TSV 1860, Türkgücü, FC Bayern II, UHG

Von Aufstiegstraum bis Abstiegsangst: Münchens Drittligisten im Check

2. Liga? 1860-Coach Michael Köllner mischt mit oben mit.
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2. Liga? 1860-Coach Michael Köllner mischt mit oben mit.

Die Münchner Drittligisten beliefern uns auch im neuen Jahr mit der kompletten Palette der Fußball-Emotionen. Wo das alles noch hinführen soll?

TSV 1860: In der Grünwalder Straße 114a residieren – lokal betrachtet – die klaren Gewinner des Wochenendes. Als einzige Münchner Mannschaft blieben die Löwen ungeschlagen, überregional indes war zum blauen Leidwesen eine Inversionslage zu beobachten. Rostock, Ingolstadt und Dresden lösten ihre Aufgaben spät, teils sehr spät, und setzten literweise Endorphine frei. Die Löwen müssen sich mit kostenlosen Proteinriegeln trösten – der neue Foodsponsoring-Vertrag macht’s möglich.

Türkgücü: Die Meister der Wintertransfers stoßen an ihre Grenzen. Nach drei Nullnummern und dem 0:2 gegen Waldhof Mannheim traf Spielmacher Sercan Sararer beim 1:3 in Wiesbaden zwar per Handelfmeter, dennoch bestand kein Anlass zur Milde. Trainer Alexander Schmidt ärgerte sich, dass sein (in sämtlichen Belangen unterlegenes) Team nach dem Ausgleich „die entscheidenden Zweikämpfe verloren“ habe, zudem fehle es neben den nötigen Dreiern auch an gelernten Sechsern. Hintergrund: Marco Holz wechselte Mitte Januar ablösefrei zum Bierofka-Club Wacker Innsbruck, beim Ex-Löwen Aaron Berzel riss zwei Tage nach Transferschluss das Innenband im rechten Knie. Dumm gelaufen. Aufstieg ade?

FC Bayern II: Eine Pleite gegen Pleiteclub KFC Uerdingen? Damit dürften Anhänger der kleinen Bayern trotz der Abgänge von Leon Dajaku (Union Berlin) und Chris Richards (TSG Hoffenheim) nicht gerechnet haben. Spielerisch war das Team von Trainer Holger Seitz den Gästen am Sonntag klar überlegen, auch einen kompetenten Sechser haben die Bayern in Form von Angelo Stiller noch in ihren Reihen (er wechselt erst zur neuen Saison nach Hoffenheim). Was einmal mehr fehlte, war die Ruhe im Abschluss. Möglich, dass Topverdiener Fiete Arp morgen im Nachholspiel gegen den FSV Zwickau (19 Uhr, MagentaSport ) eine neue Chance bekommt. „Er wird dranbleiben“, sagt Seitz.

SpVgg Unterhaching:Letzte Station, größter Problemfall. „Ich schaue generell lieber nach oben, auch in der Tabelle“, hatte Trainer Arie van Lent zum Ende der Weihnachtspause im Interview mit unserer Zeitung kundgetan. Seitdem holte seine Mannschaft in acht Spielen exakt einen Punkt – beim 0:0 gegen Türk-gücü. Es ist der fatale Mix aus mangelnder Durchschlagskraft und defensiver Naivität, der der Vorstädter 2021 zum Abstiegskandidaten Nummer 1 hat mutieren lassen. „Wir stehen das gemeinsam durch, dafür ist Haching bekannt. Wir werden das gemeinsam rocken und aus der Krise kommen“, sagte Präsident Manfred Schwabl Ende Januar nach dem 0:1 in Lübeck. Ob die Treueschwüre den Februar überdauern? Die Partien gegen Saarbrücken, Duisburg und 1860 werden’s zeigen. Noch mal van Lent: „Wir machen weiter, bis nichts mehr geht.“ LUDWIG KRAMMER

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