Coach Köllner: „Auf ihn kannst du dich immer verlassen“

Fabian Greilinger: Der belebende Vollgas-Löwe beim TSV 1860

Premiere! Fabian Greilinger bejubelt sein erstes Drittligator. Und Sascha Mölders freut sich mit ihm. 
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Premiere! Fabian Greilinger bejubelt sein erstes Drittligator. Und Sascha Mölders freut sich mit ihm. 

Florian Greilinger hat im Derby gegen Türkgücü München seinen ersten Liga-Treffer für den TSV 1860 erzielt. Trainer Michael Köllner lobt den 20-jährigen Newcomer.

  • Fabian Greilinger kommt in der neuen Saison der 3. Liga immer besser in Fahrt und konnte am vergangenen Wochenende mit dem Treffer zur 1:0-Führung im Derby gegen Türkgücü München überzeugen. 
  • Trainer Michael Köllner lobt die Einstellung des 20-Jährigen. 
  • Den Weg seines Zimmerkollegen Dennis Dressel nimmt sich Greilinger beim TSV 1860 zum Vorbild.

München– Spurt aus der Tiefe des Mittelfeldes, Blick nach rechts zu Daniel Wein – gekonnte Ballannahme, kurz zurechtgelegt die Kugel und rein ins entfernte Eck. Der Vorstoß, den Fabian Greilinger gegen Türkgücü mit dem 1:0 abschloss, war ein Treffer der Marke „kaltschnäuzig“. Um in einem Derby derart cool zuzuschlagen, braucht man Selbstvertrauen, technische Finesse – und möglichst eine gewisse Routine. Dabei war es ein Premierenerlebnis für den jungen Linksaußen der Löwen: Greilingers erster Treffer in der 3. Liga.

Michael Köllner über Fabian Greilinger: „Auf ihn kannst du dich immer verlassen“

Nicht jeder hatte damit gerechnet, dass der 20-Jährige in dem für 1860 wegweisenden Derby auflaufen würde. Chemnitz-Import Erik Tallig (881 Einsatzminuten bis Samstag) saß nach abgesessener Sperre auf der Bank, Greilinger (266 Minuten) stand in der Startelf – weil Michael Köllner den Eindruck gewonnen hatte, seinen zuletzt etwas schwerfälligen Löwen eine kleine Frischzellenkur verpassen zu müssen. „Auf ihn kannst du dich immer verlassen“, begründete der Coach die Hereinnahme des Eigengewächses: „Schon gegen Halle, als er von Anfang an ran durfte, hat er gut gespielt.“ Was für Greilinger spreche: „Er gibt immer alles für die Mannschaft. Deshalb freut es mich, dass er sich mit einem Tor belohnen konnte.“

Eine Vollgas-Mentalität, die Greilinger im Sommer-Interview mit unserer Zeitung näher erläutert hatte. Es sei noch nie seine Art gewesen, „eine Lätschn zu ziehen“, wenn er mal nicht zum Einsatz komme, versicherte der Youngster. Stattdessen laute sein Motto, wann immer ein Ball im Spiel ist: „Alles geben, reinhauen, was geht.“ So sei er frühkindlich in seiner tiefblauen Familie geprägt worden: „Ich bin auch kein Grübler, der immer im Was-wäre-wenn denkt. Zu viel grübeln, da versinkst du im Loch.“

TSV 1860: Greilinger will „so oft es geht“ mit Dennis Dressel auf dem Platz stehen

Mehr als zwölf Einsätze hatte sich Greilinger für sein zweites Profijahr vorgenommen, „das ist mein Ziel“. Stand jetzt läuft es besser als geplant: Nach 13 Spieltagen stehen neun Einsätze für ihn zu Buche. Vorbild sei Dennis Dressel, der in dieser Saison richtig durchstartet: „Wir zwei verstehen uns sehr gut, im Trainingslager sind wir zusammen auf dem Zimmer – und ich wär froh, wenn wir so oft es geht miteinander auf dem Platz stehen könnten.“

Dass Dressel sich erst mal vom Platz verabschiedet hat, findet Greilinger überzogen, wie er im BR-Interview sagte („Niemals eine Rote Karte“). Andererseits wird nun eine Planstelle frei, was seine Chancen erhöht, auch in den nächsten Spielen Köllners Stammelf zu beleben.

(Uli Kellner)

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