Ein verlorener Sohn kehrt heim

Ex-Löwe Ziereis kommt als Spitzenreiter zurück

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Markus Ziereis gehörte zur erfolgreichen U21-Mannschaft, die 2012/2013 Meister wurde.

Regensburg - Ex-Löwe Markus Ziereis spielt wieder bei seinem Ausbildungs-Klub Jahn Regensburg. Am Sonntag tritt er gegen 1860 II an.

Aufregende Tage sind das, die Markus Ziereis derzeit erlebt. Dabei ist es keineswegs so, dass die zurückliegenden Wochen im Leben des 23-jährigen Stürmers ereignislos verlaufen wären. Im Gegenteil: Erst im Sommer war der gebürtige Rodinger (Lkr. Cham) nach einigen Wanderjahren wieder zurückgekehrt zu seinem ersten Ausbildungsklub Jahn Regensburg. Dorthin war Ziereis mit zwölf Jahren gewechselt. Noch vor seinem 15. Geburtstag wagte er den Sprung aus der Oberpfalz in die bayerische Landeshauptstadt, um sich beim TSV 1860 zum Fußballprofi ausbilden zu lassen.

Nach drei ertragreichen Jahren in der Jugend erhielt er prompt einen Vertrag. Der junge Angreifer aber offenbarte Anpassungsschwierigkeiten beim Schritt vom Junioren- zum Herrenfußball. Plötzlich schoss er keine Tore am Fließband mehr. Erst in der dritten Saison startete Ziereis durch. In der ersten Spielzeit der neugeschaffenen Regionalliga Bayern (2012/ 13) trug er mit 22 Treffern maßgeblich zur Meisterschaft der U 21 bei. Erst in den Aufstiegsspielen scheiterten die Junglöwen seinerzeit an der SV Elversberg (2:3, 1:1).

Ziereis, der in dieser Saison unter seinem vormaligen Jugendtrainer Alexander Schmidt zudem auf vier Einsätze in der zweiten Liga kam, aber war zu einem begehrten Spekulationsobjekt auf dem Transfermarkt geworden. Den Zuschlag erhielt Zweitligist FSV Frankfurt.

In Hessen allerdings „war es schwer“, erzählt Ziereis, „ausschlaggebend war die schwierige Tabellensituation, da hat der Trainer eher auf routinierte Kräfte gesetzt“. So schloss er sich nach einer halbjährigen Leihe nach Darmstadt im Sommer 2014 dem Chemnitzer FC an. Nach gutem Start warf ihn ein Innenbandriss im Knie zurück, sodass er sich auch beim sächsischen Drittligisten keinen Stammplatz erarbeiten konnte.

Ein „absolutes Highlight“, wie er erzählt, erlebte er aber doch in Chemnitz. In der ersten DFB-Pokal-Runde schaltete der CFC Bundesligist Mainz 05 mit 10:9 nach Elfmeterschießen aus. Nach 90 Minuten hatte es 3:3 geheißen, nach 120 Minuten 5:5, Ziereis hatte mit dem Treffer zum 4:3 seinen Teil zu diesem denkwürdigen Spektakel beigetragen.

Glücklich wurde er dennoch auch dort nicht, weshalb er im Sommer heimkehrte nach Regensburg. Obwohl der Jahn gerade erst aus der 3. Liga abgestiegen war, hatte Ziereis gute Gründe: „Ich kenne die Mannschaft, meine Familie wohnt in der Nähe, meine Freunde sind dort und Regensburg ist einfach eine Hammerstadt.“ Deshalb sei er „froh, diesen Schritt gemacht zu haben“. Kein Wunder, läuft es doch seither wie am Schnürchen. Für den Ex-Löwen und für sein Team. Mit einer unwiderstehlichen Siegesserie platzierte sich der Jahn vom Start weg an der Spitze. Und Ziereis führt mit sieben Treffern die Torschützenliste an.

Die wirklichen Höhepunkte aber stehen erst in diesen Tagen auf dem Programm. Am Donnerstagabend wurde der FC Bayern im mit über 15 000 Zuschauern ausverkauften Regensburger Stadion in einem Testspiel mit 3:1 besiegt, Ziereis steuerte den Treffer zum Endstand bei. Und am Sonntag (14 Uhr) gastiert der Ex-Münchner mit dem Jahn bei der Reserve des TSV 1860, mit deren Trainer Daniel Bierofka er einst noch zusammen spielte. „Natürlich“, bekennt der Strafraumstürmer, „ist es ein besonderes Spiel, allein schon, weil es immer ein Highlight ist, im Grünwalder Stadion aufzulaufen.“ Fünf Wochen später empfängt Regensburg erneut den FC Bayern – dessen zweite Mannschaft. Das Stadion aber wird beim Gipfeltreffen der Regionalliga Bayern wohl abermals ausverkauft sein. Möchte doch nicht nur Ziereis zurück in die 3. Liga. „Es gäbe für mich nichts Schöneres“, betont er, „als mit dem Jahn wieder aufzusteigen“. Mit möglichst vielen Ziereis-Toren, versteht sich.

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