1. tz
  2. Sport
  3. 1860 München

Löwen zeigen Harmonie - Abend endet im Stüberl

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Nach der Sitzung ging's ins Stüberl - mehr Bilder sehen Sie in der Fotostrecke © sampics

München - Am Freitagabend hat sich der neue 1860-Aufsichtsrat konstituiert. Die Beteiligten demonstrierten dabei Harmonie. Hier finden Sie die Bilder und alle Informationen.

Harmonie statt Machtkämpfe? Mit vereinten Kräften in eine erfolgreiche Zukunft? So wollen es die Löwen und ihr jordanischer Investorenpartner - zumindest, wenn man den jüngsten Presseerklärungen Glauben schenkt. 

Gipfeltreffen endet im Löwenstüberl: Die Bilder

Mit der Realität dürften diese öffentlichen Bekundungen zwar nicht übermäßig viel zu tun haben, nach wie vor ist Vorsicht das beherrschende Gefühl an der Grünwalder Straße. Doch fürs Erste haben sich die Parteien immerhin darauf verständigt, ihre Rangeleien künftig diskreter auszutragen. „Ich bin mir sicher, dass wir zu einer professionellen Zusammenarbeit im Sinne der KGaA kommen“, sagt 1860-Präsident Dieter Schneider. „Wenn ich versuche, gewisse Irritationen mit dem Investor zu kitten und vernünftig weiterzumachen, ist halt die Frage: Wieviele Muskeln soll ich spielen lassen?“

Freitag Abend konstituierte sich der neue, sechsköpfige KGaA-Aufsichtsrat. Um 21.02 Uhr, rund anderthalb Stunden Minuten nach Sitzungsbeginn, traten der Vorsitzende Hasan Ismaik und sein Stellvertreter, Dieter Schneider, vor die Presse. Alle Beschlüsse seien „sehr schnell und sehr einstimmig gefallen“, sagte Schneider. „Der Startpunkt Null ist jetzt auch formell gesetzt, so dass wir eine erfolgreiche Zusammenarbeit starten können.“ Ismaik ließ übersetzen: „Alles ist gut gelaufen, wir haben einen neuen Aufsichtsrat. Ich hoffe, dass sich der Verein weiterentwickelt und stärker wird.“

Löwen intern - hinter den Kulissen des TSV 1860

Strec

Ursprünglich war auch geplant gewesen, den neuen Geschäftsführungs-Beirat aufs Gleis zu setzen. Doch da kam den Sechzigern der Rücktritt des Kandidaten Dr. Peter Lutz (55) dazwischen. Der Münchner Wirtschaftsanwalt und bisherige Vorsitzende des Vereins-Aufsichtsrats begründete seinen Rückzug mit der zunehmenden Arbeitsbelastung in seiner Anwaltskanzlei, wo derzeit auch noch ein Umzug anstehe. Klar sei die Entscheidung „etwas kurzfristig“, so Lutz zur tz. „Aber es ist besser, vor der Besetzung der neuen Gremien Schluss zu machen, als später die Reibungsverluste einer Umbesetzung in Kauf nehmen zu müssen.“

Der Geschäftsführer Robert Schäfer vorgeschaltete Beirat, für den Lutz zusammen mit Schneider vorgesehen war (die anderen beiden Posten besetzen wohl Investor Ismaik und Banker Hamada Iraki), wird sich laut Schneider nun voraussichtlich erst in der kommenden Woche konstituieren. Im e.V.-Aufsichtsrat übernimmt einstweilen TV-Manager Otto Steiner den Vorsitz. Die Positionen von Lutz und des ebenfalls ausgeschiedenen Finanzfachmanns Christoph Oefele sind neu zu besetzen - mittelfristig wohl auch durch einen Vertreter der Investorenseite.

Gespannt darf man sein, wie die Fans heute Nachmittag im Stadion auf Ismaik reagieren. Kann sein offener Brief an die Anhänger (und die DFL) den jüngst aufgekommenen Unmut bremsen? Schneider sagt: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Ismaik und ich uns aus dem Weg gehen. Das wäre absolut kontraproduktiv.“ Freitag Abend stieß Schneider mit Ismaik im Löwenstüberl an (siehe Fotostrecke oben). Der Präsident mit Apfelschorle, der Investor mit Wasser. Auf eine nüchterne Partnerschaft.

lk

Investoren im Fußball: Wer bei welchem Verein seine Finger im Spiel hat

Auch interessant

Kommentare