Rauswurf nach wenigen Monaten

Gefeuerter Scout geht gegen Kündigung vor - und bringt 1860 in Bedrängnis

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Könnte Ärger bekommen: Löwen-Investor Hasan Ismaik.

München - Während Neuzugänge beim TSV 1860 weiter auf sich warten lassen, sorgt ein Winter-Abgang für Ärger: Ex-Chefscout Peer Jaekel wehrt sich vor Gericht gegen seinen Rauswurf. Für die Löwen könnte der Fall ungemütlich werden.

Das Gastspiel von Peer Jaekel beim TSV 1860 war kurz. Im Sommer als Chefscout geholt, im Winter schon wieder entlassen. Wie der kicker berichtet, hat der 34-Jährige beim Arbeitsgericht München eine Kündigungsschutzklage eingereicht, um gegen seinen Rauswurf vorzugehen. Das Gericht bestätigte unserer Onlineredaktion, dass ein Verfahren vorliegt.

Unklare Machtverhältnisse

Brisant: Bei der Klage des Ex-Mitarbeiters gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber geht es nicht nur um dessen Schicksal - auch die wahren Machtverhältnisse im Verein könnten ans Licht kommen. Im Fokus steht dabei die 50+1-Regel. Mehrere Medien berichteten, dass die DFL bei der Entlassung von Kosta Runjaic wegen eines möglichen Verstoßes von Löwen-Investor Hasan Ismaik gegen diese Regel ermittelte - der Verein widersprach. Die Beurlaubung Runjaics habe „in Übereinstimmung aller Gremien“ stattgefunden. Aber war das bei Jaekel auch so? Oder fiel diese einem Alleingang von Geschäftsführer Anthony Power zum Opfer?

Knapp vorbei am Punktabzug?

Peer Jaekel (l.) mit dem ehemaligen Geschäftsführer Thomas Eichin.

Fakt ist, dass die klammen Löwen von der Gunst Ismaiks und dessen Statthalter Power abhängen. Aber bestimmt Ismaik über den rechtlich zulässigen Rahmen die Geschicke in Giesing und greift ins Tagesgeschäft ein? Solche Fragen dürften im Rahmen des möglichen Gerichtsprozesses zwischen dem Verein und Jaekel auf die Löwen zukommen. Was immer wieder vermutet wird, könnte durch den Fall Jaekel ans Licht kommen. Nämlich, dass Ismaik gegen die 50+1-Regel verstößt. Erst kürzlich berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass der Verein achteinhalb Millionen Euro von Ismaik in Genussscheine umwandelte, um einem möglichen Punktabzug zu entgehen. 

Allmächtiger Ismaik?

Die Umwandlung sei „Bestandteil einer grundsätzlichen Neuordnung der Finanzierung und Kapitalausstattung der Gesellschaft“, heißt es von Löwen-Seite. Und das bedeutet nichts anderes als eine Machterweiterung des Investors. Was als nächstes kommt, bleibt abzuwarten. Wir haben versucht, etwas Licht ins Verwaltungswirrwarr des TSV 1860 zu bringen.

mae

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