiter. Friedhelm Funkel hat mit seiner Art und Erfahrung eigentlich super zu 1860 gepasst, aber auch bei ihm hatte man keine Geduld. Dass er erfolgreich sein kann, hat er danach eindrucksvoll in Düsseldorf bewiesen. Und Ricardo Moniz, das war ein Fußballverrückter, ein Besessener, der groß gedacht hat. Das war damals die härteste Sommer-Vorbereitung meines Lebens (lacht). Moniz hätte ein erfahrener Co-Trainer gutgetan.

Nach dem Weggang in der Winterpause 2015/16 kamen Sie vom Regen in die Traufe.

In Darmstadt hat alles funktioniert, die Mannschaft ist in die Bundesliga durchmarschiert, für mich war es schwer, sportlich Fuß zu fassen. Auch danach in der Bundesliga.

Ex-Löwe Yannick Schwarz zu Abstieg und Privatcoach

Statt den Traum zu leben, stiegen Sie als Leihspieler mit dem FSV Frankfurt aus der Dritten Liga ab.

Nicht das schönste Kapitel meiner Karriere, trotzdem hab ich beim FSV wieder zur Wettkampfhärte gefunden. Das war das Positive im Negativen.

Welche Rolle spielte Ihr Privatcoach Nunzio Esposito (arbeitet u.a. mit Nationalspieler Ridle Baku, d. Red.), den Sie 2017 engagierten?

Er hat mir enorm geholfen, nicht nur was die Fitness angeht. Das ist das Rundum-Paket aus Körper und Kopf, die Umdeutung des Negativen in ein Geschenk, wie er es nennt. Ein Glücksfall für mich.

Trotzdem waren Sie im Sommer einer der Härtefälle in Darmstadt. Aus Corona-Spargründen wurde Ihr Vertrag nicht verlängert.

Das war im ersten Moment schon ein Schlag, weil ich wirklich gut drauf war. Aber ich hab mich nicht entmutigen lassen. Als die Anfrage aus Dresden kam, musste ich nicht lang überlegen. Der Verein ist gut aufgestellt, hat Tradition – ich wusste, das kann eine unvergessliche Zeit werden.

Nicht glücklich geworden als Löwe: Yannick Stark erlebte während seiner Zeit bei 1860 vier verschiedene Trainer.

Nach drei Niederlagen aus den jüngsten vier Spielen ist die Stimmung im Umfeld schon ziemlich angespannt. Wie sieht’s in der Kabine aus?

Wir sind unzufrieden und gehen hart mit uns ins Gericht. Aber von Panik sind wir weit weg. So ein Umbruch dauert einfach. Trotzdem müssen wir jetzt endlich mehr Konstanz reinbringen.

Mit 1860 kommt am Sonntag eine der punktbesten Auswärtsmannschaften ins Harbig-Stadion. Was erwarten Sie für ein Spiel?

Sechzig ist ein unangenehmes Team, die stehen zu Recht da oben. Das wird eine verdammt harte Aufgabe.

Trauen Sie den Löwen den Aufstieg zu?

Absolut! Sie waren im Sommer schon nah dran und haben sich jetzt noch mal verstärkt. Es würde mich wundern, wenn sie nicht bis zum Schluss vorne mit dabei bleiben.

Interview: Ludwig Krammer

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