Die Eistonne als letzte Hoffnung?

Fröhling ärgert sich über Generalprobe

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Torsten Fröhling, Trainer des TSV 1860 München.

München - Es war irgendwie nicht der Tag des TSV 1860. Der Löwencoach konnte nicht happy sein über den Endstand gegen Swansea. Und dann verdarb Neu-Löwe Lacazette auch noch seinen Einstand. Einzig Rodnei ging es gut.

Nur 2500 Zuschauer verloren sich beim „Giesinger Heimatabend“ im Stadion an der Grünwalder Straße, und verloren ging auch das letzte Testspiel vor dem Zweitligastart am kommenden Sonntag in Heidenheim. Ein 1:2 gegen Swansea City – mit diesem Ergebnis gegen eine hochbezahlte Truppe aus der englischen Premier League könnte man zwar leben, Torsten Fröhling tat es zu Recht aber nicht. Wenn man in Heidenheim was holen wolle, „dann müssen wir mutiger und anders auftreten als am Samstag“, warnte der Löwencoach. „Auch wenn Swansea natürlich ein starker Gegner war.“

Trotzdem hätte er eine andere Performance seiner Mannschaft erwartet. Fröhling: „Vor allem haben wir wieder sehr schlecht begonnen, und da spielt es für mich keine Rolle, welcher Gegner uns gegenübersteht.“

Insbesondere das Spiel nach vorn ließ in der ersten Halbzeit ganz schwer zu wünschen übrig. „Aber wie soll das auch funktionieren“, ärgerte sich Fröhling, „wenn du so viele Fehlpässe spielst. Ich kann ja nicht mal behaupten, dass der letzte Pass nicht angekommen ist, die Bälle vorher fanden ja schon nicht den eigenen Mann.“

Dass man wie so oft in der Vergangenheit auch diesmal wieder ein frühes Gegentor kassierte – Cork traf in der 8. Minute –, wurmte Fröhling zudem. Auf die Frage, wie man das endlich mal abstellen könne, antwortete der Trainer mit einem gequälten Grinsen: „Vielleicht stecke ich die Jungs unmittelbar vor dem Spiel noch mal in die Eistonne…“

Und auch wenn sich der Auftritt der Löwen laut Fröhling „in der zweiten Halbzeit etwas gefälliger“ darstellte (Adlung traf per Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:1), muss der 46-Jährige kurz vor dem Zweitligastart offenbar in Sachen Aufstellung doch noch mal in sich gehen: „Ich habe eigentlich gedacht, es wäre alles so gut wie klar, aber das ist jetzt doch nicht mehr so.“

Vor allem die Position des rechten Außenverteidigers dürfte ihn ins Grübeln bringen. Weder Daylon Claasen noch Vladimir Kovac, die jeweils eine Halbzeit ran durften, drängten sich für die Startelf in Heidenheim auf. Und wer macht das Rennen im Sturmzentrum? Stephan Hain oder Rubin Okotie? Auch sie spielten jeweils 45 Minuten, und Okotie punktete vielleicht etwas, weil er den Elfmeter rausholte. „Rubin war sehr engagiert“, lobte Fröhling, dessen Familie die Niederlage übrigens live miterlebte. Frau und Tochter, die in Hamburg leben, sind für zwei Wochen in München zu Besuch und der heutige freie Tag wird natürlich genutzt. „Auf dem Programm steht Wasserski fahren in Kiefersfelden“, sagte Fröhling. Während des Trainingslagers war er bereits mit seinen Spielern dort. Der Mann hat offenbar Blut geleckt…

Neu-Löwe verdarb Einstand

Erhielt einen Zweijahresvertrag bei 1860: Romuald Lacazette kommt ablösefrei von Paris St. Germain.

Nach zwei Einsätzen als Probespieler mit Sondergenehmigung im Rahmen des Trainingslagers durfte Romuald Lacazette am Samstag erstmals offiziell für die Löwen ran. Wenige Stunden, nachdem der Zweijahresvertrag mit dem Franzosen perfekt war, wurde der 21-jährige Mittelfeldspieler gegen Swansea City in der 82. Minute eingewechselt. Und hätte sich vier Minuten später eigentlich erstmals in die Torschützenliste eintragen müssen. Ganz allein stand Lacazette plötzlich vor Torhüter Vickers, aber der Schuss des Neu-Löwen fiel nicht hart genug aus, sodass der Keeper der Waliser den Ball noch zur Ecke lenken konnte. Nix war’s mit dem Einstand nach Maß für den Mann, der ablösefrei von der zweiten Mannschaft von Paris St. Germain kommt.

Die Szene diente vielleicht auch als Bestätigung dafür, dass von Lacazette zunächst noch keine Wunderdinge zu erwarten sind. „Das ist ein junger Spieler, der jetzt bei uns eine Chance bekommt“, erklärte Trainer Torsten Fröhling, „aber das ist noch nicht der Mann, der uns in die Bundesliga schießen wird.“

Wenn es so einen überhaupt gibt.…Nach wie vor beschäftigt sich Sportdirektor Poschner mit der Suche nach einem Stürmer und einem Mittelfeldspieler. Den gewünschten rechten Verteidiger hat man mit Mensur Mujdza zwar schon gefunden, aber die Einigung mit dessen Verein, Bundesliga-Absteiger Freiburg, über die Höhe der Ablösesumme steht nach wie vor aus.

Rodnei zeigt seine Ramona

Angesichts dieser hübschen ­Begleitung lässt sich für Löwen-Neuzugang Rodnei sicher leichter verschmerzen, dass er auf eine Teilnahme am Testspiel gegen Swansea verzichten musste. Der brasilianische Abwehrmann hat körperlich noch Nachholbedarf und kommt auch für den Zweit­liga-Auftakt in Heidenheim nur für einen Platz auf der Bank infrage. Am Samstag saß Rodnei auf der Tribüne des Sechzger-Stadions mit Freundin Ramona, die er während seines Engagements bei RB Salzburg kennengelernt hatte. Ramona stammt aus dem nahegelegenen Freilassing und studiert in München. Das halbe Jahr der Fernbeziehung – Rodnei spielte zuletzt in Leipzig – ist damit Geschichte.

Claudius Mayer

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