Erstes Löwen-Training

Poschner: "Wer Platz eins im Kopf hat, erreicht mehr"

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Will die Mittelmäßigkeit aus den Köpfen der 1860-Spieler vertreiben: Gerhard Poschner.

München - Saisoneröffnung bei den Löwen: Moniz musste wegen eines Notfalls in seine niederländische Heimat fliegen. Poschner kündigte an, die Mittelmäßigkeit müsse "raus aus den Köpfen".

Eigentlich sollte Ricardo Moniz gestern seine erste Trainingseinheit beim TSV 1860 leiten. Doch der neue Cheftrainer musste um fünf Uhr früh zurück in seine niederländische Heimat fliegen – „aufgrund eines gesundheitlichen Notfalls in der Familie“, wie die Löwen um 9.04 Uhr per Pressemitteilung verkündeten.

Statt Moniz übernahm das Nachmittagstraining Co-Trainer Markus von Ahlen, der die Chefrolle bei den 1860-Profis gewohnt ist. Vor zahlreichen Fans absolvierten die Löwen ein paar Spielchen.

Mittendrin im Rudel: die drei Neuen – Keeper Stefan Ortega (21) von Arminia Bielefeld sowie die beiden Spanier Ilie Sanchez (23) und Edu Bedia (25), die Sport-Geschäftsführer Gerhard Poschner von der zweiten Mannschaft des FC Barcelona verpflichtet hat. „Wir sind sehr gut aufgenommen worden von der Mannschaft“, sagte Bedia. Und Kollege Sanchez ergänzte: „Uns ist vom Verein zwar angeboten worden, dass wir noch etwas länger Urlaub machen können, aber das wollten wir nicht. Es war uns beiden wichtig, von Beginn an dabei zu sein, um uns richtig anpassen zu können. Dass wir jetzt weniger Urlaub haben, ist nicht tragisch.“

Keine zwei Wochen ist es her, dass Sanchez und Bedia mit Barcelona B das letzte Saisonspiel in der Segunda Division bestritten haben. Entsprechend leicht fiel den beiden der obligatorische Laktattest gestern Vormittag auf dem Nebenplatz des Olympiastadions. „Wir stehen voll im Saft“, sagte Sanchez nach der letzten Blutabnahme und merkte lächelnd an: „In Barcelona gab es keine Laktattests in dieser Form, aber das ging schon. Wir sind ja hier, um zu arbeiten.“

Bilder: Die Neuen beim Laktattest der Löwen

Bilder: Die Neuen beim Laktattest der Löwen

Sätze, die Poschner gerne hören wird. Der Sportchef will die Wohlfühloase, die 1860 lange genug war, endgültig austrocknen. Ein neuer Geist soll Einzug halten an der Grünwalder Straße 114a. „Wer Platz fünf im Kopf hat, landet auf Platz zehn“, lautet die Ansage des ehemaligen Bundesliga-Profis. „Wer Platz eins im Kopf hat, erreicht mehr. Das muss in die Köpfe der Spieler. Die Mittelmäßigkeit muss raus aus den Köpfen. Ich erwarte auf dem Rasen Hasardeure, Kämpfer, Revolutionäre, echte Kerle. Wir wollen keinen Angsthasen-Fußball, sondern Raubkatzen-Fußball.“

Lesen Sie hier in unserem Ticker noch einmal nach, wie die Löwen am Montag in die neue Spielzeit gestartet sind.

Möglicherweise stoßen im Laufe der Woche weitere Raubkatzen zur Mannschaft. Noch fehlen Poschner vier bis fünf Spieler im Kaderpuzzle (zwei Stürmer, ein Außenbahnspieler, ein Linksverteidiger und ein Innenverteidiger). Eventuell muss auch ein Ersatz für Moritz Stoppelkamp her (siehe unten). Schließlich wollen Poschner und Moniz jede Position doppelt besetzt haben.

Auch im Tor wird sich der Konkurrenzkampf verschärfen. Gabor Király darf sich in seinem wohl letzten Profijahr bei 1860 nicht sicher sein, ob er den Status als unumstrittene Nummer eins behält. „Mir wurde gesagt, dass es hier rein nach Leistung geht“, meinte Neu-Keeper Ortega gestern auf Nachfrage. „Klar bin ich der Herausforderer, weil ich neu bin. Aber das heißt ja nicht, dass ich mich nicht durchsetzen kann.“ Auf ein kollegiales Verhältnis zu Király legt Ortega trotzdem Wert. Die beiden unterhielten sich gestern am Rande des Laktattests. Ortega: „Das ist doch völlig normal. Wir sind ja keine kleinen Kinder, die sich den Krieg erklären.

lk

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