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Fanprojekt: Polizei schuld an Eskalation

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Von: Sven Rieber, Felix Müller

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© M.i.S.

München - Die Diskussion um das Löwen-Spiel in Ingolstadt gehen weiter. Ein Mitarbeiter des Fanprojekts München kritisiert die Polizei-Taktik scharf und spricht von "großen Mengen" Pfefferspray, die im Zug versprüht worden seien.

Lothar Langer macht für das Fanprojekt der Arbeiterwohlfahrt München Sozialarbeit mit den Löwen-Fans und vermittelt bei Konflikten mit der Polizei. Er saß selbst in einem nachfolgenden Zug, hat aber mit vielen Augenzeugen gesprochen. „Leider kommt es immer wieder zu Ordnungswidrigkeiten bei solchen Zugfahrten“, sagte Langer am Sonntag im Gespräch mit dem Münchner Merkur. Die besonders krasse Eskalation auf der Ingolstadt-Rückfahrt habe aber die Polizei zu verantworten, findet er. Bei Personalienfeststellungen bleibe es eigentlich immer bei kleinen Reibereien. „Man weiß ja, wo die Fans aussteigen. Normalerweise rufen die Einsatzkräfte Verstärkung an den Bahnsteig und kontrolliert dann dort selektiv“, sagte er. In diesem Fall habe sich die Polizei im Zug aber anders verhalten als sonst. „Große Mengen Pfefferspray in einen vollbesetzten Waggon zu sprühen ist absolut unüblich“, wundert sich Langer. „Das waren Beamte der Bundespolizei, die haben eigentlich Erfahrung mit solchen Einsätzen. Die Menge Pfefferspray war richtig heftig. Das habe ich von vielen Augenzeugen gehört.“

Wolfgang Hauner, Sprecher der Bundespolizei, verteidigt die Taktik der Ordnungskräfte auf Nachfrage. Das Maß an Gewalt sei durch einige Fans überschritten worden, sagte er. So sehr, dass die Beamten hart durchgreifen mussten – auch zum Eigenschutz. Am Hauptbahnhof hätte die Polizei versucht, die friedlichen von den gewaltbereiten Fans zu trennen, was aber nicht gelang. „Ein großer Teil drängte vehement gegen die Polizeiabsperrungen“, sagt Hauner. Waren es bisher eher Einzelfälle, bei denen sich Personen strafbar gemacht hatten, standen die Beamten nun erstmals im Zug einer größeren Gruppe teilweiser Vermummter gegenüber, die aggressiv und gewaltbereit waren, betont Hauner.

Felix Müller & Sven Rieber

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