Klare Worte von Ex-Cottbus-Sportchef

Experte ätzt: "Mit von Ahlen kann es nicht gut gehen"

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Christian Beeck, ehemals Profi und auch Sportdirektor bei Union Berlin und Energie Cottbus.

München - Nach der blamablen 1:4-Niederlage bei Erzgebirge Aue ist der TSV 1860 München am Tiefpunkt angekommen. Der Zweitliga-Experte von Sport1 äußert harsche Kritik an den Vereinsverantwortlichen der Löwen.

Vom selbsternannten Aufstiegskandidaten hin zum Vorletzten der zweiten Bundesliga. Anspruch und Wirklichkeit klaffen beim TSV 1860 München derzeit weit auseinander. Die aktuelle Situation nimmt Sport1-Experte Christian Beeck (einst Profi und auch Sportdirektor bei Union Berlin und Energie Cottbus) zum Anlass, um zum Rundumschlag gegen die Münchner Löwen auszuholen. Ex-Trainer Reiner Maurer äußert sich hingegen zurückhaltender.

Die Niederlage in Aue und das Abstürzen auf Platz 17 bezeichnet Beeck bei Sport1 als "Tiefpunkt vom Tiefpunkt". Weiter meint er: "Der Verein hat wieder mal vom Aufstieg geredet und spielt jetzt um den Klassenerhalt. Was bei dem Aufwand da rauskommt, ist desolat."

An Sportdirektor Gerhard Poschner lässt Beeck ebenfalls kein gutes Haar. "Kollege Poschner ist nicht nur angezählt, er muss sich mal intensiv hinterfragen, was er da die ganze Zeit gemacht hat." Die Mannschaft sei "null homogen" und habe "überhaupt keine Balance". Nach der Vertragsauflösung mit dem ehemaligen Sportdirektor Florian Hinterberger habe sich, "außer dass es ein bisschen spanischer geworden ist", nichts geändert, schimpft Beeck.

Ähnlich kritisch äußert sich der Reiner Maurer, der in seinen beiden Amtszeiten von 2004 bis 2006 und 2010 bis 2012 immer noch den besten Punkteschnitt als Sechzig-Trainer der vergangenen zehn Jahre vorweisen kann. Durch den großen Umbruch mit zahlreichen Spielern, denen Liga und Sprache bislang unbekannt waren, sei laut Maurer eine Gruppendynamik erfolgt, "die eine große negative Auswirkung haben kann."

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Für den neuen Cheftrainer Markus von Ahlen wird es laut Maurer nicht einfach. In Anspielung auf die Aussage von Ricardo Moniz, man wolle Meister werden, sagt der Ex-Coach: "Wenn man Trainer bei den Löwen wird, ist es relativ egal, welche Aussage man trifft. Wenn der Erfolg aber ausbleibt, bekommt man jede Aussage um die Ohren gehauen." Für jeden anderen Trainer sei es dann schwierig, erfolgreich zu arbeiten. "Das wird für Markus von Ahlen nicht anders sein."

Drastischer sieht es hingegen Beeck. "Mit von Ahlen kann das nicht gut gehen. Bei dem Chaos niemals." Nach der Entlassung von Ricardo Moniz müsse man einen komplett neuen Mann holen. "Der Co-Trainer, der in dem gleichen Saft schmort, ist plötzlich der Chef. Das ist eine glatte 6, was da abgeht."

Mit seinen schonungslosen Aussagen dürfte sich Christian Beeck keine großen Freunde in Giesing gemacht haben.

ep

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