"Das hat er wieder gut gemacht"

Vor Tor: Fröhling-Ärger über Rodri

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Kraftakt: Rodris Kopfballtor zum 1:1 war das einzig zählbare Ergebnis der Münchner Angriffsbemühungen.

Beim 1:1 gegen den VfR Aalen enttäuscht der TSV 1860 erneut sein Publikum, hat aber Glück mit einer Einwechslung. Vor dem Treffer ärgerte sich Torsten Fröhling über Rodri.

 Die Flanke kam zentimetergenau in den Torraum gesegelt - eine Chance, die man unmöglich versemmeln kann. Doch der Spanier Rodri, kurz zuvor eingewechselt, schaffte das Kunststück. Sein Kopfball verfehlte das Aalener Tor. Der Anfang vom Ende einer ganz bitteren Löwen-Niederlage.

Besagte Szene ereignete sich am 3. August. Endstand war 0:2. Am Freitag lief es besser für Rodri und die Löwen. Wieder kam die Flanke von rechts, wieder war keine Viertelstunde mehr zu spielen – doch plötzlich stand es 1:1. Marius Wolf hatte einen Ball erobert, Korbinian Vollmann ihn Richtung entfernter Pfosten befördert, und Rodri? Der stieg gefühlt halb so hoch, wie er lang ist (1,74 m), und rettete dem TSV 1860 ein womöglich wertvolles 1:1 gegen den Mitkonkurrenten Aalen. Obwohl die Löwen 70 Minuten völlig neben der Spur waren, könnten sie zu den Gewinnern des Wochenendes zählen. Vier Punkte Abstand hat 1860 für den Moment auf einen direkten Abstiegsplatz.

„Die Qualität hat er“, sagte Torsten Fröhling über sein Goldköpfchen aus Spanien. „Deswegen ist Rodri verpflichtet worden. Mich hatte es aufgeregt, dass er vorher fast nur ausgerutscht ist, doch mit seinem Tor hat er das wieder gut gemacht.“

Erst rumgestolpert, dann Standfestigkeit bewiesen – im Grunde hätte man dieses Urteil auf die gesamte Mannschaft übertragen können. Da hatten die Löwen einen 3:0-Sieg in Fürth im Rücken, doch mehr als eine Stunde lang war nichts zu sehen, das auf einen Zugewinn an Selbstsicherheit hätte schließen lassen. „Wir haben ängstlich angefangen, waren in der ersten Halbzeit nicht mutig genug“, sagte Korbinian Vollmann, der noch zu den Lichtblicken gehört hatte. Christopher Schindler, der Kapitän, kam zu einem ähnlichen Befund und glaubte, ein Muster erkannt zu haben. „Auffällig ist, dass wir immer erst anfangen Fußball zu spielen, wenn wir zu Hause in einem wichtigen Spiel in Rückstand liegen. Dann, wenn es eigentlich am schwersten ist.“

Gewiss: Die Einwechslungen von Wolf und Rodri taten der Mannschaft gut. Doch auch der Trainer kritisierte, dass seine Mannschaft zu lange zugeschaut habe. „Die erste Halbzeit ist total an uns vorbeigegangen“, sagte er. „Erst als wir nichts mehr zu verlieren hatten, haben wir angefangen zu kämpfen, zu fighten - so wie wir eigentlich von der ersten Minute an auftreten wollten.“

Die Gäste aus Aalen waren jedenfalls schwer frustriert ob des entglittenen Auswärtserfolgs. Zwei verschenkte Punkte seien es gewesen, haderte Collin Quaner, der in der 60. Minute den Führungstreffer erzielt hatte (nachdem unter anderem Martin Angha geschlafen hatte, der Vertreter des grippekranken Gary Kagelmacher). „Wir sind sehr enttäuscht, denn wir wollten hier drei Punkte mitnehmen.“ Auch das Fazit von Stefan Ruthenbeck, dem Trainer des VfR, ließ tief blicken: „Die Heimmannschaft ist in der ersten Halbzeit nur über Konter gefährlich geworden - das sagt eigentlich alles.“

Einigermaßen erleichtert können die Löwen nun zwei Wochen durchschnaufen. Für Torwart Vitus Eicher kommt die Länderspielpause gerade recht. Nach 45 Minuten musste er ausgewechselt werden: Gehirnerschütterung, erlitten im Zweikampf mit Quaner, auch der ein oder andere Nackenwirbel könnte beeinträchtigt sein. Wenn Eicher Glück hat, ist er bis Ostersonntag wieder dabei. Dann ist Erzgebirge Aue der Gegner, der nächste Rivale im Abstiegskampf, in einem weiteren Heimspiel. Die Löwen wissen: Das muss nicht unbedingt ein Vorteil sein.

Uli Kellner

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