Warum er Jakub Sylvestr nicht wollte

"Noch mehr hinfallen": Fröhlings Rat an Okotie

+
Okotie (r.) im Duell mit Berlins ­Parensen.

München - Ruben Okotie wird für viele zum Sinnbild des Stürmer-Problems beim TSV 1860. Doch nicht für den Trainer: Torsten Fröhling glaubt weiterhin fest an den Österreicher.   

Erst zwei Tore in fünf Spielen, in vier Partien ging man sogar gänzlich leer aus, und die beiden Torschützen gehören der Abwehr (Kai Bülow) bzw. dem Mittelfeld (Daniel Adlung) an. Da bedarf es keines langen Grübelns, wo die Löwen derzeit am meisten der Schuh drückt: Im Angriff. 450 Minuten ohne Stürmer-Tor – da braucht man sich nicht zu wundern, dass man beim TSV 1860 in der Tabelle wieder mal ganz nach unten schauen muss. Und, wie’s so ist, die Sturmflaute bekommt für viele auch sofort einen Namen: Rubin Okotie.

Der Österreicher, der vor einem Jahr nach vier Spieltagen bereits vier Treffer auf dem Konto hatte, muss sich jetzt gefallen lassen, dass jede weitere Minute von ihm ohne Tor akribisch notiert wird. 973 sind es mittlerweile, das letzte Mal hat der 28-Jährige im Februar getroffen. Übersehen wird dabei gern, dass sich Okotie in dieser Saison wieder sehr engagiert und in hervorragender körperlicher Verfassung präsentiert, nachdem er in der Rückrunde nach langer Verletzungspause nie richtig fit war. In der laufenden Spielzeit hatte Okotie Pech mit zwei Aluminiumtreffern in Nürnberg (2:2), gegen Union Berlin (0:0) holte er einen Elfer raus und hätte im gleichen Spiel noch einen weiteren zugesprochen bekommen müssen.

Szenen, die auch Torsten Fröhling nicht vergessen hat. „Rubin ist unser Topstürmer“, erklärte der Löwencoach, „bei uns glauben alle an ihn. In Bochum hat er sich gegen drei Mann abgerackert, und Fouls an ihm wurden fast nie gepfiffen.“

Deshalb Fröhlings Rat an Okotie: „Einfach noch mehr hinfallen im Zweikampf, beim vierten oder fünften Mal reagiert der Schiedsrichter dann vielleicht doch. Aber für solche Dinge ist Rubin vielleicht ein zu stolzer Österreicher.“

Nicht zuletzt, weil er an Okotie glaubt, hat sich Fröhling auch gegen eine Verpflichtung von Jakub Silvestr vom 1. FC Nürnberg ausgesprochen: „Welche Garantie gibt dir außerdem ein Stürmer, der in seinem bisherigen Verein lange nicht gespielt hat? Und abgesehen davon, wollen wir unsere jungen Leute, die wir in der Offensive haben, nach vorn bringen.“

Apropos stolzer Österreicher. Der ist Okotie in wenigen Tagen vielleicht tatsächlich. Am Samstag bzw. Dienstag stehen die EM-Qualifikationsspiele gegen Moldawien und in Schweden an. Bei acht Punkten Vorsprung auf Rang drei könnte sich der derzeitige Tabellenführer Österreich, der diese komfortable Position auch dank einiger Okotie-Tore erreicht hat, bereits in fünf Tagen das Ticket für das Turnier in Frankreich gesichert haben. Sollte Okotie mit diesem Erfolgserlebnis nach München zurückkehren, dürfte das für die Löwen auch nicht gerade von Nachteil sein.

tz

Auch interessant

Meistgelesen

Klare Worte: Das sagt Bierofka zu Zündlern im Sechzig-Block
Klare Worte: Das sagt Bierofka zu Zündlern im Sechzig-Block
Ist das ein richtiges Derby? Für Bierofka keine Frage…
Ist das ein richtiges Derby? Für Bierofka keine Frage…
Vergängliches Idyll: Wie lange bleibt das Grünwalder Stadion Heimat der Löwen?
Vergängliches Idyll: Wie lange bleibt das Grünwalder Stadion Heimat der Löwen?
Jan Mauersberger und Nicolas Feldhahn: Ja, es ist ein Derby!
Jan Mauersberger und Nicolas Feldhahn: Ja, es ist ein Derby!

Kommentare