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Der TSV 1860 Coach im tz-Interview

Fröhling: "Dieses Knistern – das ist es doch!"

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Der Chef am Ball: Fröhling beim Fußballtennis.

München - Die tz sprach mit Torsten Fröhling über seinen Job, über Emotionen und wie sehr man gefordert ist, wenn man für das sportliche Schicksal bei den Blauen die Verantwortung übernimmt.

Er hat schon einiges mitgemacht in den paar Monaten, seitdem er Cheftrainer beim TSV 1860 ist. Aber was ist schon einfach, wenn man an der Grünwalder Straße arbeitet?

Herr Fröhling, als Sie im Winter die Löwen-Profis als Cheftrainer übernahmen, mussten Sie das von einem Tag auf den anderen tun, jetzt konnten Sie die ganze Sommervorbereitung selbst gestalten. Ein großer Unterschied für Sie?

Fröhling: Ein Unterschied ist schon mal, dass wir alle bei null anfangen. Mit einer Mannschaft, die wir in dieser Form gerne haben wollen, dazu noch zwei, drei Verstärkungen. Und wir haben Ruhe, keinen Stress mit dem Abstiegskampf, so wie bei meinem Antritt. Ich spüre sogar eine gewisse Euphorie, Lockerheit und Spaß.

Nebengeräusche gibt es aber nach wie vor. Wie sehr beeinflusst Sie das Theater um Gerhard Poschner in den vergangenen Wochen?

Fröhling: Man registriert es, aber man konzentriert sich selbstverständlich trotzdem auf seinen Job. Poschi ist weiterhin mein Ansprechpartner, mit dem ich alles berede.

War das Ganze vielleicht sogar etwas von Vorteil, weil die Aufmerksamkeit von der Mannschaft dadurch etwas abgelenkt wurde?

Fröhling: Einen Vorteil sehe ich eher darin, dass keiner von uns zu viel erwartet.

Vor zwei, drei Wochen noch haben Sie festgestellt, dass das Klima und der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft noch sehr zu wünschen übrig ließen. Ist das jetzt besser geworden, nachdem einige Spieler gewechselt sind bzw. nicht mit dem Kader trainieren?

Fröhling: Viel besser, natürlich hat sich etwas verändert. Man merkt es daran, welchen Willen die Spieler zeigen, weil sie vom Kopf her jetzt anders drauf sind und sich gegenseitig helfen.

Was hat Sie in diesem halben Jahr als Trainer am meisten überrascht?

Fröhling: Unsere Fangemeinde. Dass wir am Schluss gegen Nürnberg und Kiel so viele Zuschauer hatten, das war wirklich toll.

Was bedeutet für Sie der TSV 1860?

Fröhling: 1860 ist einfach eine Marke, und ich bin stolz, dass ich bei diesem Verein als Cheftrainer arbeiten darf. Ich komme ja aus dem Norden Deutschlands, und man spürt auch dort, dass der TSV 1860 etwas ganz Besonderes ist, wenn man sich mit den Leuten unterhält.

Was haben Sie als Cheftrainer gelernt?

Fröhling: Na zum Beispiel was den Umgang mit den Medien betrifft, wie man mit den Fans vernünftig umgeht und solche Sachen. Meinen Stil als Trainer habe ich nicht verändert. Da ist es mir egal, ob ich in der vierten oder zweiten Liga trainiere. Allerdings weiß ich schon, dass ich in der zweiten Liga sehr viel mehr vom Erfolg abhängig bin.

Stichwort Medien. In München haben Sie es mit fünf Zeitungen täglich zu tun. Denkt man sich da nicht manchmal, an beschaulichen Standorten wie Paderborn oder Freiburg hätte ich es vielleicht einfacher?

Fröhling: Man gewöhnt sich dran, und man muss sich auch klar darüber sein, wie die Gegebenheiten sind. Natürlich hätte man woanders vielleicht mehr Freiraum oder Ruhe, aber gerade dieses Knistern bei 1860 – das ist es doch. Das wollen und brauchen wir alle, auch die Spieler. Wenn du bei 1860 bist, wirst du abgehärtet fürs Profigeschäft. Gerade in der vergangenen Saison. Ich behaupte sogar, das einige Jungs bei uns durch die Relegationsspiele ihren Marktwert gesteigert haben. Dieser Verein weckt gewaltiges Interesse. Hier ist einfach Leben in der Bude.

Welcher Spieler war eigentlich Ihr Idol?

Fröhling: Dixie Dörner, eine Legende bei Dynamo Dresden. Er war Libero, das habe ich in der Jugend gespielt.

Sie sind 1966 geboren, in dem Jahr, in dem der TSV 1860 zum einzigen Mal Meister wurde. Wie schwer fällt heutzutage die Vorstellung, dass die Löwen mal besser waren als der FC Bayern?

Fröhling: Das kann ich mir nach wie vor gut vorstellen. Deswegen ist München ja auch immer noch blau.

Dieses Rückspiel gegen Kiel – wie lange wird Sie das noch emotional begleiten?

Fröhling: Mein Leben lang. Diese Euphorie nach dem Abpfiff, als so viele Leute vor Freude weinten, das werde ich nie vergessen. Und ich weiß noch, wie mich mein Co-Trainer Collin Benjamin anschaute, als ich kurz vor Schluss Kai Bülow ganz nach vorn geschickt habe. Collin sagte, „Mensch, ich hab doch schon den Schinz (Schindler, d. Red.) nach vorn geschickt. Jetzt haben wir hinten gar keinen mehr...“ Und dann schoss Bülow das Tor zum Klassenerhalt.

Interview: C. Mayer

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