"Diese Leistung ist nicht zu erklären"

0:3-Pleite in Düsseldorf - Okotie bricht auf Platz zusammen

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Torwart Vitus Eicher war noch der beste Akteur seines Teams.

Düsseldorf - Spiel verloren und große Sorge um Rubin Okotie! Bei Fortuna Düsseldorf unterliegen die Löwen deutlich und verlieren auch den Stürmer, der auf dem Platz zusammengebrochen war.

Was für eine unterirdische Vorstellung! Mit 0:3 (0:2) verloren die Löwen am Sonntag beim Tabellenletzten Fortuna Düsseldorf und konnten noch froh sein, dass sie sich nicht sechs oder sieben Stück eingefangen haben. Dass man hier endlich den ersten Saisonsieg einfahren wollte, war mit Ausnahme von ein paar Minuten nach dem Anpfiff überhaupt nie zu erkennen. Vorletzter sind die Löwen jetzt, als Schlussslicht könnten sie Montag Abend dastehen, wenn Duisburg zum Abschluss des 6. Spieltags einen Punkt bei St. Pauli holen sollte. Es sieht ganz düster aus für die Löwen. Und es war ein K.o. in jeder Beziehung in Düsseldorf. Denn der zur Halbzeit eingewechselte Rubin Okotie musste schon eine halbe Stunde später auf der Trage vom Feld transportiert werden, weil er plötzlich zusammengebrochen war. Glücklicherweise konnte der Klub eine gute Stunde nach dem Abpfiff Entwarnung geben.

Die jetzige Saison ist die 24., die der TSV 1860 seit dem 2. Weltkrieg in der Zweitklassigkeit verbringt, aber noch nie in 70 Jahren standen die Blauen mit so wenigen Zählern – nur zwei – da wie aktuell. Da kann auch Kapitän Christopher Schindler nur noch den Kopf schütteln: „Es ist eine katastrophale Punktausbeute.“

Bei den Toren sind es auch nicht mehr, beide Treffer wurden beim 2:2 in Nürnberg erzielt, in fünf Spielen ging man leer aus. Alarmierende Zahlen in jeder Beziehung. „Dafür gibt es keine Erklärung“, sagte Schindler zum desolaten Auftritt, „bei uns haben heute viel zu wenige ihre Normalform abgerufen. Wenn es so läuft und du den Gegner stark machst, setzen wir uns selbst unter Druck und nicht den Gegner." Und Schindler kritisierte auch die Einstellung, indem er feststellte: „Wille und Laufarbeit kann man eigentlich immer abrufen.“

Fünfer-Hagel für schwache Löwen! Bilder & Noten zur Pleite in Düsseldorf

Löwen-Trainer Torsten Fröhling haderte nach dem Schlusspfiff bei Sky: "Wir haben die ersten beiden Chancen und wir machen sie nicht rein. Dann bekommen wir durch eine Energieleistung das 0:1 und haben dann zu viele einfache Fehler gemacht. Wir haben den Gegner aufgebaut." Düsseldorf bekam dann einen Lauf. "Diesen Lauf würden wir uns auch mal wünschen."

Dabei ging es für die Löwen eigentlich ganz gut los. Rama vergab eine ganz große Kopfballchance (5.) und Claassen scheiterte mit seinem Schuss an Rensing (7.). Dann war Sense. Bellinghausen durfte mit zwei herrlichen Flanken die 2:0-Führung durch Tore von Bebou und Ya Konan vorbereiten (9. und 30.) – die Löwen-Abwehr vermittelte den Eindruck, als ginge sie das überhaupt nichts an. „Wir haben alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte“, sagte der jeweils unmittelbar beteiligte Kai Bülow. „Alles was uns zuletzt stark gemacht hat, haben wir nicht gezeigt. Nämlich dass wir aggressiv sind und den Gegner anlaufen. Wir waren nur ängstlich. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Wir wollten aggressiv sein, den Gegner anlaufen. Das haben wir nicht gemacht."

Ya Konan durfte schließlich auch noch das 3:0 erzielen (66.), zudem hatten er und Sararer noch Pech mit Aluminiumtreffern (49. und 58.)

Michael Liendl, der Ex-Fortune, der bei der Aufstellung an der Anzeigetafel noch als Düsseldorfer Zehner geführt wurde (!), musste zur Halbzeit raus und sagte: „Es war ein gebrauchter Tag. Wir waren naiv und müssen hart arbeiten, sonst wird es eine schwierige Saison.“ Darauf muss sich Torsten Fröhling jetzt schon einstellen. Obwohl er feststellte: „Die Löwen-Fans müssen sich keine Sorgen machen, irgendwann gibt es immer mal ein schlechtes Spiel…“

Der Spielverlauf im Ticker zum Nachlesen.

tz, Herbert Spies, fw

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