Löwen haben Zusage gegeben

Statt Toto-Pokal: Memmingen und 1860 vereinbaren „Solidaritätsspiel“

Vor nicht allzu langer Zeit spielten der FC Memmingen und der TSV 1860 München noch in der Regionalliga Bayern gegeneinander.
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Vor nicht allzu langer Zeit spielten der FC Memmingen und der TSV 1860 München noch in der Regionalliga Bayern gegeneinander.

Nach dem Verzicht des FC Memmingen auf das Toto-Pokal-Halbfinale gegen den TSV 1860 München haben die beiden Vereine ein „Solidaritätsspiel“ vereinbart.

  • Der FC Memmingen verzichtet auf das Toto-Pokal-Halbfinale gegen den TSV 1860 München.
  • Die Löwen gaben für ein „Solidaritätspiel“ mit Zuschauern in Memmingen im Sommer 2021 ihre Zusage.
  • Der FCM kämpft in der Regionalliga Bayern gegen den Abstieg.

Memmingen/München - Diese Meldung schlug ein wie eine Bombe: Der FC Memmingen verzichtet auf das Halbfinalspiel im Toto-Pokal gegen den TSV 1860 München. Von Vereinsseite hieß es damals, der Verzicht erfolge „aufgrund der für den Verein ungewissen Zukunft hinsichtlich einer Wiederaufnahme seines Spielbetriebs infolge der Corona-Pandemie“. Eine Austragung in diesen Zuschauer-Dimensionen wäre in Memmingen aufgrund der Auflagen und Beschränkungen nicht möglich gewesen. Das Ausweichen in das Grünwalder Stadion wäre für den Verein aus dem Allgäu finanziell nicht zu stemmen gewesen.

FC Memmingen: Verzicht auf Chance zur Teilnahme am DFB-Pokal

Um ein Toto-Pokal-Halbfinale gegen den TSV 1860 München würden sich wohl die meisten Amateurvereine regelrecht reißen. Noch dazu, wenn man bedenkt, dass man nur noch zwei Siege von der Hauptrunde des DFB-Pokals entfernt ist. Diese erreicht der Sieger des bayerischen Toto-Pokals nämlich. Der FC Memmingen ließ sich diese Chance entgehen. „Ich kann es nicht so ganz verstehen“, reagierte Ludwig Trifellner, Sportlicher Leiter des VfR Garching, auf die Bekanntgabe und spricht damit wohl vielen Fußballfans aus der Seele. Er vermutete direkt, dass dem FCM nach überstandener Corona-Pandemie seitens der Löwen ein Freundschaftsspiel zugesichert wurde, bei dem logischerweise beträchtliche Zuschauereinnahmen zustande kommen würden. Trifellners „Verdacht“ hat sich jetzt bestätigt.

FC Memmingen: „Solidaritätsspiel“ gegen 1860 mit Erlösen zugunsten des Vereins

Wie der FC Memmingen heute offiziell bestätigte, wird es im Sommer nächsten Jahres ein „Solidaritätsspiel“ zwischen den beiden Teams geben, „dessen Erlös dem Allgäuer Traditionsclub zugutekommt.“ Für das ursprüngliche Pokalspiel erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit für das „Solidaritätsspiel“. Wer sein Ticket zurückerstattet haben möchte, kann dies ab 27. Juli tun. Für den FCM dürfte das „Solidaritätsspiel“ mit Zuschauern große Einnahmen bedeuten. Jene wären dem Allgäuer Regionalligisten beim Toto-Pokalspiel entgangen, das als Geisterspiel ohne Fans stattfinden hätte müssen.

FC Memmingen: Ungewisse sportliche Zukunft

Kann es sich der FC Memmingen womöglich nicht leisten, auf diese Einnahmen zu verzichten? Auf dem Platz verlief die Saison in der Regionalliga Bayern bisher denkbar schlecht. Nur der oben erwähnte VfR Garching steht in der Tabelle hinter Memmingen. Bei der Fortsetzung der Saison im September heißt es für die Allgäuer also Abstiegskampf pur. Auch personell verlor der Traditionsclub in diesem Sommer einige Spieler. Am schmerzhaftesten wohl der Wechsel von Kapitän Lukas Rietzler zum Lokalrivalen FV Illertissen, mit Boyer und Watanabe gehen zwei weitere Spieler denselben Weg. Sportlich hätte sich der TSV 1860 München wahrscheinlich ohnehin durchgesetzt. Ob bei einem freiwilligen Verzicht der Begriff „Solidaritätsspiel“ passt, sei mal so dahin gestellt. (Jonas Grundmann)

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