Erfolg, aber nur im Gerichtssaal

Gerhard Mayrhofer, der leidgeprüfte Oberlöwe

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Gerhard Mayrhofer.

München – Zur Abwechslung mal wieder eine positive Nachricht für Gerhard Mayrhofer, den leidgeprüften Oberlöwen. In Abwesenheit wurde der 53-Jährige vor dem Landgericht München I als rechtmäßiger Präsident des TSV 1860 bestätigt.

Wieder einmal hatte sich eine Abordnung des Zweitligisten (Vize Heinz Schmidt, Anwalt Guido Kambli) vor Gericht mit Vereinsmitglied Helmut Kirmaier und dessen klagewütigem Rechtsbeistand Heinz Veauthier getroffen. Es ging um die Beschlüsse der Delegiertenversammlung vom 2. Dezember, die Richter Lars Baumann nachträglich für gültig erklärte. Die Wahl durch die für diesen Abend reaktivierten Delegierten sei rechtens gewesen, erläuterte der Richter. Seine Begründung: Der Notvorstand, der die Versammlung einberufen hatte (also Mayrhofer und Co.), sei zu diesem Schritt eindeutig befugt gewesen.

Tags zuvor ist Mayrhofer jenen gegenüber gesessen, die aus seiner Sicht einer erfolgreichen Löwen-Zukunft im Wege stehen: Sportchef Gerhard Poschner und Noor Basha, Statthalter des Investors Hasan Ismaik. Bei dem zweistündigen Treffen, an dem auch Geschäftsführer Markus Rejek und Beirat Karl-Christian Bay teilnahmen, ging es darum, einen Weg aus der Pattsituation in der Entscheidungsebene zu finden. Mit anderen Worten: Mayrhofer dürfte erläutert haben, warum er Poschner lieber heute als morgen aus seinem bis 2017 laufenden Vertrag entlassen würde. Poschner und Basha wiederum dürften Argumente auf den Tisch gelegt haben, warum sie es für sinnvoll halten, nicht schon wieder neue Leute in die Chefsessel zu bitten. Die genauen Inhalte des Treffens blieben geheim. Zumindest für Poschner war es aber ein Abend mit begrenztem Spaßfaktor, wie er der „tz“ verriet. „Ich werde derzeit 24 Stunden am Tag bearbeitet, aber ich erwarte von mir selbst, dass man sich professionell verhält und sich mit der Sachlage und den Konflikten komplett emotionsfrei auseinandersetzt.“ Der Gedanke aufzugeben, kommt dem Sportgeschäftsführer trotz des geballten Widerstands nicht in den Sinn. „Weglaufen ist nicht meine Art, das ist feige“, sagte er: „Solange ich der Überzeugung bin, dass wir alle zusammen einen Weg der Besserung finden, werde ich das durchziehen. Verantwortung heißt für mich, Fehler einzugestehen und auszubügeln.“

Und welche Fehler genau? Poschner gesteht, dass er mit den Trainern Moniz und von Ahlen „daneben gelegen“ sei: „Dazu habe ich die Situation falsch eingeschätzt, als ich die Mannschaft mit einer bunten Mischung aus verschiedenen Kulturen zusammengestellt habe.“ Erste Erkenntnisse daraus hat er bereits umgesetzt: Guillermo Vallori, 33, der alte Kämpfer, erhielt wie angekündigt einen neuen Jahresvertrag. In Kürze soll auch mit Kai Bülow, 29, verlängert werden, dem Routinier (seit 2010 im Verein) und Relegationshelden.

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