Liendl vom Punkt, Andrade mit Traumtor

Löwen holen nach zwei Rückständen Punkt bei Pauli

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Michael Liendl (2.v.l.) bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1.

Hamburg - Der TSV 1860 holt einen Punkt beim FC St. Pauli, macht dabei zwei Rückstände wett. Löwen-Joker Victor Andrade stach nach 100 Sekunden mit einem Traumtor.

Traumtor am Millerntor – und trotzdem nur ein Punkt für den TSV 1860. Dank des Treffers des eingewechselten Victor Andrade kamen die Löwen gestern Abend beim FC St. Pauli nach zwei Rückständen noch zu einem 2:2 (0:1). Michael Liendl konnte die Führung von Buchtmann per Elfmeter ausgleichen, Nehrig hatte die Hamburger danach erneut in Front gebracht.

Mit nun acht Punkten rangieren die Löwen auf Tabellenplatz neun, nur ein Sieg am Sonntag gegen Hannover dürfte den Anschluss an die Spitzengruppe wahren. „Pauli hat uns in der ersten Halbzeit den Schneid abgenommen, wir sind zurückgekommen. Der Punkt war verdient“, bilanzierte 1860-Trainer Kosta Runjaic.

Eine personelle Änderung hatte der Coachc gegenüber dem 1:2 gegen Union Berlin vorgenommen. Für Claasen rückte Aycicek in die Startelf. Die taktische Vorgabe: hohes Pressing mit der Aussicht auf schnelle Ballgewinne. Dummerweise waren die Sechziger nicht nur die aktivere Mannschaft, sondern auch die mit dem ersten gravierenden Fehler. Wittek bediente in der 16. Minute Gegenspieler Miyaichi so unfreiwillig wie mustergültig, den Querpass des Japaners wehrte Mauersberger nach vorne ab, Buchtmann netzte trocken mit links ein (16.).

Die Folge: St. Pauli überließ den Löwen noch mehr Raum, doch die konnten aus dem Plus an Ballbesitz mangels Präzision und Ideen kein Kapital schlagen. Nach der Großchance von Liendl, der nach Doppelpass mit Mölders am stark reagierenden Pauli-Keeper Himmelmann scheiterte (19.), gab es lange keine ernsthaften Torchancen, ehe Mölders mit dem Halbzeitpfiff beinahe das 1:1 gelang. Auf Zuspiel von Wittek verfehlte der Mittelstürmer den Kasten der Hamburger nur eine Handbreit.

„Unser Problem ist der Abschluss“, konstatierte Präsident Peter Cassalette in der Pause bei Sky. „Wir erarbeiten uns Chancen, aber die Bälle müssen halt auch mal reingehen.“ Wie es seinem Sitznachbarn Hasan Ismaik gehe? Cassalette: „Er ist entspannter als ich. Aber im Moment ist er auch ein bisschen sauer.“

Richtig sauer war nach dem Spiel Pauili-Trainer Ewald Lienen. Der schoss gegen seinen Ex-Verein und Investor Hasan Ismaik. Angesprochen auf die individuelle Qualität im Kader der Blauen polterte Lienen: "Alle reden über RB Leipzig, aber sowas ist für mich viel schlimmer."

Löwen holen Remis am Millerntor - Viermal Note 3

Ismaiks Laune dürfte in der 50. Minute nicht besser geworden sein. Sobiech trat Mauersberger im Anschluss an eine Ecke in die Kniekehle, statt Elfmeter und Rot gab Schiri Kampka nichts.

18 Minuten später wohl die Konzessionsentscheidung. Matmour war im Sechzehner zu Fall gekommen, Liendl verwandelte den Strafstoß flach rechts. Und damit nahm die Partie nochmal richtig Fahrt auf. Nach einer abgefälschten Flanke gewann Ziereis das Kopfballduell gegen Bülow, Nehrig nickte die Vorlage im Flug ein (76.). Die Löwen am Boden? Von wegen! Runjaic brachte Andrade für Perdedaj und nur 100 Sekunden später feuerte der Brasilianer die Kugel vom rechten Strafraumeck in den linken Torwinkel (77.). Runjaic: „Victor hat einen Riesenwumms und ich freue mich riesig für ihn, er macht täglich kleine Fortschritte und hat sich heute belohnt.“

Den Spielverlauf können Sie hier im Ticker noch einmal nachlesen.

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