1860 steht im Achtelfinale!

Pokal-Wahnsinn! Löwen gewinnen bei Erstligist Mainz

+
Grenzenloser Jubel nach dem 2:1-Siegtreffer! Rubin Okotie (r.) feiet sein Tor mit dem Ausgleichsschützen Stefan Mugosa (Mitte) und Krisztian Simon.

Mainz - Wahnsinn, die nächste Löwen-Pokal-Sensation ist perfekt! Der TSV 1860 gewinnt bei Erstligist FSV Mainz 05 und steht im DFB-Pokal-Achtelfinale!

Sie leben ja doch noch, die Löwen. Und wie! Da kriegen sie es nicht gebacken, in der Zweiten Liga von zwölf Spielen auch nur eins zu gewinnen, und dann schießen sie nach der TSG Hoffenheim mit Mainz 05 den zweiten Bundesligisten aus dem DFB-Pokal. Ein 2:1 (0:1)-Sieg, und das noch auswärts – wer hätte ernsthaft daran geglaubt?

Überglücklich fielen sich die Löwen, für die Mugosa und Okotie trafen, nach dem Schlusspfiff in die Arme. „So einen dreckigen Sieg brauchen wir jetzt auch mal in der Liga“, sagte Christopher Schindler, als er die Feierlichkeiten hinter sich hatte. Und Stefan Ortega meinte: „Wir haben es mit Geduld gemacht, obwohl wir uns am Anfang schon dämlich angestellt haben.“

Gleich auf fünf Positionen wurde die Anfangself der Löwen gegenüber der 0:1-Niederlage in Fürth am vergangenen Freitag verändert. Dass Stefan Ortega anstelle von Vitus Eicher im Tor stand, war schon zu Saisonbeginn beschlossene Sache – Pokalspiele sind Ortegas Angelegenheit. Aber was der nach seiner Gallen-OP noch schonungsbedürftige Benno Möhlmann zu Hause auf dem Sofa und sein Vertreter Kurz Kowarz ansonsten ausgetüftelt hatten, verblüffte schon. Der 18-jährige Richard Neudecker durfte bei seinem Profidebüt gleich von Anfang an ran, als linker Verteidiger für Maximilian Wittek. Eigentlich ist Neudecker ein Zehner…

Auf beiden Flügeln wurde ebenfalls getauscht. Simon für Vollmann und Claasen für Wolf hieß es da, und in der Sturmzentrale musste Rubin Okotie weichen. Stefan Mugosa ersetzte ihn, die Trainingseindrücke, so Kurt Kowarz, hätten für den Montenegriner gesprochen. Aber 45 Minuten lang waren die Löwen kaum in der Lage, gegen den Erstligisten so etwas wie ein Angriffsspiel aufzuziehen – das war alles viel zu harmlos und etwaige Versuche erstickten schon im Keim.

Die Mainzer glänzten auch nicht gerade, aber das Spiel lief trotzdem nach ihrem Geschmack, weil sie schon nach sechs Minuten in Führung lagen. Mit Hilfe von Christopher Schindler. Der Kapitän lenkte nach Freistoßflanke von Latza den Ball mit dem Rücken ins eigene Tor. Kurz vor der Pause dann durften die Sechziger Hoffnung schöpfen. Bengtsson sah nach einer Notbremse gegen Simon Rot, Überzahl war bei den Blauen ab sofort angesagt.

Mugosa lässt die Muskeln spielen! Bilder und Noten aus Mainz

Mugosa lässt die Muskeln spielen! Bilder und Noten aus Mainz

Und sie legten nach der Pause auch ihre Hemmungen ab, wagten viel mehr und suchten endlich auch den Weg zum gegnerischen Tor. Claasens Supersolo brachte zwar noch nicht den gewünschen Erfolg (51.) – aber dann: Bungert unterschätzte einen weiten Ball von Adlung, Mugosa schnappte sich die Kugel und traf ins lange Eck (70.). Da ließ sich sieben Minuten später der eingewechselte Stürmerkollege Okotie nicht lumpen und legte das 2:1 nach. Nach ganz feiner Flanke von Claasen traf der Österreicher per Kopf.

Die Mainzer setzten die Brechstange ein – es half nichts mehr. Kagelmacher und Wittek klärten auf der Linie, die Sensation war perfekt. „Es war verdient für uns“, strahlte Kurt Kowarz, „wir sind immer besser ins Spiel gekommen und konnten und konnten uns befreien.“

Der TSV 1860 kassiert 527.000 Euro fürs Weiterkommen, Duisburg kann kommen. Und der nächste Pokalgegner natürlich auch…

Den Spielverlauf im Live-Ticker zum Nachlesen.

cm, mj

Auch interessant

Meistgelesen

Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
Personal, Taktik, Tickets: Die wichtigsten Fragen zur Relegation
Personal, Taktik, Tickets: Die wichtigsten Fragen zur Relegation
Ex-Löwe Pentke im tz-Interview: „Bei uns ist immer Spektakel“
Ex-Löwe Pentke im tz-Interview: „Bei uns ist immer Spektakel“
Alle Infos zur Relegation 2017: Termine, Modus und TV-Übertragung
Alle Infos zur Relegation 2017: Termine, Modus und TV-Übertragung

Kommentare