"Wir brechen nicht in Panik aus"

Poschners Appell ans Löwen-Team: Ruhe bewahren!

+
"Wir ärgern uns grün und blau": 1860-Sportchef Gerhard Poschner.

München - Zuversicht demonstrieren ohne den Ernst der Lage zu verharmlosen – es ist keine leichte Aufgabe, die Gerhard Poschner in diesen trüben Tagen und Wochen zu meistern hat.

Am Montag, dem Morgen nach dem ernüchternden 0:2 gegen den FSV Frankfurt, bat der 1860-Sportgeschäftsführer nach bestätigten tz-Informationen den Mannschaftsrat um Kapitän Christopher Schindler in die Geschäftsstelle. ­Poschners Appell: Ruhe bewahren, nicht verrückt machen lassen vom nervösen Umfeld. Noch sei der Brand unter Kontrolle.

Der Sportchef taugt diesbezüglich als Vorbild. In der Presserunde am Montag machte Poschner jedenfalls nicht den Eindruck eines Getriebenen. „Nach einem 0:2 gegen Frankfurt gehen wir nicht nach Hause und sagen: Alles ist wunderbar“, versicherte der 45-Jährige. „Wir ärgern uns grün und blau, dass wir wieder daheim verloren haben. Aber wir machen nicht den Fehler und brechen in Panik aus.“ Poschner weiß, wovon er spricht. Der Abstieg 2004, den er als (verletzter) Löwen-Profi miterlebte, war nicht zuletzt eine Folge des Arena-Skandals um die Wildmosers.

„Wir wissen, auf welchem Tabellenplatz wir stehen. Wir sind in einer prekären Situation“, stellte Poschner angesichts der nur drei Punkte Vorsprung auf den Tabellenletzten St. Pauli fest. „Wir leben nicht in einer Scheinwelt mit Friede, Freude, Eierkuchen.“

Das kann man auch den Fans im Stadion nicht (mehr) nachsagen. So vehement die Unterstützung der Mannschaft während des Spiels war, so deutlich waren die Worte nach dem Abpfiff. „Völlig in Ordnung“, sagt Poschner. „Wir erwarten nach der vierten Heimniederlage in Folge keine Rosen.“

Löwen-Pleite gegen Frankfurt - Nur dreimal Note 3

Löwen-Pleite gegen Frankfurt - Nur dreimal Note 3

Dass sich die Lage bis Weihnachten weiter verschärfen könnte, ist bei Gegnern wie Nürnberg, Karlsruhe, Lautern und Leipzig keine abwegige These. Umso größer ist die Hoffnung der Löwen auf eine baldige Genesung ihres Topstürmers Rubin Okotie. Der 27-Jährige musste gegen Frankfurt wegen einer Kapselverletzung am rechten Knie passen. Weder Marius Wolf noch Feijsal Mulic erwiesen sich als torgefährliche Alternative. Bobby Wood ist bei Trainer Markus von Ahlen in Ungnade gefallen, Sommer-Zugang Rodri (Knöchel-OP) und Knie-Dauerpatient Hain sind frühestens im Januar wieder einsetzbar.

Poschner will Winter-Zukäufe nicht ausschließen. „Wenn wir es für nötig halten zu reagieren werden wir das tun und können“, sagt er. Noch gelte: „Wir glauben an das, was wir haben und ziehen das Ding durch. Wir werden die Punkte holen!“

Mit Trainer Markus von Ahlen. „Die Trainerfrage stellt sich nicht“, antwortete Poschner auf Fragen nach den Mechanismen der Branche. Alles andere wäre derzeit auch schwer zu kontrollieren. Von Ahlens Sturz würde Poschners Position extrem schwächen, die Reißleine beim Sport-Geschäftsführer ist Präsident Gerhard Mayrhofer um den Hals gewickelt. Die Löwen-Verantwortlichen im Dezember 2014: eine Schicksalsgemeinschaft in Blau.

lk

Auch interessant

Meistgelesen

Schon jetzt ist klar: Eric Weeger wird am Sonntag Rekord brechen
Schon jetzt ist klar: Eric Weeger wird am Sonntag Rekord brechen
Löwen-Reserve: Nächster Sieg in Traunstein?
Löwen-Reserve: Nächster Sieg in Traunstein?
1860 vor dem Derby in Augsburg: Tabelle gut, Team gut, Stimmung gut
1860 vor dem Derby in Augsburg: Tabelle gut, Team gut, Stimmung gut
Klare Worte: Das sagt Bierofka zu Zündlern im Sechzig-Block
Klare Worte: Das sagt Bierofka zu Zündlern im Sechzig-Block

Kommentare