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Kagelmacher: Mehr als nur ein Rauhbein

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Der künftige Abwehrchef des TSV 1860: Gary Kagelmacher.

München - Gary Kagelmacher, der erste Uruguayer in 1860-Diensten, hat in Europa von vielen Spielweisen gelernt. Der Verteidiger erzählt, was er in Madrid und in Monaco gelernt hat.

 Man glaubt sie ja bestens zu kennen, die Urus: Als Raubeine und Heißsporne gelten sie, die seit Jahrzehnten eisenfüßig durch die Welt des Fußballs holzen. Und auch sonst nicht gerade pfleglich mit ihren Kontrahenten umgehen. Bei der WM in Brasilien hat Luis Suarez sogar zugebissen. Und schon anno 1966 fiel Horacio Troche äußerst unangenehm auf, als er im WM-Viertelfinale Uruguay – Deutschland (0:4) den deutschen Kapitän Uwe Seeler ohrfeigte. Kein Wunder also, dass an Fußballspielern aus Uruguay ein unrühmlicher Ruf haftet. Gary Kagelmacher meint dazu: „Wir hatten immer solche Spieler. Wir sind ein kleines Land, Kampfgeist ist sehr wichtig für uns.“

Der 26-Jährige ist der erste Uruguayer in Diensten des TSV 1860. Trainer Ricardo Moniz hat den derzeit noch angeschlagene Defensivspezialist als Abwehrchef vorgesehen. Allerdings ist nicht unbedingt davon auszugehen, dass der Südamerikaner mit Stuttgarter Vorfahren sich in seiner Spielweise ganz am Uru-Klischee orientieren wird. „Ich habe mir viele Sachen in verschiedenen Ländern angeeignet“, betont er.

Kagelmacher gehörte einst der U-20-Nationalmannschaft seines Landes an, spielte dort an der Seite der heutigen Weltstars Luis Suarez (FC Barcelona, zuvor Liverpool) und Edison Cavani (Paris St. Germain). Spanische Scouts lotsten ihn daraufhin schon im sehr juvenilen Alter von 19 Jahren zu Real Madrid. Dort kam er vornehmlich in der zweiten Mannschaft zum Einsatz, mit 21 stand er ein einziges Mal in der Startelf der Königlichen. In der Innenverteidigung spielte er zusammen mit Christoph Metzelder, weitere Mitspieler waren Raul, Arjen Robben, Klaas-Jan Huntelaar, Gonzalo Higuain, Marcelo, Iker Casillas. In Spanien, so Kagelmacher, habe er gelernt „viel zu passen, Fußball zu spielen“.

Auf seiner nächsten Station ging es dann etwas anders zu. Kagelmacher wechselte zum AS Monaco, der damals noch in der 2. französischen Liga spielte. „Dort triffst du auf viele Spieler aus Afrika. Die kommen mehr von der Power, der Kondition. Da musst du dich mehr reinhauen“, erzählt Kagelmacher. Hinzu kam, dass Monaco unbedingt aufsteigen wollte (und dies dann auch schaffte). „Die Kleinen wollten uns unbedingt schlagen.“ Da helfen dann eben nur die alten Uru-Tugenden weiter, also kompromisslose Härte. Trainer war damals Claudio Ranieri. Der habe sogar noch härter trainiert als sein jetziger Coach Moniz. Durch Ranieri habe er den „italienischen Stil“ kennen gelernt.

Sein weiterer Weg durch Europa führte zu Germinal Beerschot (1. belgische Liga) und FC Valenciennes (1. französische Liga). Mit seinem letzten Verein stieg Kagelmacher zwar ab, dem Image des polyglotten Verteidigers, der vier Sprachen spricht (darunter auch Deutsch), hat das aber nicht geschadet. Vereine aus der in 1. Liga in Spanien und Frankreich meldeten sich mit Offerten, die Homepage „transfermarkt.de“ gibt seinen aktuellen Marktwert mit 2,5 Millionen Euro an.

Kagelmacher entschied sich aber für die Zweitklassigkeit in Deutschland. 1860- Sportdirektor Gerhard Poschner und Trainer Moniz hätten ihn überzeugt. Das Resultat eines Treffens in München beschreibt er so: „Ich habe ein gutes Gefühl.“ Auch wenn er meint: „Es wird ein schwieriges Jahr. Wir wollen aufsteigen – die anderen wollen uns killen.“ Gut möglich, dass sich Kagelmacher da gezwungen sieht, den typischen Uruguayer in sich wiederzuentdecken.

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