Stimmenverluste bei 1860-Versammlung

Mayrhofer: "Klares Votum für dieses Präsidium"

Taufkirchen - Bei der außerordentlichen Delegiertenversammlung des TSV 1860 ist Gerhard Mayrhofer als Präsident bestätigt worden. Er sieht darin ein klares Signal.

Um 19.55 Uhr, nach gerade Mal 47 Minuten Sitzungszeit, war die Entscheidung im Kulturzentrum Taufkirchen gefallen. Applaus drang durch die Türen des Sitzungssaales, vor dem die Presse hatte warten müssen. Gerhard Mayrhofer fiel drinnen nach eigenen Worten „ein großer Stein vom Herzen“. 111 von 170 Delegierten (bei 18 Nein-Stimmen und 41 Enthaltungen) hatten dafür votiert, dass sich der Notvorstand ab sofort wieder Präsident nennen darf. Ein Denkzettel, sicher, aber keine Watschn. Auch die Vizepräsidenten Erik Altmann und Heinz Schmidt wurden bestätigt, mit jeweils 164 Ja-Stimmen schnitten sie besser ab als Mayrhofer. Die neue Satzung (u.a. Rückkehr zum Mitgliedersystem) wurde mit 157 Stimmen durchgewunken.

Die Frage, die sich nach Helmut Kirmaiers angekündigter Anfechtung sämtlicher Beschlüsse weiterhin stellt: Kehrt bei den Löwen an der klubpolitischen Front jetzt Ruhe ein?

Präsident Gerhard Mayrhofer (l.) mit seinen Vizepräsidenten Heinz Schmidt (Mitte) und Vize Erik Altmann (r.).

Mayrhofer wähnt sich auf der sicheren Seite. „Es gibt ein klares Votum für dieses Präsidium. Damit sollte Kirmaier klar sein, dass er keine Mehrheit mehr beim TSV 1860 hat“, sagte der 52-Jährige. „Wir haben jetzt Rechtssicherheit und können weiter daran arbeiten, den Verein in eine gesunde Spur zu bringen.“ Zeitnah will Mayrhofer nun eine Mitgliederversammlung einberufen, auf der der dritte Vize Peter Helfer gewählt werden soll. Mayr­hofer selbst will sich nicht erneut zur Wahl stellen: „Dafür gibt es keinen Anlass. Damit würden wir der Gegenseite Recht geben.“

Bilder von der 1860-Delegiertenversammlung

Delegiertenversammlung des TSV 1860 - Bilder

Die Gegenseite, also vor allem Kirmaier und dessen Anwalt Heinz Veauthier, hatten öffentlich angezweifelt, ob Mayrhofer als Notvorstand zu einer außerordentlichen Delegiertenversammlng hätte laden dürfen. 1860-Anwalt Guido Kambli verwies auf das Registergericht, das Mayrhofer dies ausdrücklich gestattet habe. „Damit ist der Präsident nun nach alter und neuer Satzung im Amt“, sagte Kambli. Das schwebende Verfahren beim Oberlandesgericht wäre nach dieser Argumentation also keine Gefahr mehr für Mayrhofer. Kamblis Plädoyer: „Jetzt sollte man sich die Hand reichen, dafür ist es nie zu spät.“

Kirmaier und Veauthier werden das sicher anders sehen. Von einer Fortsetzung des Rechtsstreits kann ausgegangen werden. Die „Störfeuer“, wie Mayrhofer Veauthiers Klagen nennt, werden so schnell nicht verstummen.

Der Verlauf des Abends im Ticker zur Versammlung

lk

Rubriklistenbild: © sampics / Stefan Matzke

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