Erste Aussagen nach seiner Kündigung

Poschner schießt gegen 1860: "Schädigung meiner Person"

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Der ehemalige 1860-Geschäftsführer Gerhard Poschner.

München - Nach seiner Kündigung beim TSV 1860 zog sich Gerhard Poschner aus der Öffentlichkeit zurück. Nun meldet sich der ehemalige Sportdirektor erstmals zu Wort und erhebt schwere Vorwürfe.

Ende Juli kündigte Gerhard Poschner seinen Vertrag beim TSV 1860 München fristlos und mied seitdem die Öffentlichkeit. Nun gab der ehemalige Sport-Geschäftsführer und Sportdirektor Sport1 ein Interview, in welchem er schwere Vorwürfe gegen den TSV 1860 München und seine Entscheidungsträger erhebt.

Seine fristlose Kündigung erklärt Poschner im Nachhinein wie folgt: "Ich habe monatelang keine Reaktion auf jegliche Diffamierung aus den eigenen Reihen gezeigt. Nur irgendwann sind die Grenzen überschritten." Das Präsidium und der damalige Aufsichtsratsvorsitzende hätten seine Person bewusst öffentlich geschädigt, so Poschner weiter. Höhepunkt sei dann die "Volksfestveranstaltung bei der Jahreshauptversammlung mit populistischen Verkündigungen seitens des Präsidenten, was meine Person und Position betrifft" gewesen. Er habe die Verunglimpfungen sehr lange ertragen, um der Mannschaft die nötige Ruhe zu geben. Auf Dauer sei dies jedoch nicht mehr für ihn möglich gewesen. "Was in dieser Zeit abgelaufen ist, war übrigens auch ein vereinsschädigendes Verhalten seitens des Präsidiums. Vor allem in einer wichtigen Periode wie der Transferzeit", legt Poschner im Interview nach.

Poschner: Habe bei Transfers weiterhin mitgewirkt

Nach seiner Kündigung kursierten Meldungen darüber, dass Poschner trotz seines Abgangs weiterhin Transferverhandlungen mit Spielern führen würde, beispielsweise mit Ludovic Obraniak. Dies wurde von den beiden Geschäftsführern Markus Rejek und Noor Basha jedoch umgehend dementiert. Dem widerspricht Poschner nun vehement. "(...) es ist richtig, dass ich nach meiner Kündigung explizit von der neuen Geschäftsführung gebeten wurde, angeschobene und vorverhandelte Themen weiter zu begleiten und bei Bedarf auch abzuschließen. Das habe ich auch gerne getan, da ich gegenüber der Mannschaft, dem Trainerteam und den Mitarbeitern nach wie vor eine Verantwortung hatte. Das gehört sich so aus meiner Sicht. Als ich dann in den Medien von den beiden Geschäftsführern lesen musste, dass es nicht so wäre, habe ich alles eingestellt. Man bittet nicht um etwas, um es dann in der Öffentlichkeit zu dementieren. Das ist kein guter Stil."

"Ich bin nicht gescheitert"

Darüberhinaus sieht sich Poschner nicht als gescheitert beim TSV 1860 München. "Ich bin nicht gescheitert. Der Auftrag der Gesellschafter lautete, einen totalen Umbruch einzuleiten, in dem Wissen, dass Umbrüche dieser Art große Probleme bereiten und zu kurzfristigem Misserfolg führen können. Der Auftrag war auch, ein sportliches und wirtschaftliches Konzept zu erstellen, welches mittel- und langfristig 1860 München wieder in die Spur bringt. (...) Ob ein Geschäftsführer Sport gescheitert ist, kann man nicht nach 15 Monaten bewerten, sondern vielleicht nach drei bis vier Jahren, wenn man weiß, wie der Auftrag lautete."

Vielmehr unterstreicht Poschner die in seinen Augen positiven Aspekte seiner 15 Monate dauernden Zeit beim TSV 1860. "Wir haben in 12 Monaten vier Millionen Euro Transferüberschuss erwirtschaftet, die drittälteste Mannschaft der Liga erheblich verjüngt, hoffnungsvolle, junge Talente unterstützt und integriert, eine Scouting-Abteilung mit hervorragenden Mitarbeitern ins Leben gerufen - die es vorher nicht gab - die Basis für moderne Strukturen und Arbeitsabläufe gelegt sowie ein tolles Miteinander mit den Mitarbeitern unter den schwierigen Umständen gelebt und gepflegt. All das bleibt bei mir hängen und ich finde, dass all die genannten Punkte sehr positiv sind."

ep

 

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