Klare Worte bei Facebook

Mayrhofer: "Um Fußball ging es am wenigsten"

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Seit zehn Monaten Löwen-Präsident: Gerhard Mayrhofer.

München - Monatelang hat Gerhard Mayrhofer bei Facebook geschwiegen. Jetzt hat sich der 1860-Präsident wieder zu Wort gemeldet - mit klaren Aussagen.

Rund sechs Wochen lang herrschte Stille auf der Facebook-Seite von Gerhard Mayrhofer. Diese hatte der Oberlöwe eigentlich eingerichtet, um sich direkt und ungefiltert an die Fans zu wenden. Doch seit dem 30. März war nichts mehr von Mayrhofer zu lesen. Bis zu diesem Dienstag!

Mit einem langen Text hat sich Mayrhofer an die Anhänger gerichtet. Natürlich ist aus diesem alles andere als Zufriedenheit herauszulesen über den siebten Platz in der Saison-Abschlusstabelle. Doch für ihn ist das unbefriedigende Abschneiden kein Wunder. "Das was sich aber auf dem Rasen zeigt, ist das Ergebnis von allem, was einen Verein bewegt. Das Ergebnis vieler kleiner Details und großer Aktionen", so Mayrhofer.

Heißt also: Die Probleme innerhalb des Vereins schlagen sich auch auf die Leistungen des Teams nieder. Und in den Strukturen sieht Mayrhofer überwältigende Verbesserungen. "Im Inneren sieht der TSV 1860 heute völlig anders aus, als das bei Saisonbeginn der Fall war. Wir haben zwei neue Geschäftsführer. Einen für den Sport und einen für alle kaufmännischen Belange. Das ist eine wesentliche Veränderung. Es bringt den Bereich, um den es im Fußballprofibereich wirklich geht, in das Zentrum des Handelns. Das war nicht immer so." Nun muss eben noch ein neuer Trainer für die kommende Saison gefunden werden - oder bleibt es doch Markus von Ahlen? Zu dieser Personalie äußert sich Mayrhofer in seinem langen Facebook-Posting nicht.

Am 14. Juli 2013 wurde Mayrhofer zum neuen Präsidenten des Vereins gewählt. Was er vorgefunden hat, schien ihm nicht gerade gefallen zu haben. "Mein Eindruck nach meinen Amtsantritt war vielmehr, dass es beim TSV 1860 um Fußball am wenigsten geht. Interne Querelen und Egozentren beherrschten den Alltag unseres Vereins", schreibt er.

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Doch Mayrhofer hat aufgeräumt. "Diese Situation, im speziellen das völlig zerstörte Verhältnis zu Hasan Ismaik, unserem Partner in Abu Dhabi, hätte zwangsläufig zum Ende aller Hoffnung für den TSV 1860 geführt. Wir haben neue kraftvolle Strukturen geschaffen, als Grundlage für Professionalität und einer Kultur des Miteinanders."

Ein Thema scheint Mayrhofer aber immer noch mächtig zu stinken - auch wenn er den Namen von Helmut Kirmaier nicht konkret nennt. Das Löwen-Mitglied versucht seit der Wahl, den Präsidenten durch Klagen aus dem Amt zu kippen. Mayrhofer schreibt, dass "noch immer einzelne durch eine Klage gegen den Verein versuchen, ein basisdemokratisch gewähltes Präsidium und die eingeleiteten Reformen zum Fall zu bringen, um Ihre eigene Vorstellung gegen den Willen der Mitglieder durchzusetzen." Das Verfahren wird am 23. Mai neu aufgerollt.

Der Präsident kündigt Leidenschaft und Konsequenz an, um die Löwen erfolgreich zu machen und fordert alle Beteiligten im Verein und in dessen Umfeld - natürlich auch die Fans - zum Zusammenhalt auf - und schließt mit den Worten: "Auf eine spannende und erfolgreiche Saison 2014/2015 mit Euch allen und den Löwen immer im Herzen, freut sich Euer Gerhard Mayrhofer."

lin

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