„Karim kriegt sein Training“

Bierofka distanziert sich von Matmours Vorwürfen

München - Karim Matmour muss derzeit beim Regionalliga-Team trainieren, seine einstweilige Verfügung gegen den TSV 1860 vor Gericht ist gescheitert. Zu den Vorwürfen des Algeriers bezieht jetzt Trainer Daniel Bierofka Stellung.

Sportlich betrachtet stecken die Löwen nach drei Niederlagen wieder mitten im Abstiegskampf, außerhalb des Fußballplatzes heißt die Gegenwart Abwehrkampf. Am Montag errang der Zweitligist vor dem Münchner Arbeitsgericht einen Pyrrhussieg gegen seinen Angestellten Karim Matmour (31). Der Offensivspieler werde nach gescheiterter einstweiliger Verfügung „vermutlich das Hauptsacheverfahren gewinnen“, prophezeite Richter Werner Bader. Heißt im konkreten Fall: Dank der pikanten „China oder U21“-WhatsApp von Geschäftsführer Anthony Power darf sich der algerische Ex-Nationalspieler über kurz oder lang auf eine schöne Abfindung freuen.

Schwer nachvollziehbar bleiben die vorgebrachten Argumente der Matmour-Seite, der Spieler erleide durch das Training beim Regionalliga-Team eine irreparable Verschlechterung seines Leistungsvermögens. Kunstrasen statt Naturgeläuf, „Derbystar“-Bälle statt „Adidas Torfabrik“, dazu eine Rolle als defensiver Sparringspartner im Training – all das sei seinem Mandanten nicht zuzumuten, hatte Matmours Anwalt Stefan Hagen angeführt.

Kein Wunder, dass das U21-Trainer Daniel Bierofka nicht so stehenlassen will. „Es ist doch klar, dass da Sachen gesucht werden, die gar nicht da sind“, sagte Bierofka auf tz-Nachfrage. „Karim wird bei uns behandelt wie jeder andere Spieler auch. Wenn er normal trainiert, dann behandle ich ihn normal.“ Für die Startelf im Derby gegen den FC Bayern sei Matmour nicht infrage gekommen, also habe er im Sparrings­team gespielt, das den Gegner kopiere. „Wenn eine Position offen ist, dann muss Karim da genauso spielen wie jeder andere auch. Er war auch kein Abwehrspieler, sondern rechter Mittelfeldspieler.“

Zu hoch will Bierofka das Thema Matmour nicht hängen. Der Rechtsstreit gehe ihn als Trainer schließlich nichts an, sagt er, um im Duktus seines einstigen Lehrmeisters Werner Lorant zu schließen: „Karim kriegt sein Training, alles andere interessiert mich nicht.“

Karim Matmour.

Rubriklistenbild: © sampics / Christina Pahnke

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