Franz Hell im tz-Interview

"Weigl und Wittek machen Hoffnung"

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Wohin geht die Reise? Die Löwen nach dem KSC-Test (1:0).

München - Eben war er noch in Brasilien, jetzt ist er schon wieder im Löwen-Trainingslager: Die tz sprach mit Edel-Fan Franz Hell über die Entwicklung seiner Sechziger.

Franz Hell.

Das sind Wechselbäder! Gerade noch bei der Weltmeisterschaft in Brasilien, und nun schon wieder im Trainingslager der Löwen. Bad Häring statt Belo Horizonte, Kasnudeln statt Caipirinha – für Franz Hell (60) überhaupt kein Problem. Den TSV 1860 überall hin zu begleiten, ist Hells Auftrag, den er sich selbst erteilt hat. Vor dem mittlerweile elften Anlauf in Sachen Wiederaufstieg hat die tz mit Hell gesprochen.

Franz, was ist schöner: eine WM in Brasilien mit einer erfolgreichen deutschen Mannschaft zu erleben? Oder ein Testspiel des TSV 1860 in St. Gallen zu verfolgen?

Hell: Jetzt mal unabhängig vom Ergebnis: Für die Löwen ist einfach viel mehr Herzblut drin als für die Nationalmannschaft. Bis zum Viertelfinale gegen Frankreich war ich live dabei.

Ist es in Sachen 1860 wieder ein Sommer der großen Hoffnungen, oder überwiegt nach all den enttäuschenden Anläufen seit 2004 mittlerweile der Fatalismus?

Hell: Sagen wir mal so: Der Weg, der jetzt eingeschlagen wurde, den finde ich stimmig. Aber ob’s hinhaut – wer weiß das schon? Ricardo Moniz macht auf mich jedenfalls den Eindruck, als wisse er, was er will. Er wirkt sehr vernünftig. Ich würde mal sagen, bei mir herrscht gedämpfte Zuversicht.

Wie beurteilen Sie den Auftritt beim 1:3 in St. Gallen, dem ersten Spiel, das Sie in dieser Saison gesehen haben.

Hell: Ach, auf Testspiele gebe ich schon lang nichts mehr. Klar, als wir nach zehn Minuten 0:2 hinten-gelegen sind, da hab’ ich mich an das Spiel Brasilien gegen Deutschland erinnert, aber dann wurde es ja besser. Ich kann mich noch an vergangene Saison erinnern. Da haben wir in der Vorbereitung erfolgreiche Spiele, gegen Bremen und Leverkusen abgeliefert, aber als es ernst wurde, in St. Pauli verloren. Dass wir künftig dem Druck standhalten, das ist die wichtigste Aufgabe für den Trainer. Wenn ich nur dran denke, dass wir vergangene Saison in den Spielen gegen Dresden und zu Hause gegen Sandhausen alle Punkte abgegeben haben, dann weiß man, was drin gewesen wäre.

Ist der Kader schon gut genug für das Ziel, attraktiveren Fußball zu bieten?

Hell: Für mich nicht. In der Offensive müssen wir uns noch verstärken. Ein zentraler Stürmer, von der Kategorie Osako, und ein Mann auf außen müssen unbedingt noch her. Ich hätte gern Leute wie Jakub Sylvestr aus Aue oder Matthew Leckie vom FSV Frankfurt bei uns gesehen.

Hat man mit Moritz Stoppelkamp nicht einen guten Flügelmann trotz laufenden Vertrages abgegeben?

Hell: Das war schon okay so. Stoppel hat oft das Spiel aufgehalten. Er hat aus seinen Möglichkeiten bei Weitem nicht das gemacht, was drin gewesen wäre.

Was gefällt Ihnen schon am aktuellen Kader?

Hell: Dass wir mit Julian Weigl und Maximilian Wittek wieder zwei junge Talente haben, die viel versprechen. Den Maxi kenne ich schon ewig von vielen Fanveranstaltungen im Grünen Hof in Freising. Sein Vater ist im dortigen Fanklub und der Sohn war von kleinauf immer dabei. Maxi ist ein Sechzger durch und durch. So was kommt an bei den Fans.

In der vergangenen Saison blieben viele Fans weg.

Hell: Kein Wunder bei dem unansehnlichen Fußball, der häufig gespielt wurde. Ich kenne aber viele, die sofort wieder kommen würden, wenn Sie spüren, dass es wieder vorangeht.

In über fünfzig Jahren Ihres Fan-Daseins dürften Sie über 1000 Spieler erlebt haben. Wer war Ihr absoluter Liebling?

Hell: Petar Radenkovic, der Radi!

tz

2. Trainingslager: Löwen in Bad Häring angekommen

1860-Trainingslager, Tag 1: Ankunft, Training, Planschen

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