Die Lage ist ernst

Poschner stärkt von Ahlen den Rücken

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Gerhard Poschner.

München - 1860-Präsident Gerhard Mayrhofer warnt: „Sind absolut im Abstiegskampf. Sportchef Gerhard Poschner stellt sich derweil hinter Trainer Markus von Ahlen.

Die Botschaft, die Gerhard Mayrhofer am Dienstag verkündete, stand ihm schon auf der Tribüne des Nürnberger Grundig Stadions ins Gesicht geschrieben. Finsteren, konsternierten Blickes hatte er die 1:2-Niederlage der Sechziger beim 1. FC Nürnberg verfolgt.

Die Krümmung seiner steil nach unten gerichteten Mundwinkel verriet tiefste Enttäuschung. „Die Lage ist sehr kritisch, wir sind absolut im Abstiegskampf angekommen. Ich hoffe, dass das jetzt jeder kapiert hat“, sagte der Präsident des TSV 1860 tags darauf: „Wir brauchen vor der Winterpause dringend Punkte,. Egal wie.“

Nun, die Löwen befinden sich ja schon seit geraumer Zeit im Tabellenkeller. Aber so richtige Alarmstimmung herrscht erst seit Montagabend. Und sie spiegelte sich schon unmittelbar nach dem Abpfiff in der drastischen Wortwahl einiger Münchner Spieler wider.

Am zerknirschtesten hörte sich dabei Torhüter Daniel Ortega an. „Wir sind völlig im Arsch da unten. Die Leute lachen ja schon über uns“, wetterte der 22-Jährige, „die Luft wird immer dünner, da müssen wir uns nichts vormachen. Es muss jetzt einen Riesenknall geben. Jeder im Verein – von der Putzfrau bis zum Präsidenten – muss an einem Strang ziehen.“

Sein Teamkollege Yannick Stark hieb in die gleiche Kerbe: „Die Fans sind unzufrieden, wir sind unzufrieden, das ist natürlich eine Scheiß-Situation für uns.“ Daniel Adlung meinte: „Die Tabelle lügt nicht mehr am 16. Spieltag. Wir müssen aufwachen, wir dürfen nicht mehr weiter in den Strudel geraten.“ Und gestern erhob auch Sportchef Gerhard Poschner das Wort. Seine knappe Einschätzung: „Die Lage ist ernst.“

Löwen wirbelten nur in ersten Minuten

Im Duell der angeschlagenen Altmeister hatten die Löwen nur in den ersten Minuten gewirbelt. Nach einem frühen Doppelschlag durch Alessandro Schöpf (14.) und Jakub Silvestr (17.), fehlten den Sechzigern die spielerischen Mittel, um Nürnberg noch groß in Bedrängnis zu bringen. Auch das Eigentor von Club-Verteidiger Jürgen Mössmer (28.) änderte nichts an Nürnbergs Dominanz. Poschner befand immerhin: „Positiv war, dass die Mannschaft nicht zerfallen ist.“

Somit stecken die Löwen als Tabellen-16. weiter in der Abstiegszone fest, und es dürfte ihnen schwer fallen, bis zur Winterpause von dort wegzukommen. Mit dem Tabellendritten Karlsruhe und dem Tabellenzweiten Kaiserslautern stehen zwei knifflige Heimspiele an, und dann geht es noch zu RB Leipzig. Es gibt erfreulichere Perspektiven. Für Poschner steht die erste Zwischenbilanz jetzt schon fest. Der Hinrunde gab er das Prädikat: „Absolut unzufriedenstellend.“

Trainer Markus von Ahlen versuchte unterdessen, dem Auftritt in Nürnberg auch einige positive Aspekte abzugewinnen: „Ich habe eine Mannschaft gesehen, die alles gegeben hat. Sie hat in Unterzahl noch in der Schlussphase die Kraft aufgebracht, Situationen nach vorne zu erzwingen. Die Moral ist absolut intakt.“

Mag sein. Nur stellt sich auch die Frage, ob von Ahlen im nun drohenden Existenzkampf gut beraten ist, vor allem auf die Jugend zu setzen. Gegen Nürnberg betrug der Altersschnitt zwischenzeitlich 22,3 Jahre. Poschner erklärte gestern: „Man darf von den jungen Spielern nicht erwarten, dass sie den Karren aus dem Dreck ziehen.“ Von Ahlen räumte ein: „Erfahrung kann man nicht herbeizaubern.“ Aber zum Beispiel aufstellen.

Gegen Nürnberg spielten fünf Youngsters, die bis vor kurzem noch die U 21 in der Regionalliga verstärkten. Routinierte Kräfte saßen dagegen auf der Bank oder wurden gar nicht erst mitgenommen. Von Ahlen dazu: „Für mich ist immer die Leistung im Training entscheidend.“

Dort betätigte sich gestern auch wieder Rubin Okotie. Ein Lichtblick, immerhin. Nach seiner Verletzungspause absolvierte der unersetzliche Torjäger die ersten Einheiten. „Wir müssen schauen, dass wir die Trainingsbelastung sukzessive steigern“, sagte von Ahlen. Wann der Österreicher wieder einsatzbereit sein wird, ist allerdings ungewiss.

Okoties Tore wären jedenfalls sehr hilfreich, um von Ahlens Bilanz aufzumöbeln: In den zehn Pflichtspielen unter seiner Regie kassierten die Blauen sieben Niederlagen. Auf die Frage, ob der Trainer immer noch unumstritten sei, meinte Poschner gestern: „Darüber gibt es nichts zu diskutieren. Wir sind nach wie vor von der Arbeit von Markus überzeugt.“

Mal sehen, ob dieser Satz bis zur Winterpause Bestand hat.

Armin Gibis

Kinderspaß mit Ortega und den Löwen

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