Meister-Löwe geschockt

Heiß über 1860-Chaos: „Das versaut mir den kompletten Urlaub“

Fredi Heiß
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Fredi Heiß.

Fredi Heiß war einst der Dribbelkönig des TSV 1860, ein Wirbelwind auf dem rechten Flügel. In dieser Rolle trug der Münchner 1966 tatkräftig zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft bei. Wir erreichten Heiß, 76, auf Teneriffa, wo er gerade Urlaub macht.

Fredi Heiß, was sagen Sie zum Absturz Ihrer Löwen in die vierte Liga?

Fredi Heiß: Ist das wirklich wahr? Ich habe hier auf Teneriffa noch gar nichts davon gehört. Ich bin geschockt. Ich kann dazu nur sagen: Wahnsinn! Wahnsinn! Wahnsinn! Das versaut mir den kompletten Urlaub. Mir hat es schon nach dem zweiten Spiel gegen Regensburg gereicht. Das war eine Katastrophe.

Wie erlebt man so ein Debakel als Meisterlöwe?

Heiß: Ich habe mich unheimlich geärgert über diese Söldner-Truppe. Was die für einen Mist zusammengespielt haben vor 60.000 Zuschauern! Unglaublich! So kann man sich nicht von der Zweiten Liga verabschieden. Da sind einige aufgetreten, als wollten sie absichtlich absteigen. Das sind lauter angebliche Profis, aber das waren keine Profis. Für mich ist das ein Rätsel. So grauenhaft kann man doch gar nicht spielen. Oh je, ist das ein Drama.

„Ismaik hat sich halt die falschen Berater geholt“

Wie sehen Sie die Rolle von Hasan Ismaik?

Heiß: Ich dachte, er zahlt und wir spielen wenigstens in der Dritten Liga. Aber man kann es ihm nicht verdenken. Er ist ja auch ein Leidtragender. Man muss da nur an die vielen Millionen denken, die er umsonst in den Verein gesteckt hat. Und man darf auch nicht vergessen, dass er 2011 der Einzige war, der den Verein retten wollte. Aber Ismaik hat sich halt die falschen Berater geholt. Man hat jetzt gesehen, wo das hinführt. Da wurden lauter Söldner eingekauft, die niemand in Europa haben wollte. Denen war der Verein völlig egal. Ich bin wirklich froh, wenn ich keinen von diesen Anti-Fußballern mehr sehen muss.

Wie geht es jetzt weiter? Trauen Sie den Löwen zu, dass sie bald zurückkommen?

Heiß: Ich weiß gar nicht, wie das gehen soll. Das wird ein wahnsinnig schwerer Weg. Momentan sehe ich schwarz.

Als Ur-Löwe scheinen Sie besonders zu leiden.

Heiß:  Das kann man so sagen. Ich bin seit 63 Jahren mit diesem Verein verbunden. Da ist es ganz bitter, so etwas noch erleben zu müssen.

Alle Entwicklungen rund um den TSV 1860 München finden Sie in unserem News-Blog.

Das Interview führte Armin Gibis

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