"Gerüst wäre dagewesen"

Ex-Löwe Stark kritisiert 1860-Umbruch im Sommer

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Yannick Stark im 1860-Trainingslager in Marbella im Januar. Jetzt spielt er für Darmstadt 98.-

München/Darmstadt - Am Sonntag steht schon das Wiedersehen von Yannick Stark und den Löwen an. Er kritisiert den Umbruch bei 1860 im Sommer und fürchtet den weiß-blauen Super-GAU.

Vor zwei Wochen noch ein Kollege, am Sonntag einer der Gegner – Yannick Stark (24) empfängt mit Überraschungs-Aufsteiger Darmstadt 98 den schwer angeschlagenen TSV 1860. Das Interview vor dem Duell am Böllenfalltor.

Yannick, wie groß ist die Gefahr, dass Sie am Sonntag in die falsche Richtung spielen?

Yannick Stark: (lacht) Ich hoffe, dass ich's hinbekommen werd'. Klar, die Zeit war schon kurz jetzt bis zum Wiedersehen. Im Prinzip kenn ich die Münchner Jungs besser als die aktuelle Truppe in Darmstadt.

Wie war der Empfang in der alten Heimat?

Yannick Stark: Sehr herzlich. Die Mannschaft hat mich super aufgenommen, die Fans haben mich mit Sprechchören empfangen, als ich in Aalen eingewechselt worden bin. Es ist schön, Vertrauen zu spüren.

Vertrauen, das es bei 1860 schon länger nicht mehr gab.

Yannick Stark: Es war offensichtlich, dass da im Sommer schon keine große Wertschätzung mehr vorhanden war. Als es dann hieß, dass im Winter auf meiner Position nochmal nachgelegt werden soll, konnte ich mir ausrechnen, was das bedeutet.

Letztlich haben Sie den Wechsel mehr oder weniger erzwungen mit Ihrer Weigerung, am Test im Trainigslager gegen Videoton teilzunehmen.

Yannick Stark: Ich denke, dazu wurde von beiden Seiten alles gesagt, belassen wir's dabei. Ich will jetzt auch nicht mehr nachtreten oder Öl ins Feuer gießen. Die Situation bei 1860 ist angespannt genug.

Wie erwarten Sie die Löwen am Sonntag?

Yannick Stark: Sechzig ist eine Wundertüte auswärts. Wer hätte in der Hinrunde gedacht, dass wir Bochum 3:0 wegknallen oder bei Union 4:1 gewinnen? Aber Darmstadt ist natürlich schon ne Macht zu Hause, die Mannschaft hat eine breite Brust und macht sich keinen Stress. Ich freu mich auf das Spiel. Für mich geht’s darum, dass ich hier mit dem Vertrauen im Rücken wieder an meine alten Leistungen anknüpfen kann.

Wie lässt sich Ihre Zeit bei 1860 kurz und knapp zusammenfassen?

Yannick Stark: Privat war's eine schöne Zeit. Ich hab Freunde gefunden, bin selbständig geworden dadurch, dass ich zum ersten Mal komplett auf eigenen Beinen stehen musste. Aber sportlich war's natürlich unbefriedigend. Ich bin unter meinen Erwartungen geblieben und unter denen des Vereins. Unter Alex Schmidt hat's gut angefangen für mich, dann ist relativ schnell alles auseinandergebrochen. Ich hab in anderthalb Jahren vier Trainer erlebt, das sagt ja schon einiges.

Bilder: Okotie rastet im Löwen-Training aus

Bilder: Okotie rastet im Löwen-Training aus

Wie erklären Sie sich die Höllenfahrt in dieser Saison?

Yannick Stark: Da kommt einiges zusammen, das ist nicht leicht zu analysieren.

Ein Versuch?

Yannick Stark: Ohne jetzt anmaßend zu sein, aber ich denke, dass nach der letzten Saison eigentlich ein Gerüst dagewesen wäre, auf das man hätte aufbauen können. Gut, die Entscheidung ist anders getroffen worden, für den totalen Cut. Jetzt geht’s darum, die Klasse zu halten. Da erzähl ich nichts Neues.

Welche Überlebens-Chancen geben Sie den Löwen?

Yannick Stark: Ich hoffe für die Mannschaft und die Fans, dass sie es schaffen, aber es wird sehr schwer. Aue ist wieder richtig am Leben, Aalen und Sandhausen kennen sich aus im Abstiegskampf. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es einen großen Verein erwischt. Und das soll nicht Sechzig sein.

Interview: lk

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