Interview

„Zu null, das freut mich!“ Felix Weber über seinen Aufschwung – und den des Teams 

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Felix Weber (24) Kapitän des TSV 1860.

TSV 1860 Kapitän Felix Weber ist ein Ur-Löwe. Seit seinem 9. Lebensjahr spielt der Ohlstädter bei den Blauen. Im Interview plaudert der Abwehrchef über seine Ziele und noch mehr. 

München - Die Kritik am Kapitän ist abgeebbt, seit Wochen zählt Felix Weber (24)  als Abwehrchef zu den souveränsten Sechzigern. Was es mit der neuen blauen Stabilität auf sich hat und welche Ziele die Löwen in dieser Saison noch verfolgen, das (und einiges mehr) verriet Weber gestern beim tz-Interview in der 1860-Geschäftsstelle.

Herr Weber, drei „zu null“-Siege aus den letzten vier Spielen lautet die jüngste sportliche Bilanz des TSV 1860. Gibt schlimmere Statistiken für einen Innenverteidiger…

Felix Weber: Ja, dass wir es jetzt regelmäßig schaffen, ohne Gegentor zu bleiben, freut mich natürlich besonders – und unseren Trainer, der immer wieder darauf hinweist, wie wichtig es in dieser engen Liga ist, den Laden dicht zu halten. In der Hinrunde sind uns insgesamt nur drei „zu null“-Siege gelungen, jetzt dürfen’s gerne noch ein paar mehr werden.

Sie haben bis Anfang Februar ein ziemliches Wellental durchlebt, saßen in der Hinrunde viermal ohne Einsatz auf der Bank. Wie groß waren die Selbstzweifel, als sie beim Heimspiel gegen Tabellenführer Osnabrück am 2. Februar wieder nur Ersatzmann waren?

Weber: Ich hab nicht an mir gezweifelt.

Sondern?

Weber: Ich hatte in der Winterpause ein gutes Gespräch mit dem Trainer, wo er mir ganz klar gesagt hat, dass er auf mich zählt, dass ich spiele, wenn ich meine Leistung bringe. Dass ich Schwankungen drin hatte, das weiß ich auch, das ist in meinem Alter aber auch nichts Außergewöhnliches. Entscheidend war, dass ich mich von den Enttäuschungen nicht entmutigen hab lassen. Im Gegenteil: Ich hab im Training noch mehr Gas gegeben. Und das wird hier belohnt.

Sie haben sich zwischenzeitlich öffentlich sehr zurückgenommen, standen kaum noch für Interviews zur Verfügung. Aus Angst, was Falsches zu sagen?

Weber: Nein, ich hab halt einfach den Anlass nicht gesehen, groß was zu erzählen. Ich kenne den Verein und sein Umfeld, ich weiß, dass bei Sechzig alles interpretiert wird, je nachdem, wie es grad’ läuft. Darauf hatte ich keine Lust. Außerdem gab’s gar nicht so viele Anfragen (lacht).

Wie erklären Sie sich Ihren Leistungsschub?

Weber: Es hängt alles mit allem zusammen. Wir sind als Mannschaft abgezockter geworden, lassen uns nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen, halten die Bälle besser. Und davon profitieren wir natürlich auch als Abwehrspieler. Mit positiven Ergebnissen gewinnst du an Selbstvertrauen, das ist ein positiver Kreislauf. Und plötzlich stehst du in dieser Liga auf Platz fünf.

Mit neun Punkten Abstand zur Abstiegszone. Ist die Zeit reif für neue Ziele? Platz vier würde die direkte Qualifikation für den DFB-Pokal bedeuten.

Weber: Unser Ziel sind 47 Punkte, dann wird uns nach unten nichts mehr passieren. Über mehr denk ich jetzt echt nicht nach.

Und mit welchen Gefühlen blicken Sie auf die nächste Saison, Stichwort Etatkürzung?

Weber: Dass es nicht leichter wird, ist klar. Wir müssen schauen, dass wir das Beste draus machen. Aber es ist ja noch nichts endgültig, von daher wär’s ein Schmarrn, jetzt schon groß drüber zu reden, was vielleicht sein wird.

Dann blicken wir noch weiter voraus. Heute Abend bekommt Daniel Bierofka sein Trainerdiplom überreicht. Werden wir Sie auch mal beim Lehrgang in Hennef erleben?

Weber: (lacht) Da ist ja zum Glück noch ein bissl hin. Trainer zu werden, das würde mich auf jeden Fall interessieren. Aber ob das dann daheim in Ohlstadt ist oder in der Bundesliga, da reden wir dann in zehn Jahren noch mal drüber.

„Noch mehr Gas gegeben“: Felix Weber im Gespräch mit tz-Reporter Krammer.

Danieol Bierofka hat den 65. Fußball-Lehrer-Jahrgang des DFB bestanden. Anlässlich der Trainer-Gala, bei der er sein Zeugnis erhält, sprach dietz mit seinem Ausbilder Daniel Niedzkowski.

Obendrein gibt es gute Nachrichten für alle Löwen-Fans: Weiteres 1860-Spiel läuft im Free TV.

Interview: Ludwig Krammer

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