Ex-Löwen-Trainer im Interview

Funkel: "1860 kommt davon"

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2011 ­scheiterte Friedhelm ­Funkel mit ­dem VfL Bochum an Borussia Mönchengladbach am ersehnten Aufstieg in die Erste ­Bundesliga.

München - Worauf es in der Relegation ankommt und wen er bei den Aufstiegsduellen vorne sieht, verriet Ex-Löwen-Coach Friedhelm Funkel der tz. Das Interview.

Ganze dreimal musste Friedhelm Funkel in die Relegation, zweimal als Spieler und einmal als Trainer. Worauf es bei solch brisanten Partien ankommt und wen er bei den Aufstiegsduellen vorne sieht, verriet der Ex-Löwen-Coach der tz. Das Interview:

Herr Funkel, erinnern Sie sich noch an all Ihre Relegationsspiele?

Friedhelm Funkel: Als Spieler war ich blutjung, das war in den Siebzigern. Einmal mit Bayer 05 Uerdingen gegen Pirmasens, wo wir nach einem 4:4 in Pirmasens daheim 6:0 gewonnen haben. Das zweite mal war gegen Bayreuth, wo wir nach einem 1:1 daheim in der Verlängerung mit 2:1 gewonnen haben.

Als Trainer lief es 2011 nicht ganz so rund.

Friedhelm Funkel: Das habe ich schon intensiver erlebt, als Trainer hast du auch eine andere Verantwortung. Mit Bochum sind wir zwar gescheitert, wir haben aber gegen die Gladbacher zwei tolle Spiele abgeliefert. Am Ende hat nur der Aufstieg gefehlt.

Was ist das Besondere an der Relegation?

Friedhelm Funkel: Dass es nur zwei Spiele sind, da ist der Druck natürlich enorm. Als Trainer gilt es, die Mannschaft davon zu befreien. In der Vorbereitung muss man da etwas Abwechslung reinbringen, meistens fahren die Teams ein paar Tage vorher weg, um sich in Ruhe vor Ort vorzubereiten. Die Löwen machen das auch, gut so! Da muss der Trainer auch in der Freizeitgestaltung ein glückliches Händchen haben, Gemeinschaftsaktivitäten planen, damit kein Lagerkollar aufkommt. Man darf nicht nur an das Spiel denken, muss es locker angehen – aber mit dem nötigen Ernst!

Wie sehen Sie die Chancen des HSV?

Friedhelm Funkel: Auf jeden Fall günstiger als vergangenes Jahr, da sind sie mit fünf Pleiten in die Relegation gegangen. Heuer haben sie zehn Punkte aus den letzten fünf Spielen geholt. Auch die Euphorie durch den Trainerwechsel ist spürbar, daher denke ich, dass der HSV dieses Jahr stärker in diese zwei Endspiele gehen wird, wo sie den Klassenerhalt am Ende doch sehr glücklich zustande gebracht haben.

Und was trauen Sie den Löwen zu?

Friedhelm Funkel: Es war ein Auf und Ab in den letzten Wochen, aber Holstein Kiel ist jetzt auch nicht die Übermannschaft. Ich drücke ihnen die Daumen und glaube, dass sie am Ende mit einem blauen Auge davonkommen!

Interview: Carlos Menzel Lopez

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