Von Ahlen lobt Kampfgeist

"Sch***-Tor": Frust und Hoffnung nach 1860-Remis

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"Wir hatten die drei Punkte schon in der Hand, das ist schwierig jetzt", ärgert sich Gary Kagelmacher (r.).

München - Natürlich war der Frust groß bei 1860: Kurz vor Schluss haben die Sechziger gegen Kaiserslautern den Sieg verspielt. Doch die Partie gab auch Anlass zur Hoffnung.

Yannick Stark wusste nicht, ob er grinsen oder Trübsal blasen sollte. „Man muss mit dem Punkt leben und darauf aufbauen”, sagte der Torschütze des 1:0 (26.). „Wir haben aus dem Spiel fast nichts zugelassen, umso ärgerlicher ist, dass der Ausgleich nach einer Ecke fällt. Unsere Taktik wäre beinahe aufgegangen.”

Ja, es hätte ein kleiner Befreiungsschlag werden können für die Löwen im Kellerkampf der Zweiten Liga. Nach den Niederlagen des FC St. Pauli in Ingolstadt und von Erzgebirge Aue gegen Nürnberg hätten die Sechziger vor den Augen von Petar Radenkovic, Benny Lauth und Werner Lorant den Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze auf fünf Punkte vergrößern können. Durch den späten Ausgleichstreffer von Markus Karl (85.) zum 1:1 sind es nun nur drei Punkte Abstand zur tiefroten Zone. Kein Grund zum Durchatmen vor dem Jahresabschluss in Leipzig am kommenden Montag (20.15 Uhr).

Immerhin: Defensiv war der Auftritt der Löwen am Mittwoch deutlich besser als zuletzt. Konzentriert, tief stehend, sich gegenseitig helfend – den Ernst der Lage scheinen sie erkannt zu haben an der Grünwalder Straße. „Wir können die Tabelle lesen“, sagte Stark, der wegen seiner fünften gelben Karte in Leipzig gesperrt ist. „Deren Motor stottert auch ein bisschen, da kannst du auf jeden Fall was holen“, glaubt der ehemalige Frankfurter.

Ob tatsächlich was geht beim Brauseklub? Trainer Markus von Ahlen setzt auf den Jetzt-erst-recht-Effekt, der gegen Lautern vor allem in der ersten Halbzeit spürbar war. „Die Mannschaft hat von der ersten Sekunde an aufopferungsvoll gekämpft und viele Dinge hervorragend umgesetzt“, sagte der Coach, der besonders die jungen Maxi Wittek und Marius Wolf hervorhob. Ärgerlich war freilich die Inkonsequenz bei den Konterchancen. Von Ahlen: „Es ist uns nicht gelungen, den Sack zuzumachen. Leider hat uns eine Standardsituation kurz vor Schluss um zwei Punkte gebracht.“

So sah's auch Gary Kagelmacher, der wohl sein bestes Spiel bisher im Löwen-Trikot ablieferte. „Wir hatten die drei Punkte schon in der Hand, das ist schwierig jetzt“, sagte der Mann aus Uruguay. „Es war ein Scheiß-Tor. Wir wissen dass die Situation gefährlich ist, jetzt kommt ein schweres Spiel in Leipzig.“ Eine Partie, die von Ahlen mit neuer Zuversicht angeht. „Die Mannschaft hat Moral und Willensstärke gezeigt, das fand ich bemerkenswert. Ziel ist es, in Leipzig Punkte mitzunehmen, um dann in der Rückrunde richtig anzugreifen.“

Zumindest ein Lebenszeichen haben die Blauen am Mittwoch abgegeben.

lk, tz

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