"Im Sturm wird noch was passieren"

tz-Interview: Mayrhofer über Kader und Kirmaier

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Löwen-Präsident Gerhard Mayrhofer.

München - Im großen tz-Interview spricht Löwen-Präsident Gerhard Mayrhofer über die Kaderplanung, die Kapitänsfrage und den Gerichtstermin in Sachen Kirmaier.

Klubpolitisch wird’s für den TSV 1860 am Freitag interessant. Für 12 Uhr mittags ist am Landgericht München I die Urteilsverkündung im Fall Kirmaier terminiert. Richterin Christina Weit­nauer wird dann ihre Entscheidung bekanntgeben, ob 1860-Kurzzeit-Präsident Hep Monatzeder berechtigt war, im Frühjahr 2013 zur Delegiertenversammlung zu laden, bei der er schließlich nicht bestätigt wurde. Und daraus folgend, ob das später von der Mitgliederversammlung gewählte Präsidium um Gerhard Mayrhofer rechtmäßig im Amt ist.

Mayrhofer blickt dem Termin demonstrativ gelassen entgegen. Wie er die Gesamtlage bei den Sechzigern anderthalb Wochen vor dem Saisonstart sieht, verriet er im tz-Interview.

Herr Mayrhofer, im Internet wird derzeit lebhaft über die „Üüüü“-Aktion der Löwen bei Facebook diskutiert. Angeblich soll ein neuer Klubsong dahinterstecken? Können Sie uns auf die Sprünge helfen?

Mayrhofer: (lacht) Lasst euch üüüüberraschen! Ich sag’ dazu gar nix. Wir werden das zum richtigen Zeitpunkt enthüllen. Bis dahin: Spannung!

Auch beim Mannschaftskapitän ist es noch ein bisschen spannend. Was würden Sie von einem Kapitän Julian Weigl halten?

Mayrhofer: Ich will unserem Trainer da nicht vorgreifen, das ist allein seine Entscheidung. Was ich sagen kann, ist, dass ich mich freue, solch gute Spieler aus dem eigenen Nachwuchs bei der Profimannschaft zu haben. Die Qualität eines Julian Weigl oder eines Maxi Wittek – da geht mir das Herz auf, wenn ich die Burschen spielen sehe! Das ist unser Pfund bei Sechzig, das wollen wir forcieren.

Wie geht’s Ihnen, wenn Sie an den 4. August denken, an den Zweitliga-Auftakt beim 1. FC Kaiserslautern?

Mayrhofer: Ich gehe mit einem guten Gefühl voran, weil ich Optimist bin. Wir haben den Verein umgebaut, die sportliche Führung und das Konzept verändert, dazu die Mannschaft und das System. Also an Energie mangelt es 1860 sicher nicht. Dass nicht alles von heute auf morgen funktionieren kann, ist uns auch klar.

Vor allem die Torausbeute missfällt Trainer Ricardo Moniz.

Mayrhofer: Keine Angst, das ist uns allen nicht entgangen. Trotzdem wird jeder, der ernsthaft hinschaut, sehen, dass bei Bobby Wood und Rubin Okotie zuletzt gegen Gladbach und Cardiff nur Nuancen zum Torerfolg gefehlt haben. Da geht was voran – und das wundert mich auch nicht, so wie sich unser Trainer in seine Aufgabe reinkniet.

Moniz hat unmissverständlich weitere Angreifer gefordert.

Mayrhofer: Darüber gibt’s bei uns keine zwei Meinungen. Und da wird auch noch was passieren, das hat Gerhard Poschner doch klar formuliert.

Wie steht Gesellschafter Hasan Ismaik zum Thema Kader-Umbau? Poschner sagte, dass der Profi-Etat gegenüber der Vorsaison praktisch unverändert geblieben sei.

Mayrhofer: Es gibt diesbezüglich keinerlei Not, irgendwie Druck aufzubauen, das können Sie mir glauben. Wir können die Mannschaft weiter verstärken ohne neue Darlehen in Anspruch nehmen zu müssen.

Das Wort „Aufstieg“ wurde bislang nur vom Trainer in den Mund genommen. Moniz will Zweitligameister werden, ohne Wenn und Aber. Wie ist Ihre Erwartungshaltung?

Mayrhofer: In den bisherigen Testspielen habe ich sehr gute Ansätze gesehen, da ist ein neuer Spielfluss drin. Natürlich ist unser Weg mit Risiken verbunden, aber es gibt keinen anderen Weg für 1860! An unserer Geduld wird’s bestimmt nicht scheitern, wir gewinnen und verlieren zusammen. Aber wir werden auch nichts schönreden, sondern immer die Realität zum Maßstab nehmen. Schöngefärbt worden ist bei 1860 in der Vergangenheit viel zu viel – nicht nur in sportlicher Hinsicht.

18 Dinge über 1860, die Sie noch nicht wussten

18 Dinge über 1860, die Sie noch nicht wussten

Am Freitag wird am Münchner Landgericht das Urteil im Fall Kirmaier gesprochen. Es geht nicht zuletzt um Ihre Legitimation als 1860-Präsident. Mit welchem Ausgang rechnen Sie?

Mayrhofer: Ich weiß es nicht und will da auch keine Prognosen abgeben. Ich kann nur sagen, dass wir auf alles vorbereitet sind. Wir sind am 14. Juli 2013 als Präsidium basisdemokratisch mit knapp 96 Prozent der Stimmen gewählt worden und fühlen uns im Amt. Wir werden uns ganz sicher nicht aus der Bahn werfen lassen.

Interview: lk

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