Erste Heimniederlage, ausgerechnet im Derby

1860 unterliegt Bayern trotz bester Chancen - Rot für Helmbrecht

Trotz bester Chancen hat der TSV 1860 ausgerechnet im Derby gegen den FC Bayern II seine erste Heimniederlage der Saison hinnehmen müssen. Am Ende verlor Nicholas Helmbrecht die Nerven.

München - Gebrauchte Wochen für den TSV 1860. Nach dem 2:3 beim FC Augsburg II gab es gestern Nachmittag gegen den Nachwuchs des FC Bayern eine weitere Pleite. Fabian Benko erzielte in der 73. Minute ungedeckt den Treffer des Tages, dazu flog Löwe Nicholas Helmbrecht in der 87. Minute mit Rot vom Platz. In der Tabelle liegen die Löwen mit 38 Zählern nun nur noch sechs Punkte vor dem FC Ingolstadt II. Bayern sprang mit 25 Punkten auf Platz sechs.

Der Stadion-DJ spielte den gut abgehangenen Anti-Bayern-Song der Toten Hosen (von 1999), die Fanlager duellierten sich mit gegenseitigen Schmähgesängen – alles wie bei einem echten Derby also. Dass in den Bayern-Trikots nur die U23-Mannschaft des Rekordmeisters steckte, spielte für diese 90 Minuten auf Giesings Höhen nicht die entscheidende Rolle. Prestige kennt in München keine Liga.

Derby im Grünwalder - Impressionen vor dem Duell 1860 gegen Bayern

Nach zehn Minuten Abtasten geht das Derby endlich los

Im Unterschied zum Augsburg-Spiel konnte Bierofka wieder auf Jan Mauersberger und Nico Karger zurückgreifen, bei den kleinen Bayern stand Mittelstürmer „Otschi“ Wriedt in der Startelf, der am Samstag noch bei den Profis in Hamburg auf der Bank gesessen hatte.

Zehn Minuten dauerte die Abtastphase, dann wurden die Löwen erstmals gefährlich. Helmbrechts Rechtsflanke erreichte am Elfmeterpunkt den Schädel von Sascha Mölders, von dort flog die Kugel zu Markus Ziereis, der – etwas überrascht – nichts damit anfangen konnte (11.). Im direkten Gegenzug bot sich Benko die Chance zur Führung. Ihm sprang die Kugel vom Oberschenkel und links am Tor der Sechziger vorbei.

Nach diesem bösen Foul an Bayerns Franck Evian fliegt Löwe Nicholas Helmbrecht mit der Roten Karte vom Feld.

Den gepflegteren Ball spielten in diesem Derby die Bayern, die Löwen pressten früh, verarbeiteten die gewonnenen Bälle aber häufig zu ungenau, um mit ihrer Kontertaktik aussichtsreich ins letzte Spielfelddrittel zu kommen. Chancen? Andermatt verzog nach einem Vorstoß von Mölders aus aussichtsreicher Position (39.), zuvor hatten die Löwen Glück, dass der Gast aus einer Kombination von Dorsch und Pantovic kein Kapital schlagen konnte (22.). Die beste Gelegenheit für Blau vergab Aaron Berzel mit dem Halbzeitpfiff, als er Phillipp Steinharts präzise Freistoßflanke per Kopf nicht ganz so zielsicher übers Tor wuchtete.

Löwen unterliegen den kleinen Bayern - drei Mal die Note 5

Helmbrecht sieht spät Rot 

Der Unterhaltungswert hielt sich auch nach dem Seitenwechsel in Grenzen. Bis zur 55. Minute. Nach einem harten Check von Dorsch gegen Karger samt anschließender Rudelbildung zeigte das ausverkaufte Haus wieder seine Phonstärke. Aus dem Freistoß resultierte beinahe das 1:0. Mölders scheiterte mit seiner Direktabnahme nach Kopfballverlängerung von Ziereis am blitzschnell reagierenden Bayern-Keeper Früchtl. Acht Minuten später verfehlte Ziereis das Tor auf Vorlage von Mölders nur um Handbreite. Jetzt war die Partie auch auf dem Rasen endlich ein echtes Derby.

Mit dem besseren Ende für den FC Bayern. Erst konnte Löwen-Keeper Marco Hiller noch einen Gewaltschuss von Dorsch parieren (73.), die folgende Ecke mündete in die Führung für die Roten, als Benko nach Flanke von Wriedt am rechten Pfosten völlig alleingelassen einschießen durfte. Bierofka reagierte, brachte Kindsvater für den schwachen Karger und Bachschmid für Ziereis, doch Bayern brachte das 1:0 mit Glück und Geschick nach Hause. Negativer Höhepunkt: Helmbrechts Platzverweis nach einem rüden Foul an Evina (87.). Ein Löwe sah Rot – die Roten durften jubeln. Den kompletten Spielverlauf könenn Sie hier in unserem Live-Ticker nachlesen.

Polizei findet Rauchgranate

Vor dem Derby hat es Aufregung um einen verdächtigen Gegenstand gegeben, der gegen 12 Uhr hinter der Gegentribüne des Grünwalder Stadions entdeckt worden war. Die Polizei sperrte den Fundort großräumig ab, gut eine Stunde vor Anpfiff der Partie konnte der Gegenstand geborgen werden. Laut Polizeisprecher Werner Kraus handelte es sich um eine Rauchgranate. Dies entspricht einer Straftat nach dem Sprengstoffgesetz, dem oder den Tätern droht eine Haftstrafe. Die Polizei hat Ermittlungen eingeleitet. Für eine fünfminütige Spielverzögerung am Ende der Halbzeitpause sorgten „Fans“ im Bayern-Block, die Pyros zündeten. Eine Geldstrafe für den FCB wird die Folge sein.

Video: Glomex

Rubriklistenbild: © Christina Pahnke / sampics

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