Spannung vor dem 1. Spieltag

1860 vor dem Liga-Start: Die Gewinner und Verlierer

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Zwei Gewinner und ein Verlierer bei den Löwen: Während Dominik Stahl (r.) und Gary Kagelmacher (2. v. r.) das Mittelfeld ordnen sollen, muss Rubin Okotie (l.) wohl erst Mal in die Jokerrolle schlüpfen.

München – Für Sechzig wird die neue Zweitliga-Saison eine Reise ins Ungewisse. Die Vorbereitung zeigt, wer in die Rollen der Mutmacher schlüpft und welche Löwen zum Sprung ansetzen müssen.

Das Vorgeplänkel neigt sich dem Ende zu. Am Sonntag starten die Löwen nach sechs Wochen Vorbereitung mit dem Gastspiel beim 1. FC Heidenheim in die Zweitliga-Saison. Wie gut ist das Team von Trainer Torsten Fröhling gerüstet? Wir haben das Rudel genau unter die Lupe genommen und präsentieren die Gewinner und Verlierer der vergangenen Wochen.

Fünf Gewinner der Vorbereitungswochen

Vitus Eicher: Das Eigengewächs aus Erding hat nicht nur die Trikot-Nummer "1" von Gabor Kiraly übernommen, sondern sich auch im Kampf um den Posten zwischen den Pfosten gegen Stefan Ortega durchgesetzt. Damit geht für den 24-Jährigen ein Traum in Erfüllung: „Hier die Nummer eins zu werden, war immer mein Ziel.“ Jetzt kann er sich ein neues setzen.

Auf der Überholspur: Milos Degenek.

Milos Degenek: Der Serbe musste sich erst im Training bewähren, um sich einen Zweijahres-Vertrag zu verdienen. Das gelang dem Innenverteidiger mit Bravour. Degenek präsentierte sich defensiv grundsolide, scheint das Duell mit Kai Bülow um den Platz neben Kapitän Chris Schindler gewonnen zu haben. „Er macht seine Sache richtig gut“, lobt Fröhling die positive Überraschung des Sommers.

Gary Kagelmacher: Es geht vorwärts für den Uruguayer. Musste Kagelmacher vergangene Saison noch in der Vierer-Abwehrkette – zunächst im Zentrum, später auf der Außenbahn – aushelfen, darf er mittlerweile auf seiner Schokoladen-Position ran. Im defensiven Mittelfeld ist der 27-Jährige Dreh- und Angelpunkt bei Sechzig geworden und damit einer der absoluten Führungsspieler in Fröhlings System.

Fröhlings Wunschspieler sind vom Markt

Dominik Stahl: Das Knie hält, die Saison kann beginnen. Nach elend langen Verletzungsproblemen, die ihn für mehr als sieben Monate außer Gefecht gesetzt hatten, greift der Abräumer wieder an. Und wie: Bei den jüngsten Tests gegen Werder Bremen und Swansea City präsentierte er sich gewohnt bissig in den Zweikämpfen. Stahls Gegenspieler können sich warm anziehen.

Richi Neudecker: Der Jung-Löwe macht den Etablierten schon in seinen ersten Wochen bei den Profis Dampf. Sehr zur Freude von Fröhling: „Richi ist ein sehr guter Fußballer. Er hat diese gewisse Frechheit, die man im Spiel einfach braucht.“ Das Eigengewächs zeigte auch in den Tests gute Ansätze, präsentierte sich dribbelstark, ballgewandt, völlig unbekümmert und – dank seiner nur 1,74 Meter – enorm wendig. Weiter so!

Fünf Verlierer der Vorbereitungswochen

Verbreiten nur noch untereinander Spaß: Ilie Sanchez (l.) und Rodri.

Ilie Sanchez: Der Spanier machte nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub ziemlich schnell klar, dass er seine Zukunft nicht bei Sechzig sieht. Nach einigen lustlosen Auftritten an der Grünwalder Straße warf Trainer Fröhling ihn aus der Mannschaft. Seither trainiert der 24-Jährige separat mit Kumpel Rodri, beide Trainingslager waren tabu. Noch hat sich kein Abnehmer gefunden. Es droht eine Zukunft auf der Tribüne der Allianz Arena.

Rodri: Wie Sanchez hat sich auch der Stürmer bei den Löwen ins Abseits gedribbelt. Seit einigen Wochen stehen für den 25-Jährigen nur noch individuelle Einheiten auf dem Programm. Seine Abwanderungspläne haben sich wenig überraschend noch nicht erfüllt. Die Interessenten stehen nach nur einem Tor in zwölf Spielen nicht gerade Schlange. Aber zur Not ist neben Sanchez sicher noch ein Tribünenplatz frei.

1860 unterliegt Swansea im Grünwalder - die Bilder des Spiels

Kai Bülow: Vom Relegations-Held zum Wackelkandidat. Obwohl Gui Vallori nach seinem Kreuzbandriss erst 2016 eine Option sein dürfte und Zugang Rodri den Trainingsrückstand aufholen muss, bangt Bülow um seinen Stammplatz. Mit Degenek liefert sich der 29-Jährige ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den freien Platz in der Innenverteidigung und muss sich ordentlich strecken. Allein dass zwei Konkurrenten verpflichtet wurden, sollte ein klarer Fingerzeig für den ehemaligen Rostocker sein.

Jannik Bandowski: Der Pechvogel im Löwen-Dress! Ein Ermüdungsbruch im rechten Sprunggelenk wirft die Leihgabe von Borussia Dortmund weit zurück. Der schnell eroberte Stammplatz als Linksverteidiger ist vorerst futsch. Besonders bitter, da Bandowski sich in den kommenden zwölf Monaten für höhere Aufgaben beim BVB empfehlen wollte. Kopf hoch und kämpfen!

Rubin Okotie: Plötzlich Bankangestellter? Mit dieser Rolle muss sich der Stürmer wohl zum Saisonstart anfreunden. Die einstige Lebensversicherung der Löwen ist endgültig nicht mehr unantastbar. Das unterstrichen die letzten Tests: Gegen Bremen und Swansea teilte sich der Österreicher die Spielzeit mit Stephan Hain – Letzterer scheint nach den jüngsten Eindrücken bei Fröhling höher im Kurs zu stehen.

Fazit

Einige Lichtblicke strahlen also an der Grünwalder, doch vor allem beherrscht Verein und Umfeld eine große Ungewissheit vor der zwölften Zweitliga-Saison in Folge. Wartet auf die Löwen wieder ein Jahr am Abgrund zur Drittklassigkeit? Oder verschafft Fröhlings Team den Giesingern diesmal mehr Erfolgserlebnisse? Selten sind die Fans wohl mit so gemischten Gefühlen in eine Spielzeit gestartet.

Die Löwen 2015 sind eine Wundertüte – hoffentlich eine voller Punkte und Tore.

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