Poschner über die Roten und Ismaik

"Es gibt keine Feindschaft zum FC Bayern"

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Grenzenlose Harmonie unter den Münchner Klubs? Wohl nicht ganz ... aber respektieren darf man sich doch gerne.

München - Löwen-Sportchef Gerhard Poschner setzt auf eine klare Philosophie - und auf Diplomatie im Verhältnis zum FC Bayern und zu Hasan Ismaik. Das unterstrich er jetzt in einem Interview.

Vor dem Saisonstart der Löwen hat 1860-Geschäftsführer Gerhard Poschner mehrere große Interviews gegeben. Zu den Zielen, den vorhandenen Neuzugängen und der Stürmer-Suche hat er sich unter anderem im Gespräch mit der tz geäußert. Der Interviewer des Kicker fragte Poschner auch mehrfach und beharrlich nach dem Verhältnis zum Lokalrivalen FC Bayern.

Rivalen? Davon will der 1860-Geschäftsführer nichts wissen. "Es gibt keine Feindschaft und es gibt auch keine Freundschaft. Wir respektieren uns gegenseitig, ansonsten macht jeder sein Ding." Sehr diplomatisch ausgedrückt, auch wenn die Sicht manches Fans auf die Roten einen Tick negativer sein dürfte. Aber verbale Scharmützel bringen nichts, findet Poschner. "Das hilft niemandem weiter, das ist kontraproduktiv. Abgesehen vom Stadion gibt es doch keine großen Berührungspunkte." Zumal die Klubs eh nicht auf Augenhöhe sind. "Es gibt doch keine gelebte Rivalität. Wir sind seit zehn Jahren in der 2. Liga."

Deutlich rassiger geht es da schon in der Regionalliga zu. Die zweiten Mannschaften der Münchner Vereine spielen dort bekanntlich - und das anstehende Derby wurde verlegt - wohl nicht zuletzt, damit es live im Free-TV übertragen werden kann.

"Der FC Bayern wird wohl nicht absteigen"

Ein baldiges Duell der ersten Mannschaften, das wäre mal wieder was! So denken sicher alle Münchner Fußball-Fans. Doch wenn die Losfee im DFB-Pokal diesem Wunsch nicht hold ist, geht das nicht so schnell. "Es wird etwas dauern, ich gehe nicht davon aus, dass der FC Bayern absteigen wird", sagt Poschner. Daher sind die Blauen gefragt! Poschner: "Wir haben die gleichen Voraussetzungen und das gleiche Ziel wie bei sieben, acht, neun, zehn anderen Zweitligisten. Da dürfen wir uns nichts vormachen: Wir haben keine Ausnahmestellung. Dabei sind unsere Tradition und unsere tollen Fans natürlich ein Plus. Den Erfolg müssen wir uns aber einfach erarbeiten."

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DFB-Team als Vorbild

Dabei mithelfen sollen natürlich die Neuzugänge, von denen mit Ilie Sanchez und Edu Bedia gleich zwei aus Spanien kommen. Und auch die neue Philosophie ist Trumpf, mit Coach Ricardo Moniz, mit offensivem Fußball und der Nationalelf als Pate. "Was die Mannschaft von Jogi Löw gezeigt hat, dient auf alle Fälle als Vorbild", sagt Poschner, natürlich nicht, ohne das unterschiedliche Niveau zu unterstreichen.

Poschner hat kein Problem damit, seine eigene Person hinter das Wohl des Vereins und dessen Philosophie zurückzustecken. Seine Devise: "Wenn man den Namen des Vereins hört, ,muss einem sofort klar sein, wofür dieser steht. Egal ob Pepita Perez oder Hans Wurst das Sagen haben - dieser Klub steht für diese Art Fußball."

Ein anderer Name hält sich derzeit stark im Hintergrund: Investor Hasan Ismaik. "Ich muss morgens, mittags, abends Bericht erstatten", lacht Poschner und lobt dann das Verhältnis zum jordanischen Partner. "Wir erledigen unseren Job. Und den können wir in aller Ruhe machen, mit der nötigen Entscheidungsfreiheit und der dazugehörigen Verantwortung."

lin

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