Ex-Löwen-Boss über Investor und Poschner

Mayrhofer verrät: Ismaik will 1860-Präsident werden

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Macht sich auch nach seinem Aus als Präsident so seine Gedanken über die Löwen: Gerhard Mayrhofer kritisiert Investor Hasan Ismaik.

München – Gerhard Mayrhofer hat zwei Zukunfts-Visionen für die Löwen. Der ehemalige Präsident erwartet eine One-Man-Show von Investor Hasan Ismaik und tritt gegen Gerhard Poschner nach.

Nach seinem Rücktritt als Sechzig-Präsident fiebert Gerhard Mayrhofer als Fan mit seinem Herzens-Verein mit. Und der 53-Jährige macht sich große Sorgen. „Diesem Verein wäre nur zu helfen, wenn Hasan Ismaik seine Vision von einer Alleinherrschaft verwirklichen darf und er dann wirklich investiert“, stellt Mayrhofer in der Süddeutschen Zeitung klar: „Oder er müsste sich von seinen Anteilen trennen und sie abgeben an jemanden, der dazu in der Lage ist, gemeinsam mit dem e.V. etwas zu entwickeln. Dazwischen gibt es keine Alternative.“

An Variante eins bastelt der millionenschwere Jordanier seit geraumer Zeit. „Interessanterweise hat er mir im Dezember eröffnet, dass er sich vorstellen könnte, dass ich zurücktrete. Damit er der Präsident des TSV 1860 werden kann“, verrät Mayrhofer. Ismaik als König der Löwen? Damit scheint sich Mayrhofer abfinden zu können, denn: „Vielleicht wäre das sogar die beste Lösung für alle, weil dann keine Konflikte mehr zu bearbeiten sind.“ Allerdings gäbe es dann wohl ein mittelgroßes Problem: „Wie jemand mit Wohnsitz Abu Dhabi Präsident von 1860 München sein könnte, hat sich mir noch nicht erschlossen.“

"Keiner wollte mehr mit Poschner weiterarbeiten"

Wie mächtig der Investor in der Ferne ist, bewies zuletzt auch die Diskussion um den höchst umstrittenen Gerhard Poschner. „Es hat im Verein eine Willensbildung gegeben, dass niemand mit dem Geschäftsführer Sport weiterarbeiten möchte. Einstimmig. Der ganze Verwaltungsrat, das ganze Präsidium“, spricht Mayrhofer Klartext: „Diese Entscheidung konnte der Verein aber nicht umsetzen. Poschner ist noch da. Weil Ismaik wohl anderer Meinung war.“ Bei diesen Worten sprudelt der ganze Frust heraus nach dem quasi erzwungenen Rücktritt des kompletten Präsidiums.

Über Ismaiks Begründung für seine Pro-Poschner-Haltung kann Mayrhofer nur müde lächeln: „Er hat in einem Interview argumentiert, dass er Poschner im Trennungsfall weiter bezahlen müsste. Der Abstieg hätte den Klub mindestens zehn Millionen Euro gekostet. Da wäre eine Abfindung wohl die bessere Wahl gewesen.“ Doch über den Kopf des stolzen Geschäftsmannes hinweg wollten Mayrhofer und Co. eine so wichtige Entscheidung nicht fällen: „Wir wollten eine gute und solide Basis mit Hasan Ismaik schaffen. Wir hätten ihn im Beirat einfach überstimmen können, aber das hätte ihn nicht gerade in Hochstimmung versetzt.“

"Namhafter Sportmanager wollte einsteigen"

Den Launen von Ismaik sah sich das Löwen-Präsidium auch bei den Verhandlungen mit potenziellen neuen Investoren ausgesetzt. „Ein Angebot lag unterschrieben auf dem Tisch. Hochgradig respektable Leute standen hinter diesem Angebot. Und es stand einer der namhaftesten Sportmanager Deutschlands bereit, um beim TSV 1860 einzusteigen“, versichert Mayrhofer und bedauert: „Plötzlich wollte Ismaik ein Binding-Offer, ein bis ins letzte ausformuliertes Angebot, das man in ein paar Tagen nicht hinbekommt. Unmöglich.“

Also bleiben die Löwen weiter fest in Ismaiks Hand. Das ernüchternde Fazit Mayrhofers: „1860 ist zu einem Spekulationsobjekt geworden.“

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